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Timon Schulz fiel erneut mit einem Platzverweis auf

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 12. Spieltag | 3. Liga

Auch am Wochenende standen die Schiedsrichter in der 3. Liga wieder im Mittelpunkt. Gleich mehrere Platzverweise, zahlreiche Strafraumszenen und unterschiedliche Bewertungen bei der persönlichen Strafe sorgten für Diskussionsstoff. Während einige Unparteiische bei ihren Entscheidungen richtig lagen, fehlte anderen in entscheidenden Momenten das nötige Fingerspitzengefühl. Besonders die Strafstoßentscheidungen in Köln und die Platzverweise in Düsseldorf, Duisburg und Aachen verdienen einen genaueren Blick. Die IG Schiedsrichter hat neun interessante Szenen unter die Lupe genommen und bewertet, wo die Unparteiischen richtig entschieden haben und wo es Anlass zur Kritik gibt.

Fortuna Düsseldorf – SV Meppen 0:0 (SR: Yannick Sager)

Szene 1: Bei genauerer Betrachtung der Szene rollt der Düsseldorfer Andreas Müller mit der Sohle über den Ball. Anschließend fällt der Meppener Nadj über den bereits am Boden liegenden Müller. Schon die Bewertung als Foulspiel erscheint damit fragwürdig. Müller beschwert sich anschließend vehement und klopft demonstrativ mit der Hand auf den Rasen, woraufhin Schiedsrichter Yannick Sager offenbar wegen Reklamierens Gelb-Rot zeigt. Der Platzverweis ist regeltechnisch zwar vertretbar, in der Gesamtbetrachtung aber eine äußerst harte Entscheidung. Zumal bereits der vorausgegangene Freistoßpfiff zweifelhaft erscheint. Hier wäre deutlich mehr Fingerspitzengefühl angebracht gewesen. [TV-Bilder – ab 04:00 Minuten]

MSV Duisburg – VfB Stuttgart II 3:3 (SR: Martin Wilke)

Szene 2: Tobias Fleckstein erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst. Der Duisburger Verteidiger hielt den durchstartenden Rölke kurz vor dem eigenen Strafraum am Trikot fest und verhinderte damit eine klare Torchance. Der Stuttgarter hatte zum Zeitpunkt des Vergehens nur noch den Torhüter vor sich. Schiedsrichter zeigte Fleckstein deshalb die Rote Karte wegen der Verhinderung einer offensichtlichen Torchance (Notbremse). Eine regeltechnisch korrekte Entscheidung, da sämtliche Voraussetzungen für einen Feldverweis erfüllt waren. [TV-Bilder – ab 02:00 Minuten]

Szene 3: Bulic hielt den Stuttgarter van der Leij bei einer Flanke im Strafraum am Trikot fest und verhinderte damit aus unserer Sicht eine klare Torchance. Schiedsrichter Martin Wilke entschied richtigerweise auf Strafstoß, zeigte dem Duisburger jedoch lediglich die Gelbe Karte.

Für uns eine Fehlentscheidung bei der persönlichen Strafe. Das Halten war nicht ballorientiert und stellte keinen Versuch dar, den Ball zu spielen. Wird dadurch eine offensichtliche Torchance verhindert, greift die Reduzierung der persönlichen Strafe im Strafraum nicht. Die richtige Entscheidung wäre deshalb Strafstoß und die Rote Karte gewesen. [TV-Bilder – ab 03:25 Minuten]

Jahn Regensburg – Hansa Rostock 2:1 (SR: Timon Oliver Schulz)

Szene 4: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit setzte sich Regensburgs Nassim Boujellab an der Außenlinie gegen Dajaku durch und wollte einen schnellen Angriff einleiten. Dajaku stieg seinem Gegenspieler daraufhin von hinten in die Ferse und unterband damit den aussichtsreichen Angriff. Ein klares taktisches Foul, das eine Verwarnung rechtfertigt. Da Dajaku bereits Gelb gesehen hatte, war die Gelb-Rote Karte die regeltechnisch korrekte Entscheidung. [TV-Bilder – ab 01:30 Minuten]

Szene 5: Regensburgs Schönfelder hatte Glück, dass er nach einem heftigen Einsteigen nicht ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Der bereits verwarnte Jahn-Spieler trat seinem Rostocker Gegenspieler auf den Fuß und verursachte damit einen schmerzhaften Stempel. Für uns ein klares verwarnungswürdiges Foulspiel, das zwingend die zweite Gelbe Karte hätte nach sich ziehen müssen. Der ausbleibende Platzverweis war somit eine Fehlentscheidung. [TV-Bilder – ab 2:00 Minuten]

Fortuna Köln – Würzburger Kickers 1:2 (SR: Leonidas Exuzidis

Szene 6:Thier drang über die rechte Seite in den Strafraum ein und ließ Farahnak aussteigen, der zur Grätsche ansetzte. Dabei befand sich dessen Arm am Boden in unmittelbarer Nähe des Balles. Köln reklamierte ein strafbares Handspiel, doch Schiedsrichter Leonidas Exuzidis ließ weiterspielen. Für uns die richtige Entscheidung. Zwar gibt es keine pauschale Ausnahme für die sogenannte Stützhand, doch befand sich der Arm bei der Grätsche in einer natürlichen, durch die Bewegung erklärbaren Position. Eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche lag aus unserer Sicht nicht vor. Somit kein strafbares Handspiel und folgerichtig kein Strafstoß. [TV-Bilder – ab 01:40 Minuten]

Szene 7: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bekam Köln schließlich doch noch einen Strafstoß zugesprochen. Erneut stand Farahnak im Mittelpunkt. Im Zweikampf mit Aigbekaen setzte der Regensburger zu einer ballorientierten Grätsche an, verfehlte jedoch den Ball und traf stattdessen den Angreifer von hinten am Fuß. Dadurch brachte er den Kölner im vollen Lauf zu Fall. Der Strafstoß war die richtige Entscheidung. Auch die Gelbe Karte ist korrekt, sofern dadurch eine offensichtliche Torchance verhindert wurde. Da Farahnak erkennbar versuchte, den Ball zu spielen, greift im Strafraum die Reduzierung der persönlichen Strafe von Rot auf Gelb. [TV-Bilder – ab 02:20 Minuten]

Alemannia Aachen – Preußen Münster 2:1 (SR: Tom Bauer)

Szene 8: Tim-Justin Dietrich kam gegen den durchstartenden Torsiello zu spät und brachte seinen Gegenspieler regelwidrig zu Fall. Damit unterband der Aachener einen aussichtsreichen Angriff. Da Dietrich bereits verwarnt war, zeigte ihm der Schiedsrichter folgerichtig die Gelb-Rote Karte. Eine regeltechnisch korrekte Entscheidung, da das Foulspiel einen aussichtsreichen Angriff verhinderte und somit eine zweite Verwarnung rechtfertigte! [TV-Bilder – ab 03:43 Minuten]

SC Verl – Wehen Wiesbaden 1:4 (SR: Simon Schreiner)

Szene 9: Nach einer Flanke von Rabihic kam Alem Japaúr im Strafraum zum Kopfball, ging dabei nach einem Kontakt mit Hübner jedoch zu Boden. Der Wiesbadener schob seinen Gegenspieler zwar leicht mit beiden Händen, für ein strafbares Stoßen reichte die Intensität aus unserer Sicht aber nicht aus. Lediglich Japaúr reklamierte kurz, größere Proteste blieben aus. Auch die TV-Bilder zeigten die Szene nur einmal und ohne Zeitlupe. Für uns eine vertretbare Entscheidung, weiterspielen zu lassen. Nicht jeder Körperkontakt im Strafraum ist automatisch ein Foulspiel. [TV-Bilder – ab 02:01:44 Minuten]

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