Köln sauer über Unklarheiten in der Handspielregel

Köln sauer über Unklarheiten in der Handspielregel

10. Mai 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Kölns Thielemann schoss in der Nachspielzeit gegen Freiburg (1:4) das vermeintliche, das wegen Hectors Ablage, als Handspiel ausgelegt wurde, keine Anerkennung fand. [TV-Bilder – ab 02:06:23 Minute]

Von: Felix Stark

Jonas Hector nahm einen Ball an, den Jan Thielmann dann zum vermeintlichen 2:2 ins Tor schoss. Schiedsrichter Marco Fritz entschied auf Handspiel bei der Ballannahme. VAR Sören Storks bestätigte die knappe Entscheidung.
Zunächst muss man wissen, dass die „T-Shirt Linie“ genauso wenig Bestandteil des Regelwerks ist, wie „letzter Mann“ oder „Notbremse“. Das sind Orientierungshilfen für Zuschauer, die auch mal unzutreffend sein können.
Dann ist es so, dass es in den verschiedenen Bildern so aussieht, als würde Hector der Ball dann zumindest über den Oberarm rollen. Bei uneindeutigen Bildern hat VAR Sören Storks schlicht und einfach keine andere Wahl, als die Entscheidung zu unterstützen.

Wenn Zweifel bestehen, bleibt die Entscheidung bestehen 

Anhand der Bilder kann man nicht ausschließen, dass Jonas Hector den Ball auch auf Höhe der Kapitänsbinde berührt – und damit dann unmittelbar vor der Torerzielung strafbar. Somit ist hier ein Review nicht sinnvoll, wenn der Video-Assistent keine Bilder hat, die (klar) etwas anderes zeigen, als der Schiedsrichter ohnehin wahrgenommen hat.

„In den bewegten Bildern kann man aber schon den Eindruck gewinnen, als ob die Ballberührung sehr weit oben war. Insofern könnte es schon eher kein Handspiel laut Grafik sein. Es stellt sich dann allerdings auch die grundsätzliche Frage, ob es nur einen Kontaktpunkt des Balls gibt (also dort wo der Ball zuerst auftritt) oder die Kontaktfläche relevant ist (also jedes Stück Stoff oder Haut, was mit dem Ball Kontakt hat). Daher ist zu vermuten, dass es da keine klare Antwort gibt, diese Unterscheidung könnte hier aber entscheidend sein. Deshalb ist es wirklich schwer und auch eine Interpretation im Graubereich der Handspielregel, dort komplett sicher zu sein – und im Zweifel muss eben die Entscheidung des Schiedsrichters bestehen bleiben.„, schreibt Philipp S. in einem Blog.

Der Regeltext

Über allen weiteren Punkten, steht der Satz nachfolgende erste Satz im Regelwerk:

„Ein Handspielvergehen kann nur vorliegen, wenn der Ball mit dem gemäß Grafik roten Bereich des Arms berührt wird.“

Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler:

  • ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand/dem Arm berührt (einschließlich Bewegungen der Hand/des Arms zum Ball);
  • ein Spieler direkt mit der Hand/dem Arm (ob absichtlich oder nicht) ins gegnerische Tor trifft (gilt auch für Torhüter;
  • ein Spieler oder Mitspieler den Ball mit der Hand/den Arm berührt (ob absichtlich oder nicht nicht) und unmittelbar danach:
  • ins gegnerische Tor trifft;
  • zu einer Torchance kommt.

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