Unter der Plattform „X“ (ehemals Twitter) wurde vor wenigen Tagen ein Schreiben gepostet, dessen Inhalt das deutsche Schiedsrichterwesen, vor allem den Vorsitzenden Knut Kircher, in einer niederträchtigen Weise verunglimpft.
Wer kritisiert, muss auch namentlich dazu stehen
Das Schreiben wurde ohne Namensnennung veröffentlicht. Leider gibt es bisher kein Gesetz, dass die namentliche Nennung des Absenders zur Pflicht macht. So können Kommentare unter anonymen Bezeichnungen jederzeit eingestellt werden.
Die IG Schiedsrichter ist der Sache nachgegangen. Bei den Recherchen wurde ein Fanclub bzw. Fangruppe mit der Bezeichnung „Vertikalpass„, die dem Verein VfB Stuttgart nahe stehen soll, ermittelt. In unmittelbarem Zusammenhang steht der Name Sebastian Rose aus Stuttgart. Er wurde von der IG Schiedsrichter angeschrieben und um Stellungnahme zur Sache gebeten. Eine Antwort ist ausgeblieben.
Da stellt sich die Frage: Wer steckt dahinter und fordert den Rücktritt von Knut Kircher? Sind etwa aktive Schiedsrichter und Assistenten beteiligt? Wenn ja, wer sind das? Dazu wäre eine Stellungnahme erforderlich. Zu klären ist, ob Patrick Ittrich zum Aktiven-Sprecher der Bundesligaschiedsrichter und damit als Verbindungsperson zur Führungsspitze gewählt wurde? Welche Rolle spielt in dem Zusammenhang die Kommunikationsabteilung der Schiri-GmbH bezüglich einer Freigabe des Kommentars?
IG-Mitarbeiter Dieter Albrecht, selbst zwei Jahrzehnte als Schiedsrichter tätig, zeigt sich erschüttert von dem Frontalangriff auf die Führungsperson der deutschen Schiedsrichter, was den Tatbestand der Beleidigung erfüllen könnte. Albrecht: „Wer so schwere Anschuldigungen erhebt, wird diese auch beweisen müssen.“
Die IG Schiedsrichter verurteilt das Verhalten und distanziert sich von Personen oder Gruppierungen, die dem Fußball mit einem derartigem Verhalten abträglich sind. Wir fordern den Gesetzgeber auf, dass in allen Social-Media-Plattformen die Nennung der Klarnamen per Gesetz zur Pflicht gemacht wird.

Bei der IG Schiedsrichter ist ein anonymes Schreiben eingegangen. Es richtet sich, wie zuvor die Veröffentlichung im Social Media auf X, früher Twitter, gegen die Amtsführung des Ausschussvorsitzenden der Schiedsrichter, Knut Kircher. Eine Gruppierung, gebildet aus verschiedenen Strömungen von Aktiven und anderen Personen, strebt den Rücktritt des Geschäftsführers der DFL an. Dazu soll die IG offensichtlich als Mittel zum Zweck genutzt werden.
Das ist eine intolerante Verhaltensweise, auch wenn Kritik an Kirchers Führungsstil gerechtfertigt sein sollte. Wer Anschuldigungen trifft, muss sich dazu namentlich bekennen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben.