Hannover gegen Mainz: DFB räumt Fehler ein

Hannover gegen Mainz: DFB räumt Fehler ein

12. Dezember 2018 0 Von IG Schiedsrichter

Jochen Drees nahm Stellung zu den strittigen Szenen des vergangenen Spieltags mit Video-Assistenten-Schiedsrichter-Beteiligung und führt aus, welche davon gut gelöst wurden und welche nicht.

Drees‘ Erklärungen machen deutlich, dass man ohne Kenntnis, was der Unparteiische (nicht) wahrgenommen hat, wie der Entscheidungsprozess im Schiedsrichterteam abgelaufen ist und was mit dem Video-Assistenten kommuniziert wurde, einen VAR-(Nicht-)Eingriff bisweilen kaum beurteilen kann.
 
Beispiel Mainz – Hannover: Hätte Robert Hartmann den Zweikampf zwischen Ostrzolek und Mateta selbst ausreichend wahrgenommen (und nicht nur den Assistent), dann wären dem Videoassistenten die Hände gebunden gewesen. Hat er aber nicht, daher wäre ein Eingriff richtig gewesen.
 
Beispiel Hertha – Frankfurt: Hier war es umgekehrt. Laut Drees hatte der Referee das Halten von Grujić gegen Jović wahrgenommen, aber als nicht elfmeterwürdig eingeschätzt. Deshalb griff die Video-Assistentin nicht ein.
 
(Wobei man sicherlich in beiden Fällen leidenschaftlich darüber streiten kann, ob die auf dem Feld getroffenen Entscheidungen nicht doch so klar und offensichtlich falsch waren, dass ein VAR-Eingriff in jedem Fall sinnvoll gewesen wäre. Eine Frage der Eingriffsschwelle.)
 
Die Problematik besteht darin, dass Vergehen miteinander verglichen werden, die im Prozess Video-Assistent ganz unterschiedlich anzusehen sind“ , sagt Drees. Es komme eben entscheidend darauf an, ob der Referee eine eigene Wahrnehmung hatte oder nicht.
 
Damit ist auch klar: Bei (teilweise) fehlender Wahrnehmung ist die Eingriffsschwelle der VAR sehr viel niedriger und eine Intervention bereits dann geboten, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der Referee bei voller Wahrnehmung anders entschieden hätte.
 
So entsteht dann gelegentlich der Eindruck, dass die Linie bei den Eingriffen fehlt. Ist vielleicht gar nicht so, sondern vor allem davon abhängig, wie viel der Schiedsrichter wahrgenommen hat.

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