Du betrachtest gerade Deutschland und Japan pfeifen über Grenzen hinweg
Kommen auch in der 3. Liga zum Einsatz: die japanischen FIFA-Referees Ryo Tanimoto (l.) und Koji Takasaki (Foto: Max Brand/DFB)

Deutschland und Japan pfeifen über Grenzen hinweg

Deutschland und Japan intensivieren ihren Austausch im Schiedsrichterwesen. Während zwei japanische FIFA-Referees derzeit in Deutschland Bundesliga-Luft schnuppern und Spiele im deutschen Amateur- und Profifußball leiten, reisen mit Florian Exner und Harm Osmers gleichzeitig zwei deutsche Unparteiische nach Japan. Der gegenseitige Blick über den Tellerrand ist inzwischen fester Bestandteil der Partnerschaft zwischen JFA und DFB Schiri GmbH.

Der internationale Austausch zwischen dem Japanischen Fußball-Verband (JFA) und der DFB Schiri GmbH geht in die nächste Runde. Zwei japanische FIFA-Schiedsrichter sind derzeit in Deutschland zu Gast und erhalten dabei die Möglichkeit, den deutschen Fußball und das Schiedsrichterwesen aus nächster Nähe kennenzulernen.

Ryo Tanimoto (39) und Koji Takasaki (33) zählen zu den Toptalenten des japanischen Schiedsrichterwesens. Gemeinsam mit ihrem Trainer Ryuji Sato sind sie am Wochenende in Deutschland angekommen. Erste Station war das Allgäu, wo das japanische Trio am Sommer-Trainingslager der Bundesliga-Schiedsrichter teilnahm.

Anschließend ging es nach Frankfurt. Auf dem DFB-Campus absolvieren Tanimoto und Takasaki weitere Trainingseinheiten und bereiten sich gleichzeitig auf ihre ersten Einsätze in Deutschland vor. Beide FIFA-Referees werden zunächst jeweils zwei Begegnungen in der Regionalliga Nord sowie eine Partie in der Regionalliga Bayern leiten. Anschließend folgen für beide jeweils Einsätze am dritten und vierten Spieltag der 3. Liga.

Austausch funktioniert inzwischen in beide Richtungen

Die Partnerschaft zwischen JFA und DFB Schiri GmbH besteht seit fast drei Jahren. Ins Leben gerufen wurde sie auf Initiative des japanischen Verbandes. Im Mittelpunkt steht der gegenseitige Austausch: Schiedsrichter sollen Erfahrungen in einem anderen Fußballsystem sammeln, voneinander lernen und gleichzeitig internationale Perspektiven gewinnen.

Wie intensiv dieser Austausch mittlerweile geworden ist, zeigt auch die Entwicklung der vergangenen Jahre. In der vergangenen Saison waren die japanischen FIFA-Schiedsrichter Koki Nagamine und Yusuke Ohashi insgesamt bei acht Begegnungen in der Regionalliga Bayern und 3. Liga im Einsatz.

Doch der Austausch ist längst keine Einbahnstraße mehr. Auch deutsche Spitzen-Schiedsrichter reisen regelmäßig nach Japan. Nachdem Sascha Stegemann 2024 sowie Florian Badstübner und Martin Petersen im vergangenen Jahr nach Ostasien entsandt wurden, folgen in diesem Jahr Dr. Florian Exner und Harm Osmers.

Beide haben sich am Montag auf den Weg nach Japan gemacht und werden in den kommenden drei Wochen Spiele in der J-League leiten.

Begleitet werden die deutschen Schiedsrichter während eines Teils ihres Aufenthalts von Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH.

„Wir freuen uns auf den erneuten Austausch mit den japanischen Schiedsrichtern“, erklärt Kircher. Gleichzeitig betont er die besondere Chance für Osmers und Exner: „Ebenso freue ich mich für Harm Osmers und Florian Exner, dass sie im Zusammenhang mit einem aktiven Austausch die Möglichkeit haben, auch in eine andere Kultur einzutauchen.“

Mehr als nur ein Gastspiel

Der Austausch zwischen Deutschland und Japan zeigt damit, dass internationale Zusammenarbeit im Schiedsrichterwesen weit mehr sein kann als ein gemeinsames Trainingslager. Die Referees erleben unterschiedliche Fußballkulturen, Spielweisen und Rahmenbedingungen – und können diese Erfahrungen anschließend in ihre jeweilige Heimat zurücktragen.

Während Tanimoto und Takasaki nun erste Erfahrungen im deutschen Spielbetrieb sammeln, warten auf Exner und Osmers in Japan neue Eindrücke und Herausforderungen. Zwei Länder, zwei Fußballkulturen – und ein gemeinsames Ziel: voneinander lernen und besser werden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.