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Zwei strittige VAR-Checks in Gladbach

Während es am Abend die wohl knappste Abseitsentscheidung des Bundesliga gab, bekam die Borussia im Auftaktspiel gegen Leipzig auch eine zweite Entscheidung gegen sich. 

Borussia Mönchengladbach – RB Leipzig 0:0 (SR: Timo Gerach)

Szene 1: Minuten nach der Pause zappelte der Ball im Leipziger Gehäuse. Nach einem wunderschönen Spielzug aus der eigenen Hälfte heraus brachte Franck Honorat den Ball im Tor unter. Doch stand der Angreifer beim Zuspiel von Rocco Reitz im Abseits? Schiedsrichter Timo Gerach deutete mit einer Handbewegung aus zwei Fingern schon den Grund des VAR-Checks an. Es war sehr knapp! Nach einigen Minuten der Überprüfung wurde letztlich das Tor für Gladbach nicht gegeben. Franck Honorat stand mit der Fußspitze knapp vor RB-Verteidiger David Raum, was mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Schiedsrichter Timo Gerach vermeldete dem Publikum, dass der Treffer für mich letztlich korrekt nicht zählte. Im Bild ist zu erkennen, dass die ‚rote Linie‘ die Fußspitze des Leipzigers verdeckt und somit liegt der Schluss sehr nahe, dass es eine Abseitsposition war. Wenn es mit der halbautomatischen Abseitserkennung hundertprozentig richtig ist, dann ist auch egal und klar ist, dann ist es auch egal, ob es Milimeter sind. Für den Fußballfan aus der Perspektive scheint es aber anders zu wirken und man lässt sich von den Perspektiven täuschen. Beim Abseits gibt es kein Grau, sondern nur Schwarz oder Weiß. Wir machen ein Problem auf wo keines ist. Wir haben nun mal die Technologie, die das auf den Milimeter feststellen kann. Es macht keinen Sinn darüber zu diskutieren, denn wir würden die Grenze nur verschieben. Abseits ist Abseits, egal wie knapp.

Die halbautomatische Abseitserkennung ist für den Fußballfan der Tod des geliebten Fußballs zu sein, denn was man nicht klar erkennt, ist wahrlich schwer zu akzeptieren. Allerdings „liegt da auch eine gewisse Ungenauigkeit im System und das wird auch nach der Einführung der halbautomatischen Abseitserkennung so sein, nur nicht mehr mit einem menschlichen Aspekt“, so Schiriboss Knut Kircher.

Szene 2: Nach 75 Minuten gab Schiedsrichter Gerach zunächst einen vermeintlichen Foulelfmeter für Mönchengladbach. Shūto Machino und Willi Orbán gingen im Strafraum zu einem Zuspiel von Jens Castrop. Dabei ging Shūto Machino zu Boden. Nach kurzem zögern zeigte Referee Timo Gerach auf den Punkt, doch der VAR meldete sich auch diesmal. Gerach schaute sich die Situation an der Seitenlinie noch einmal selbst an. Anschließend verkündete er, dass der Strafstoß zurückgenommen wird, da Willi Orbán den Ball zunächst gespielt hatte und erst danach die Wade des Gladbachers getroffen hatte. Das ist erneut bitter für die Borussen, doch die Entscheidung ist vertretbar. Laut internationaler UEFA-Auslegung, soll es keinen Foulelfmeter gaben, wenn zunächst der Ball gespielt wurde.

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Roland

    „Im Bild ist zu erkennen, dass die ‚rote Linie‘ die Fußspitze des Leipzigers verdeckt…“
    Im Bild ist auch zu erkennen, dass ein Teil des Kopfs von der Linie verdeckt ist. Vorrausgesetzt die Animation ist genau genug um nicht einen Platten Kopf anzunehmen.

    „Wir haben nun mal die Technologie, die das auf den Milimeter feststellen kann…“
    Ist dem so? Der systrmatische Fehler liegt doch bei einigen Millimetern. Zudem bleibt offen, ab welchem Frame der Impuls zur Ballabgabe abgeschlossen übertragen wurde.

  2. Hans Peter Mohr

    Ganz klarer Betrug ! Vor allen Dingen wird das Verlassen des Balles vom Paßgeber erst nach ca. 10cm gemessen…
    Wenn es hier um „Milimeter u. Bruchteile von Sekunden geht“ muss auch der Abstand des Balles beim Verlassen des Fußes genauso knapp (Millimeter) gemessen werden…Wenn man das tut, steht Honorat nämlich deutlich nicht nicht im Abseits !
    Die Frage muss sein, wer war der Verantwortliche beim VAR ! mfg hpm

  3. Thomas Klein

    Das System ist eben nicht in der Lage Millimeter genaue Entscheidungen zu treffen. Dazu ist es viel zu ungenau. Das System macht Bilder mit 50 Frames pro Sekunde. Ein Spieler im Vollsprint legt in dieser Zeit bei einer Geschwindigkeit von 28 km/h etwa 8-9 Meter zurück. Pro Frame sind das zwischen 15 und 20 cm. Selbst wenn die KI versucht die Lücken zwischen den Frames nachzuberechnen ist ein Nachweis in dieser Genauigkeit nicht möglich. Dann darf die Entscheidung nicht Abseits sein. Punkt.

    1. Thorsten Schulz

      Das ist genau der Punkt (auch wenn mir die Rechnung nicht ganz korrekt erscheint). Es werden mm angegeben, wo die Toleranz im Bereich einiger cm liegt. Das entbehrt jeglicher Substanz und schadet tatsächlich dem Sport erheblich.

  4. Stephan

    Leider ist die Abseitslinie auch nicht im rechten Winkel angelegt – dann wäre es deutlich kein Abseits . Ganz zu schweigen von dem Arm des Verteidigers. Es gelten nur Körperteile die ein (Eigen-)Tor erzielen können. Macht es doch noch immer komplizierter. Aber schön dass auch hier eine falsche Entscheidung mal wieder als richtig dargestellt wird.

  5. Michael

    Hier wird ein wichtiger Aspekt völlig übersehen. Nämlich dass der Schiedsrichter nur bei „groben und offensichtlichen Fehlern“ eingreifen soll. Bei Millimeter-Entscheidungen hat der VAR nicht einzugreifen. Egal, ob Abseits oder nicht: es liegt kein grober und offensichtlicher Fehler des Schiedsrichters vor, wenn es unmöglich ist, solche Millimeter-Geschichten zu erkennen. Egal, wie der Schiedsichter entscheidet, der VAR hat nicht zu reagieren.

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