Du betrachtest gerade Stieler pfeift, Jöllenbeck schaut zu – eine Ansetzung, die Fragen aufwirft
Tobias Stieler leitet den Bundesliga-Klassiker, Dr. Matthias Jöllenbeck ist als Video-Assistent angesetzt. War die Entscheidung des DFB die richtige?

Stieler pfeift, Jöllenbeck schaut zu – eine Ansetzung, die Fragen aufwirft

Stieler statt Jöllenbeck: Warum entscheidet sich der DFB beim Klassiker gegen die naheliegende Anternative? Ein Kommentar der IG Schiedsrichter

Die Entscheidung ist gefallen: Tobias Stieler leitet den Bundesliga-Klassiker zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Ursprünglich war Daniel Siebert vorgesehen, der wegen einer Wadenverletzung ausfällt.

Doch die Ersatzansetzung wirft Fragen auf. Denn mit Dr. Matthias Jöllenbeck steht ein weiterer erfahrener Bundesliga-Schiedsrichter zur Verfügung, der am Samstag sogar als Video-Assistent beim Klassiker eingesetzt wird.

Bereits am Montag hatte die IG Schiedsrichter Jöllenbeck als möglichen Nachfolger von Siebert ins Gespräch gebracht. Nach Bekanntgabe der Pokalansetzungen verdichtete sich aus unserer Sicht sogar der Eindruck, dass der Freiburger eine naheliegende Wahl wäre.

Stattdessen setzt die Schiedsrichterführung auf Tobias Stieler. Einen Unparteiischen, der erst vor zwei Wochen eine Partie des FC Bayern leitete und am Dienstagabend beim DFB-Pokalspiel zwischen dem Hamburger SV und Eintracht Frankfurt mit umstrittenen Entscheidungen für Diskussionen sorgte. Unverständlich!

Stieler räumte anschließend selbst ein, dass ein Strafstoß für Hamburg die bessere Entscheidung gewesen wäre.

Natürlich verfügt Stieler über enorme Erfahrung. Niemand bestreitet seine grundsätzliche Eignung für ein solches Spitzenspiel. Dennoch darf man hinterfragen, ob die Ansetzung unmittelbar nach einem derart diskutierten Pokalauftritt die glücklichste Entscheidung ist.

Besonders bemerkenswert bleibt die Rolle von Matthias Jöllenbeck. Der DFB setzt ihn beim Klassiker als Video-Assistenten ein, vertraut ihm also eine verantwortungsvolle Aufgabe bei einer der wichtigsten Begegnungen der Saison an.

Warum erhält er dann nicht die Gelegenheit, das Spiel selbst zu leiten?

Möglicherweise gab es interne Gründe, die gegen eine solche Entscheidung sprachen. Diese sind bislang jedoch nicht bekannt.

Selbst der DFB scheint nicht überzeigt zu sein… Die Beiträge zur Ansetzung von Tobias Stieler waren auf Facebook und Instagram bereits veröffentlicht und kommentiert – anschließend wurden Kommentare deaktiviert. Warum? Darüber darf zumindest spekuliert werden. 😉

Stieler übernimmt – Sieberts Assistenten bleiben

Ein weiteres Detail der Ansetzung ist bemerkenswert: Tobias Stieler wird beim Bundesliga-Klassiker von Jan Seidel und Rafael Foltyn unterstützt – jenem Assistentenduo, das normalerweise mit Daniel Siebert auf dem Platz steht.

Das spricht dafür, dass die ursprüngliche Ansetzung tatsächlich auf Siebert zugeschnitten war und nach dessen verletzungsbedingtem Ausfall lediglich die Position des Schiedsrichters neu besetzt wurde.

Umso interessanter erscheint die Entscheidung der Schiedsrichterführung, Tobias Stieler einzusetzen, während Dr. Matthias Jöllenbeck als Video-Assistent fungiert.

Die Frage bleibt: Warum entschied sich der DFB ausgerechnet für Stieler, der nach seinen jüngsten Auftritten ohnehin im Fokus der Kritik steht, und nicht für Jöllenbeck?

Die Ansetzung von Tobias Stieler ist sportlich vertretbar. Ob sie unter den aktuellen Umständen die überzeugendste Lösung ist, darf allerdings bezweifelt werden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.