Dreimal forderten die Bayern Elfmeter

Dreimal forderten die Bayern Elfmeter

7. Februar 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Mit Ach und Krach zieht der FC Bayern ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Gegen Hertha musste man bis in die Verlängerung. Am Ende siegten die Bayern nach Verlängerung mit 3:2.

Die erste knifflige Szene der Partie gab es schon nach drei Minuten: Thiago spielte halbrechts in den Strafraum in den Lauf von Leon Goretzka, der im Duell mit Rekik leicht am Fuß getroffen wurde und zu Boden ging. Referee Markus Schmidt entschied auf Schwalbe und verwarnte den Münchener früh. Schmidt hat sofort gepfiffen also erkannte er eine „Schwalbe“. Die Bilder belegten allerdings diese nicht. Es lag ein Kontakt vor, somit war die Verwarnung schon mal nicht berechtigt. Meiner Ansicht nach wollte Goretzka den Strafstoß etwas zu sehr und ging früh runter. Für ihn reichte er nicht, was ich für vertretbar halte. Wem der Kontakt reicht, gibt dort den Elfer für die Bayern. Das ist eine Entscheidung im Graubereich. Der für mich viel größere Fehler ist die Spielfortsetzung mit dem Freistoß Berlin. Hier gibt’s nur zwei Möglichkeiten, entweder weiter oder Elfmeter. Freistoß für Berlin ist definitiv falsch. Früh wurde den Bayern ein möglicher Strafstoß verweigert. Ein Video-Assistent, der ab dem Viertelfinale eingesetzt wird, würde hier sicherlich auch nicht korrigierend eingreifen, soviel ist klar.

In der Folge erzielte Maximilian Mittelstädt das 1:0 für Berlin. Aus dem Freistoß im eigenen Strafraum nach der Goretzka-Entscheidung entstand die Berliner Führung. Mittelstädt tauchte nach Doppelpass mit Kalou am Strafraumrand auf und zog aus zentraler Position ab. Durch die Beine von Hummels, der blocken wollte, landete der Ball an Ulreich vorbei im linken Toreck.

Die Bayern fortan mit Wut im Bauch schlugen sofort zurück! Serge Gnabry konnte für den Rekordsieger ausgleichen. Den Treffer leitete er selbst ein, indem er auf der rechten Seite zu Joshua Kimmich zurücklegte. Der deutsche Nationalspieler flankte in die Mitte zu Robert Lewandowski, der den Ball an die rechte Strafraumkante legte. Dort rauschte Serge Gnabry heran und versenkte das Leder unnachahmlich per Drop-Kick zum 1:1. Rune Jarstein war absolut chancenlos.

Es blieb ein richtiger Pokalfight. Die Spieler kämpften teils am Boden liegend um den Ball. Markus Schmidt ließ das Spiel bisher sehr an der langen Leine und ermöglichte so die vielen Grätschen und intensiven Zweikämpfe jedoch wurden diese zu unterschiedlich bewertet.

In der 38. Minute wollten die Bayern wieder Elfmeter haben, aber in dieser Situation ist die Bewertung eindeutig: Rodríguez schoß Lazaro den Ball aus einem Meter an die Hand. Da hatte der Herthaner noch nicht einmal die Zeit für eine unnatürliche Handbewegung. Rodríguez forderte sofort den Videobeweis. Den gibt es allerdings im Achtelfinale noch nicht. Kurze Zeit später forderte Thiago eine Gelbe Karte für Herthas Grujic. Der Herthaner rempelte den Münchener im Mittelfeld um. Eine Gelbe Karte war das aber nicht. Auch wenn es schon das zweite Foul des Serben gewesen ist.

Mit nur drei Pässen hebelten die Bayern die Hertha-Abwehr aus: Robert Lewandowski spielte rechts heraus zu James Rodríguez, der sofort weiterleitete in den Strafraum. Dort rauschte Serge Gnabry heran und vollendet ganz trocken mit dem rechten Vollspann ins linke Eck.

In der 55. Minute wollten die Bayern wieder einen Elfmeter haben, dieses Mal ist Alaba im Strafraum zu Boden gegangen. Allerdings hat er genauso am Trikot von Stark gezogen wie der Herthaner an seinem. Schiedsrichter Schmidt bestrafte keines der Textilfouls und ließ weiterspielen. Wenn beide das Gleiche machen, ist es richtig weiterlaufen zu lassen.

Ein Riesenfehler von Mats Hummels brachte Hertha zurück ins Spiel. Der Weltmeister servierte der Hertha den Ausgleich auf dem Silbertablett. Valentino Lazaro flankte von der rechten Seite nach innen. Dort stand Mats Hummels und hätte alle Zeit der Welt, den Ball anzunehmen. Stattdessen wollte er per Kopf zu Sven Ulreich zurücklegen. Der Pass geriet aber viel zu kurz. Davie Selke ging dazwischen, umkurvte Sven Ulreich und schob locker zum 2:2 ein. Durch diesen Ausgleich wirkten die Bayern in der Folge verunsichert. Erst leistete sich Coman einen haarsträubenden Fehlpass im Mittelfeld, dann passte auch der bisher beste Münchener Gnabry den Ball irgendwo ins Nirgendwo. Hummels Blackout hat die Münchener anscheinend durcheinander gebracht. Der Innenverteidiger ärgerte sich selbst am meisten und schüttelte immer wieder den Kopf.

In der 90 plus zweiten Minute spielte Hummels den Ball bei einem Passversuch im eigenen Strafraum vor Duda weg, der danach noch am Fuß getroffen wurde. Da Hummels deutlich zuvor den Ball spielte, lief das Spiel richtigerweise weiter.

Fazit: Kein leichtes Spiel für Markus Schmidt, lag sicher daneben bei der Gelben Karte für Goretzka, auch der Elfmeter für die Bayern wäre kein Fehler gewesen. Hätte in Hälfte eins die eine oder andere Karte mehr geben können, bewertete die Zweikämpfe nicht immer gleich. Trotz diesem nicht gegebenen Elfmeter steckten die Bayern die strittige Situation und führten sogar und da muss man am Ende nicht die Schuld beim Schiedsrichter suchen, weil er den Elfmeter nicht gegeben hat den man gerne gehabt hätte, sondern bei sich selbst.

Share This: