15.741 Zuschauer an der Bremer Brücke und mit Bayern München ein ganz großer Name des deutschen Fußballs – für Richard Hempel war es eine besondere Bühne. Der 28-Jährige zeigte dabei eine Leistung dabei eine fast fehlerfreie Leistung und überzeugte mit einer souveränen, unaufgeregten Spielleitung.
Hempel überzeugte mit einer ruhigen und klaren Spielleitung. Der Sachse war stets gut positioniert, hatte das Geschehen im Blick und traf seine Entscheidungen konsequent. Dabei ließ er sich auch von der besonderen Atmosphäre und dem großen Namen des Gegners nicht beeindrucken.
Auffällig war insbesondere seine großzügige Linie, die den Spielfluss aufrechterhielt und von den Spielern angenommen wurde. Hempel griff ein, wenn es notwendig war, ließ bei kleineren Kontakten aber bewusst weiterlaufen. Dadurch entwickelte sich eine flüssige Pokalpartie, ohne dass der Schiedsrichter seine Autorität verlor. Persönliche Strafen waren entsprechend nicht notwendig – Hempel kam über die gesamten 90 Minuten ohne eine Karte aus.
Strittige Szene
Vor dem 3:1 durch Michael Olise lag tatsächlich ein Handspiel vor. Der Ball sprang Olise bei der Ballannahme zwar unabsichtlich an die Hand. Nach den Regeln ist das unmittelbar vor einem eigenen Tor trotzdem relevant: Ein Treffer darf nicht anerkannt werden, wenn der Torschütze den Ball unmittelbar zuvor mit der Hand/dem Arm berührt hat – Absicht spielt dabei keine Rolle.
Das war aber für den Schiedsrichter auf dem Feld kaum zu sehen. Hätte es hier einen VAR gegeben, hätte er sich vermutlich eingeschaltet. Ohne einen VAR entscheidet jedoch der Schiedsrichter auf dem Platz und (Fehl)-entscheidungen sind zu akzeptieren.
Bei der entscheidenden Strafraumszene zeigte Hempel seine Qualität. Beim Foulspiel im Strafraum war er sehr gut positioniert und hatte freie Sicht auf die Situation. Er erkannte das klare Vergehen sofort und entschied ohne zu zögern auf Strafstoß. Eine wichtige Entscheidung, die seine gute Positionierung und klare Wahrnehmung unterstrich.
Überhaupt wirkte Hempel jederzeit präsent, ohne selbst den Mittelpunkt des Geschehens bilden zu wollen. Seine Körpersprache war ruhig und souverän, seine Entscheidungen klar und nachvollziehbar.
Er war präsent, ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen. Genau das ist bei einem solchen Pokalabend ein Qualitätsmerkmal.
Insgesamt zeigte Richard Hempel eine sehr gute Leistung und bestätigte seinen Aufstieg in den Bundesliga-Kader mit einem überzeugenden Auftritt auf großer Bühne.
Bewertung: 8/10 – Note 1,5
Begründung: übersehenes Handspiel sonst nahezu fehlerfreie Leistung, gutes Stellungsspiel, konsequent und großzügig, korrekten schnellen Entscheidungen und hoher Akzeptanz.
Die TV-Highlights hier.

Richard Hempel ist ein Riesentalent und ein absoluter Gewinn für die Bundesliga. In seinem ersten großen Spiel unter Beteiligung des deutschen Rekordmeisters hat der Schiedsrichter die Nominierung absolut gerechtfertigt. In der Spielleitung fällt die sehr gute Kommunikation mit den Spielern besonders auf.
Ohne überschwängliches Lob kann der Sachse mit seinen erst 28 Jahren alsbald auch international in die großen Fußstapfen eines Dr. Markus Merk oder Dr. Felix Brych treten. Der noch fehlenden Dr. dürfte dann bestimmt irgendwann auch noch hinzukommen.