Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 9. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 9. Spieltag | 2. Liga

7. Oktober 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Mit den Platzverweisen in Dresden und Stuttgart +++ dem 0:1 für St. Pauli +++ dem Handelfmeter für Aue und einem möglichen Handspiel in Heidenheim. Am 9. Spieltag der 2. Bundesliga schauten wir uns fünf Situationen nochmal genauer an.

FC Nürnberg 1:1 FC St. Pauli (SR: Lasse Koslowski)

Kein Abseits.

0:1 für St. Pauli: Ein Tor mit bitterem Beigeschmack. Ohlsson wurde auf der rechten Außenbahn bis zur Grundlinie geschickt. Dabei ging jedoch die Fahne von Assistent Henry Müller nach oben, obwohl der Kiezkicker nicht im Abseits stand. Ohlsson flankte nach innen, wo das Leder abgefälscht bei Gyökeres am Elfmeterpunkt landete. Während die Hausherren aufhören Fußball zu spielten, feuerte der Stürmer das Spielgerät mit den linken Schlappen ins linke Tor. Anschließend gab es verständlicherweise lautstarke Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Glücklicherweise hatte Koslowski die Partie nicht abgepfiffen, sodass die Bude auf jeden Fall regelkonform war. Der Assistent hätte da besser die Fahne unten lassen sollen, wie es vom DFB auch klar gewünscht ist. Nicht auszudenken, wenn Lasse Koslowski hier vorzeitig unterbrochen hätte. Dann wäre der Angriff unwiederbringlich unterbrochen und Video-Schiedsrichter Robert Kempter wären die Hände gebunden gewesen. Das da kein Abseits vorlag hat Koslowski aus seiner guten Position wahrscheinlich schon selbst gesehen und hat daher erstmal nicht abgepfiffen (TV-Bilder ab 0:45 Minute).

FC Heidenheim 2:3 VfL Bochum (SR: Michael Bacher)

Mögliches Handspiel

Handelfmeter? In der 75. Minute verhinderte Riemann ein Schmidt-Tor mit einer Fußabwehr, vom Schuhwerk des Schlussmanns prallte der Ball an den Arm von Gamboa. Video-Assistent Christian Dietz schalten sich ein und entschieden sich gegen einen Strafstoß (TV-Bilder ab 2:46 Minute).

Das ist auf keinen Fall ein strafbares Handspiel. Kurze Reaktionszeit, keine Absicht, zieht den Arm zurück. Weiterspielen die richtige Entscheidung des Schiedsrichters.

SG Dynamo Dresden 0:2 Hannover 96 (SR: Christian Dingert)

Rote Karte für Dynamos Kreuzer: Was für eine selten dämliche Aktion von Dynamos Mittelfeldmann Niklas Kreuzer, nachdem er Miiko Albornoz einen Kopfstoß verpasste hatte, flog er mit Rot vom Platz. Kreuzer revanchierte sich für einen Schubser von Hannovers Albornoz der ebenfalls mit Gelb/Rot runter musste. Beide Aktionen wurden komplett richtig vom Unparteiischengespann richtig gelöst. Vor den Augen des Vierten Offiziellen sich zu einer Rummelschubserei verleiten zu lassen grenzt schon an Dummheit. Weil der Hannoveraner diesen Kopfstoß provozierte, flog der bereits verwarnte ebenfalls. Zack-Zack und weg Hier muss deutlich zwischen der Tätlichkeit des Kopfstoßes (Rot) und einem Schubsen (Gelb/Rot) unterschieden werden (TV-Bilder ab 1:58 Minute).

Update: Vom Sportgericht wurde der Stürmer wegen Tätlichkeit gegen den Gegner nach vorangeganger Provokation drei Meisterschaftsspiele gesperrt. Das Urteil ist rechtskräftig.

SV Sandhausen 2:2 FC Erzgebirge Aue (SR: Christof Günsch)

Doppeltes Handspiel

In der 76. Minute Videobeweis in Sandhausen: Geprüft wurde ein Handspiel, aber von wem? Im Strafraum stand Zulechner mit dem Rücken zum Tor und war im direkten Zweikampf mit Linsmayer, der dabei den Ball unglücklich an die Hand bekam. Nach Betrachtung der Bilder entschied Günsch relativ schnell auf Strafstoß für Aue. Das war gar nicht so leicht zu erkennen. Der Auer Zulechner spielte auch den Ball mit der Hand, jedoch erst nachdem der direkt hinter ihm stehende Sandhäuser ihm den Ball mit der Hand an Zulechners Arm spielte. Für solche Fälle zeigt sich, wie wichtig doch der Videobeweis ist. Video-Assistent Benedikt Kempkes rettete den Veilchen den Auswärtspunkt (TV-Bilder ab 2:36 Minute).

VfB Stuttgart 1:2 SV Wehen Wiesbaden (SR: Johann Pfeifer)

Glatt Rot für Daniel Kyereh! Der erst eingewechselte Wehener kam im Mittelfeld klar zu spät, hat keine Chance auf den Ball und traf Stenzel mit gestreckten Bein und offener Sohle am Knöchel. Auch wenn er da noch leicht wegrutschte ist der Treffer gesundheitsgefährend für den Stuttgarter. Auch wenn er da wegrutschte trifft er ihn voll. Da spricht DFB von einem groben Foul und von Pflicht-Rot. Die absolut korrekte Entscheidung vom Schiedsrichter! (TV-Bilder ab 2:25 Minute)

Update: Nach dem Foul an Stenzel sperrte das Sportgericht den Wehener zwei Meisterschaftsspiele. Das Urteil ist rechtskräftig.

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