Der Traum vom harten Profifussball…

Der Traum vom harten Profifussball…

4. Juni 2019 1 Von IG Schiedsrichter
Sechs neue Schiedsrichter für die 3. Liga

Nachdem die Entscheidungen um Auf- und Abstieg von der DFB-Schiedsrichterkommission bestätigt wurden, fassen wir die bisher vorliegenden kurz diese zusammen:

Assistent Bundesliga:
Marcel Unger, Robert Wessel, Christian Dietz

Aufsteiger 2. Bundesliga:
Nicolas Winter

Absteiger 2. Bundesliga:
Christian Dietz (Spezialist Bundesliga-SRA)

Assistent 2. Bundesliga:
Florian Exner, Max Burda, Lukas Benen, Patrick Kessel, Robin Braun, Patrick Schwengers, Jochen Gschwendtner

Neu in der 3. Liga:
Florian Exner, Max Burda, Lukas Benen, Patrick Kessel, Robin Braun, Patrick Schwengers

Assistent 3. Liga:
Pascal Wien, Jonas Brombacher, Daniel Fleddermann

Absteiger aus der 3. Liga:
Markus Wollenweber, Tim Skorczyk, Henry Müller, Dr. Hendrik Bramlage, Bastian Börner

Das zum Beispiel im Blog „BuliSchiri-Blogspot“ hartnäckig gehaltene Gerücht, Robert Kempter würde sich auch als Bundesliga-Assistent spezialisieren, kann „IG-Schiedsrichter“ mit 100%iger Sicherheit nicht bestätigen. In der nächsten Saison ist er als Schiedsrichter der 2. Bundesliga gemeldet.

Erwartbarer Abstieg

Erwartbar war der Abstieg von Markus Wollenweber. Nach drei Spielen mit eklatanten Fehlentscheidungen war es bei ihm schon fast ein Qualitätsmangel. Sein Pech war, er hatte in der Liga einen katastrophalen Start, als er bei seinem ersten Spiel bei der Erfurter 0:1-Niederlage gegen Paderborn spielentscheidend daneben lag. Das zog sich wie ein roter Faden durch und endete schließlich mit der Partie Zwickau – Kaiserslautern, wo er in der Nachspielzeit ein vermeintliches Handspiel von Jan Löhmannsröben pfiff und der FSV diesen Strafstoß zum Siegtreffer verwandelte. Seitdem bekam der „Cornflakes-Schiri der lieber Kreisliga pfeifen solle“ in der Öffentlichkeit keinen Fuß mehr auf den Boden, sodass Markus Wollenweber seine Drittliga-Karriere mit 9 Spielen im verflixten zweiten Jahr beenden musste. Man braucht als Schiedsrichter eben auch immer ein bisschen Glück und die richtigen Spiele zur richtigen Zeit. Es sollte wohl für Markus Wollenweber nicht sein. Er wird sicher aus dem Intermezzo 3. Liga seine Lehren daraus ziehen. Sicherlich hatte er auch schöne Spiele die er genießen konnte.

Leider hat es bei Absteigern aus der 3. Liga auch einige wenig verständliche Entscheidungen gegeben. So musste mit Dr. Hendrik Bramlage ein Schiedsrichter absteigen, der erst eine Saison in dieser Liga pfiff. Auch ein Marcel Gasteier stand nach nur einem Jahr fast schon wieder vor dem Aus. Diese Liga ist eben eine reine Durchgangsliga. Heißt: Wenn man Glück hat, pfeift man dort drei Jahre (früher waren es mal sechs). Nach zwei Jahren sieht man ja, wer etwas kann und wer nicht. Topp oder Flopp.

Nehmen wir mal das Beispiel Malte Dietrich. Der Bremer ehemalige DFB-Schiedsrichter hat 6 Jahre bis zur Saison 2014/15 insgesamt 64 Drittligaspiele geleitet. In der Bewertung seiner Leistung für diese Spielklasse trug er vor, dass er „nur gute bis sehr gute Leistungen gebracht hat“, was wohl auch der allgemeinen Ansicht entsprach. Lapidar erklärte der Deutsche Fußball-Bund (DFB), dass „die Leistungen nicht genügend gewesen waren“. Ähnlich war es im vergangenen Jahr bei Felix-Benjamin Schwermer, sowie dieses Jahr bei Bastian Börner und Henry Müller. „Schwermer wurde damals als Aufsteiger Nummer 1 gehandelt und musste letztlich trotzdem aus der dritten Liga absteigen. Hendrik Bramlage bekam beim Fachblatt „kicker“ die Durchschnittsnote 2,94. Trotz der Problematik zu dieser Benotung, ist es schon komisch, dass in so vielen Fällen die Bewertungen so auseinanderfallen und man offensichtlich gute Leute absteigen lässt“, schreibt Axel Heiderhoff.

Die Regionalverbände haben in der 3. Liga jedoch nur eine limitierte Anzahl von Plätzen zur Verfügung. Beispielsweise im Regionalverband Südwest sind es nur zwei. Da müssen teilweise harte Entscheidungen getroffen werden, in der letzten Saison musste Marcel Schütz trotz guter Leistungen mit einem Abstieg leben. Aufgrund des Aufstiegs von Nicolas Winter in diesem Sommer gab es keinen Proporzabsteiger, um mit Patrick Kessel den nächsten Schritt zu ermöglichen. Das heißt: Es musste diesmal keiner aus dem Südwest absteigen um das Winter aufsteigen kann.

Das ist halt ein ganz hartes Business welches nicht immer Spaß macht, auch wenn viele gerne tauschen würden. Wenn man mal in dem Geschäft ist, erkennt man schnell die Nachteile und Tücken.

Share This: