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Rot statt Gelb: Timo Gerach bemerkt seinen Irrtum und korrigiert die versehentlich gezogene Rote Karte.

Erst Schlager, jetzt Gerach: Wenn Bundesliga-Schiedsrichter zur falschen Karte greifen

Schon wieder eine kuriose Szene in der Bundesliga: Nachdem sich erst Daniel Schlager in der vergangenen Woche bei der Kartenwahl vergriffen hatte, erwischte es nun auch Timo Gerach. Statt Gelb hielt der Unparteiische plötzlich Rot in der Hand. Die anschließende Reaktion wirft eine interessante Frage auf: Wie viel Menschlichkeit und wie viel Souveränität erwarten wir von Bundesliga-Schiedsrichtern?

Gerach erschrickt über seine eigene Rote Karte

Es war eine dieser Szenen, bei denen man zweimal hinschauen musste. Bundesliga-Schiedsrichter Timo Gerach wollte eine Verwarnung aussprechen, zog jedoch versehentlich die Rote Karte aus seiner Tasche.

Als er seinen Irrtum bemerkte, reagierte er sichtlich überrascht. Schnell korrigierte er das Missgeschick, entschuldigte sich und zeigte anschließend die eigentlich vorgesehene Gelbe Karte.

Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Verwechslung aussieht, sorgt dennoch für Gesprächsstoff. Schließlich war es nicht die erste derartige Szene innerhalb weniger Tage.

Erst Daniel Schlager, jetzt Timo Gerach

Bereits in der vergangenen Woche hatte Daniel Schlager mit einem ähnlichen Missgeschick für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun folgt mit Gerach der nächste Bundesliga-Schiedsrichter.

Natürlich kann man argumentieren, dass auch Unparteiische nur Menschen sind. Niemand ist davor gefeit, versehentlich in die falsche Tasche zu greifen oder die falsche Karte herauszuziehen.

Doch zwei solche Szenen innerhalb kurzer Zeit sind zumindest bemerkenswert. Gerade im Profifußball, wo die Schiedsrichter bestens ausgebildet sind und ihre Ausrüstung sowie die entsprechenden Handgriffe zur täglichen Routine gehören, sollten solche Verwechslungen eigentlich die absolute Ausnahme bleiben.

Menschlichkeit oder unnötige Selbstdarstellung?

Interessant war vor allem Gerachs Reaktion. Der Schiedsrichter wirkte selbst erschrocken, als er die Rote Karte in seiner Hand bemerkte. Anschließend folgten die schnelle Korrektur und eine entschuldigende Geste.

War das einfach eine spontane menschliche Reaktion? Oder wird inzwischen auch bei Schiedsrichtern jede noch so kleine Panne zu einem Moment, in dem die eigene Menschlichkeit besonders deutlich gezeigt wird?

Diese Frage darf man durchaus stellen, ohne den Beteiligten gleich eine bewusste Inszenierung zu unterstellen. Ob Gerachs Reaktion tatsächlich spontan oder vielleicht etwas übertrieben war, lässt sich anhand der Fernsehbilder nicht zweifelsfrei beurteilen.

Eines steht allerdings fest: Die Bilder bleiben hängen. Und damit stehen plötzlich wieder die Schiedsrichter im Mittelpunkt – diesmal nicht wegen einer strittigen Entscheidung, sondern wegen eines vermeidbaren Missgeschicks.

Was wäre eigentlich im Amateurfußball los?

Man stelle sich dieselbe Szene auf einem Kreisligaplatz vor. Ein Schiedsrichter zieht versehentlich Rot, erschrickt, entschuldigt sich und zeigt anschließend Gelb.

Wahrscheinlich wäre ihm der Spott von Spielern, Trainern und Zuschauern zunächst sicher. Möglicherweise müsste er sich noch wochenlang entsprechende Sprüche anhören.

Gerade deshalb sollte man bei der Bewertung solcher Szenen nicht mit zweierlei Maß messen. Was man einem Bundesliga-Schiedsrichter als sympathische menschliche Panne zugesteht, muss auch für den Kollegen an der Basis gelten.

Denn auch dort passieren Fehler. Und auch dort verdienen Schiedsrichter Verständnis, wenn sie einen Irrtum sofort erkennen und korrigieren.

Kommentar der IG Schiedsrichter: Souveränität zeigt sich auch bei kleinen Fehlern

Dass Timo Gerach seinen Fehler umgehend korrigierte, war selbstverständlich richtig. Aus einer versehentlich gezogenen Roten Karte muss keine Rote Karte werden, nur weil sie bereits sichtbar war.

Trotzdem darf man von Bundesliga-Schiedsrichtern erwarten, dass die grundlegenden Abläufe möglichst sicher funktionieren. Die Karten gehören zur elementaren Ausrüstung eines Unparteiischen. Wer Woche für Woche auf höchstem Niveau Spiele leitet, sollte diese Handgriffe beherrschen.

Viel entscheidender ist aber der Umgang mit solchen Situationen. Ein kurzer Blick, eine sachliche Korrektur und eine knappe Entschuldigung reichen vollkommen aus.

Schiedsrichter müssen nicht unfehlbar sein. Sie müssen auch keine emotionslosen Maschinen darstellen. Aber sie sollten sich bewusst sein, dass jede ihrer Gesten eine Wirkung entfaltet.

Erst Schlager, jetzt Gerach – hoffentlich bleibt es bei zwei kuriosen Einzelfällen.

Denn eigentlich wünschen wir uns doch alle, dass die Bundesliga-Schiedsrichter durch gute Entscheidungen und überzeugende Spielleitungen auffallen – und nicht dadurch, dass sie versehentlich die falsche Karte aus der Tasche ziehen.

Vielleicht hilft vor dem nächsten Platzverweis ein kurzer Blick auf die Karte. Das würde zumindest die nächste unfreiwillige Hauptrolle in einem kuriosen Bundesliga-Video verhindern.

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