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Hessen: Immer dieselben Namen bei den Topspielen – wo bleibt die Transparenz?

Wer die großen Spiele bekommt, entscheidet nicht nur über den Einsatz eines Schiedsrichters. Es geht auch um Vertrauen in die Ansetzungspraxis. Gerade bei Derbys und Spitzenspielen erwarten Vereine, Spieler und Zuschauer nachvollziehbare und faire Kriterien. Wenn bei besonders brisanten Begegnungen über längere Zeit immer wieder dieselben Namen auftauchen, darf deshalb die Frage gestellt werden: Ist das tatsächlich allein eine Frage der Leistung – oder gibt es weitere Gründe? Im hessischen Amateurfußball sorgt genau diese Frage erneut für Diskussionen.

Bereits der viel diskutierte Beitrag der IG Schiedsrichter vor rund zwei Jahren warf die Frage auf, nach welchen Kriterien besonders brisante Derbys und Spitzenspiele im hessischen Amateurfußball angesetzt werden. Damals wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass Steffen Rabe über einen längeren Zeitraum hinweg zahlreiche prestigeträchtige Begegnungen leitete – darunter auch das Hessenpokalspiel zwischen Kickers Offenbach und dem SV Wehen Wiesbaden.

Die Diskussion darüber ist bis heute nicht verstummt. Nun drängt sich erneut eine ähnliche Frage auf.

Nachdem Steffen Rabe bereits in der vergangenen Saison unter anderem das Derby zwischen dem SC Waldgirmes und dem TuS Naunheim im Raum Gießen/Marburg geleitet hatte, wurde er nun auch für das traditionsreiche Gruppenliga-Derby zwischen dem FSV Braunfels und dem FC Burgsolms angesetzt – eine Begegnung, auf die viele Fußballfreunde der Region seit Jahren warten.

Und auch bei weiteren hochbrisanten Derbys und Spitzenspielen im Raum Gießen/Marburg taucht der Name Rabe immer wieder auf. Das wirft zwangsläufig die Frage auf: Nach welchen Kriterien werden diese Spiele vergeben?

Selbstverständlich steht außer Frage, dass erfahrene Schiedsrichter wie Rabe wichtige und emotional anspruchsvolle Spiele leiten können und sollen. Doch ebenso legitim ist die Frage, warum gerade bei besonders attraktiven Begegnungen immer wieder derselbe Name auftaucht.

Gibt es im hessischen Schiedsrichterwesen keine leistungsstarken Nachwuchsschiedsrichter, denen solche Aufgaben zugetraut werden? Oder erhalten junge Talente schlicht zu selten die Möglichkeit, sich auf diesem Niveau zu beweisen?

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die persönliche Verbindung zwischen dem zuständigen Ansetzer für die Gruppenliga Gießen/Marburg, Daniel Velten, und Steffen Rabe. Nach den vorliegenden Informationen verbindet beide eine langjährige Freundschaft; unter anderem sollen sie auch gemeinsam Urlaubsreisen unternommen haben.

Allein eine persönliche Beziehung bedeutet selbstverständlich nicht, dass Ansetzungen nicht objektiv erfolgen. Gerade deshalb wäre es jedoch wichtig, dass der Hessische Fußball-Verband nachvollziehbar darlegt, welche Kriterien bei solchen Ansetzungen gelten und wie mögliche Interessenkonflikte ausgeschlossen werden.

Denn Transparenz schafft Vertrauen – und verhindert Spekulationen.

Warum häufen sich bestimmte Ansetzungen mit Beteiligung von Steffen Rabe? Welche objektiven Kriterien sind für die Vergabe von Topspielen ausschlaggebend? Wie werden die Leistungen der Schiedsrichter bewertet? Und wie wird sichergestellt, dass möglichst viele geeignete Referees die Möglichkeit erhalten, Erfahrungen bei besonders anspruchsvollen Spielen zu sammeln?

Auch die Rolle der Verbandsspitze stellt sich damit zwangsläufig. Der Verbandsschiedsrichterobmann Holz trägt Verantwortung dafür, dass die Ansetzungspraxis nach außen als fair, ausgewogen und leistungsorientiert wahrgenommen wird. Wenn über einen längeren Zeitraum wiederholt Fragen zu bestimmten Ansetzungen aufkommen, sollte dies Anlass sein, die entsprechenden Verfahren offen zu erläutern.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einem erfahrenen Schiedsrichter Einsätze bei Topspielen abzusprechen. Es geht um die Frage, ob die Auswahl tatsächlich ausschließlich nach transparenten und nachvollziehbaren Leistungskriterien erfolgt – und ob persönliche Beziehungen bei der Ansetzung ausgeschlossen oder zumindest angemessen berücksichtigt werden.

Niemandem ist geholfen, wenn mangelnde Transparenz immer neue Spekulationen entstehen lässt. Das Ziel sollte vielmehr sein, dass jede Ansetzung nachvollziehbar ist und sowohl erfahrene Referees als auch aufstrebende Schiedsrichter eine realistische Chance erhalten, sich für die größten Spiele zu empfehlen.

Nur so lässt sich der Eindruck vermeiden, dass die attraktivsten Begegnungen dauerhaft einem kleinen Kreis vorbehalten sind.

Der Hessische Fußball-Verband sollte deshalb erklären, nach welchen Kriterien seine Topspiele angesetzt werden.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Abdullah

    Vielleicht ist Rabe einfach Nummer sicher

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