Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 27. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 27. Spieltag | 3. Liga

21. Februar 2022 0 Von Reiner Kuhn

Ein mutiger Eingriff eines Schiedsrichterassistenten mit Adleraugen beschäftigt uns in der Analyse. Außerdem blicken wir unter anderem auf zwei Handspiele.

1.FC Saarbrücken 0:1 Viktoria Köln (SR: Mario Hildenbrand)

Vor dem Saarbrücker Eigentor agierte Seokju Hong im gegnerischen Strafraum recht robust, sodass ein Abwehrspieler zu Boden ging. Schiedsrichter Mario Hildenbrand entschied trotzdem auf Tor. Zu Recht, denn hier lag kein Schubsen, bzw. Stoßen vor, sondern ein normaler Zweikampf. [TV-Bilder – ab 22:20 Minute]

Kai Klefisch berührte den Ball auf der eigenen Torlinie mit dem Arm, Schiedsrichter Hildenbrand ließ aber weiterspielen. Der Kölner agierte hier nicht wirklich geschickt, als er mit der Brust zum Ball gehen wollte, sich verschätzte und erst im letzten Moment bemerkte, dass der Ball an die Hand springen würde. Dann zog er ihn noch weg und berührte den Ball im Bereich des Ellenbogens. Im Gesamtablauf kann man hier dem Unparteiischen recht geben, denn auch für uns sah das nicht nach Absicht aus. [TV-Bilder – ab 02:05:30 Minute]

SC Freiburg II 2:0 SV Meppen (SR: Patrick Hanslbauer)

Enzo Leopold bekam den Ball im eigenen Strafraum an die Hand, Schiedsrichter Patrick Hanslbauer pfiff aber nicht. Es lag auch kein strafbares Handspiel vor, da der Ball dem Freiburger über den Fuß rutschte und dann dieser dann lediglich in Folge der veränderten Körperbewegung den Ball berührte. [TV-Bilder – ab 01:30 Minute]

Philipp Treu klärte den Ball im eigenen Strafraum auf Kopfhöhe und stieß danach mit Lars Bünning zusammen. Schiedsrichter Hanslbauer zögerte relativ lange, um dann auf Strafstoß für Meppen zu entschieden. Nach Diskussionen schaltete sich Assistent Christopher Schwarzmann ein und besprach sich kurz mit dem Unparteiischen. Dieser nahm dann den Strafstoß zurück und gab einen indirekten Freistoß wegen gefährlichen Spiels. Es war sehr mutig und eigentlich nicht wirklich empfehlenswert, sich als Assistent bei einem Vorgang auf der assistentenfernen Seite einzuschalten. Hier ging es aber gut, denn es war so deutlich der Ball im Spiel, dass hier lediglich die verbotene Spielweise auf Kopfhöhe verbleibt, die lediglich einen indirekten Freistoß nach sich zieht. [TV-Bilder – ab 02:40 Minute]

MSV Duisburg 2:0 Türkgücü München (SR: Konrad Oldhafer)

Kolja Pusch stellte im eigenen Strafraum den Körper ins Duell gegen Leroy-Jacques Mickels, welcher dann zu Boden ging. Schiedsrichter Konrad Oldhafer ließ das Spiel absolut zu Recht weiterlaufen. Der Duisburger Verteidiger stellte sich hier nur mit Spannung gegen den Gegner, was vollkommen reguläres Defensivverhalten darstellte. [TV-Bilder – ab 32:30 Minute]

Paterson Chato grätschte im eigenen Strafraum gegen John Yeboah, kam deutlich zu spät und erwischte nur den Gegner. Schiedsrichter Oldhafer entschied auf Strafstoß für Duisburg. Klare Sache! [TV-Bilder – ab 01:10 Minute]

TSV Havelse 1:3 Würzburger Kickers (SR: Dr. Max Burda)

Florian Riedel verfolgte den alleine aufs Tor zulaufenden Saliou Sane und brachte diesen an der Strafraumgrenze zu Fall. Schiedsrichter Dr. Max Burda entschied auf Strafstoß und verwarnte den Havelser wegen der Verhinderung einer klaren Torchance durch ein ballorientiertes Vergehen. Das Foulspiel war unstrittig, anhand der Bilder lässt sich aber nicht genau sagen, ob der Kontakt vor dem Strafraum, oder schon auf der Linie stattfand. Im ersteren Fall hätte das natürlich die rote Karte für Riedel bedeutet. Hier wird Assistent Eric Weisbach aber sicher den besseren Blick gehabt haben. [TV-Bilder – ab 03:20 Minute]

1.FC Magdeburg 2:0 Borussia Dortmund II (SR: Frank Willenborg)

Franz Pfanne grätschte im eigenen Strafraum und erwischte Tatsuya Ito unglücklich mit dem Knie am Fuß. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied auf Strafstoß für Magdeburg. Korrekte Entscheidung, da die Landung von Pfanne auf dem Fuß des Gegners klar ursächlich für den Sturz war. [TV-Bilder – ab 02:10 Minute]

TSV 1860 München 0:2 Hallescher FC (SR: Patrick Alt)

Philipp Steinhardt agierte im eigenen Strafraum resolut gegen Elias Huth. Dieser ging zu Boden und forderte Strafstoß, jedoch ließ Schiedsrichter Patrick Alt weiterlaufen. Vertretbar, da der Arm des Müncheners nahezu angelegt war und der Hallenser den Kontakt recht bereitwillig annahm. [TV-Bilder – ab 50:43 Minute]

Semi Belkahia grätschte gegen Elias Huth, worauf Schiedsrichter Alt auf Strafstoß für Halle entschied. Allerdings spielte der Münchener hier klar den Ball. Der Pfiff war damit falsch! Hier hätte er sich von Assistent Kimmeyer überzeugen lassen müssen. [TV-Bilder – 2:48 ab Minute]

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