Kinhöfer: „Diese Regel macht den Fußball kaputt“

Kinhöfer: „Diese Regel macht den Fußball kaputt“

28. April 2019 0 Von IG Schiedsrichter
Schiedsrichter Felix Zwayer (l.) entschied nach einem Handspiel von Weigl auf Elfmeter für Schalke. Dortmunder Spieler wie Axel Witsel protestierten.
© imago images / Moritz Müller

Halleluja, was für ein Derby! BVB gegen Schalke – das war irre! Auch aus Schiedsrichtersicht.

„Größter Skandal im Fußball“

Lucien Favre: „Das habe ich noch nie erlebt. Es ist sehr schwer, sehr schwer zu verdauen. Vorallem die Art und Weise. Ich würde schon noch einmal über diese Regel sprechen. Das ist so lächerlich! Das ist der größte Skandal im Fußball seit Jahren!“

Was meint er?

17. Minute: Embolo zog aus der Drehung ab. Weigel bekam den Ball aus kürzester Distanz an die linke Hand Schiri Zwayer ließ weiterlaufen, bekam erst Sekunden später ein Signal aus dem Kölner Keller von Video-Schiri Guido Winkmann. Der Unparteiische ging in die Review Area, sah sich die Szene selbst an und zeigte auf den Punkt! Caligiuri eiskalt, glich die Götze-Führung (14.) aus – 1:1. Interessant: Es hat kaum Proteste der Schalker gegeben.

Zwayer bei Sky: „Es ist ein Elfmeter, weil der Arm auf Schulterhöhe abgespreizt ist und so die Körperfläche vergrößert. Die Auslegung ist eindeutig, ein strafbares Handspiel.“

Kolumne von Thorsten Kinhöfer

Erst einmal Hut ab vor Felix Zwayer, dass er den Mut hatte, in Dortmund zwei Rote Karte zu pfeifen. Beide waren absolut berechtigt: Reus und Wolf gehen beide von hinten brutal in die Beine des Gegenspielers – da gibt es für den Schiedsrichter keinen Ermessensspielraum. Das waren beides grobe Foulspiele.

Ganz bitter hingegen finde ich den Handelfmeter für Schalke, der zum zwischenzeitlichen 1:1 führte.

Für mich macht so eine Regelauslegung den Fußball kaputt. Schauen wir kurz in den Regeltext. Für ein strafwürdiges Handspiel ist entscheidend:

1. Die Hand muss eine Bewegung zum Ball machen: War hier nicht der Fall.
2. Die Entfernung zwischen Gegner und Ball: Die war hier so gering, dass der Abwehrspieler nicht machen konnte.
3. Die Position der Hand: Natürlich war Weigls Arm nicht angelegt, da er zum Ball gehen wollte. Er will den Ball nicht blocken. Und Fußball ist eine Bewegungssportart. Niemand läuft mit angelegten Armen.

Für mich macht diese Regelauslegung – da stimme ich den schimpfenden Lucien Favre zu – den Fußball kaputt! Die Regelhüter des IFABs müssen da dringend was ändern!

Unterdessen stellen wir Schiri und Videobeweis ein gutes Zeugnis aus. Der Schiri hat nach der Regelauslegung entschieden, der Videobeweis wurde daher korrekt angewandt und auch von der Zeit wurde dies schnell abgehandelt.

Für uns hat das Schiedsrichtergespann ausgezeichnet harmoniert, eine falsche Entscheidung haben wir nicht gesehen. Seine Karten und Laufleistung waren auch vom Feinsten, wobei er unsportliche und grobe Foulspiele erkannt hat. Was uns aufgefallen ist war es eine gute und authentische Kommunikation mit den Spielern. Dort konnte man erkennen, dass er dort anerkannt wurde. Schade, dass man bei dem Videobeweis die 81.000 Zuschauer so im Regen stehen lässt obwohl die Sonne am Himmel geschienen hat. Hier bedarf es einer anderen Regelung- Mehr Transparanz bitte DFB!

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