Dieses passive Abseits war zu aktiv

Dieses passive Abseits war zu aktiv

6. Februar 2022 0 Von Reiner Kuhn

Dr. Felix Brych signalisierte eine Abseitsstellung. (Foto: ARD-Sportschau)

Das war eine spannende Szene, die sich da in Köln in der 50. Minute abgespielt hat – zumindest aus Schirisicht. Freiburgs Sallai hatte abgezogen und zum vermeintlichen 1:1 getroffen.

Von: Thorsten Kinhöfer; aus der Printausgabe der BamS)

Im Blickfeld! Freiburgs Schlotterbeck (Nr. 4) irritierte Köln-Torwart Schwäbe (l.) beim Tor von Sallai. Der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. (Foto: ARD-Sportschau)

Doch im Fünfmeterraum stand Teamkollege Nico Schlotterbeck, und das klar im Abseits. Der griff zwar nicht ein, stand Köln-Keeper Schwäbe auch nicht wirklich im Weg. Und doch schaute Dr. Felix Brych (46, München) die Szene am Monitor an – und erkannte das Tor ab.

Ich finde, Brych einschied richtig! Natürlich griff Schlotterbeck nicht aktiv ein und der Torwart war deutlich erkennbar schon auf dem Weg in die falsche Ecke, wäre an den Sallai-Schuss nicht mehr rangekommen. Doch der Freiburger stand in Schwäbes Blickfeld und hat so den Keeper irritiert.

Dazu kommt: Wenn Brych dieses Abseits als passiv deklariert hätte, macht er eine riesen Baustelle auf. Denn dann musst du jede ähnliche Szene auf die Goldwaage legen. So hast du als Schiri eine klare Linie.

Übrigens: Super fand ich, dass Brych sich mit seinem Assistenten vor dem Monitor gestellt hat. Mit Stefan Lupp hat er einen Weltklassemann an der Fahne. Nur logisch, den in die Entscheidungsfindung mit einzubinden.


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