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FIFA-Präsident Infantino will die UEFA verklagen

Der in großer Bedrängnis befindliche FIFA-Präsident Gianni Infantino tritt nun die Flucht nach vorn an. Der Weltverband verklagt den europäischen Verband, wirft diesem vor, eine gezielte Verleumdungskampagne gegen die FIFA und deren Führungspersonen zu betreiben.

Gianni Infantino, als Auslöser des Konflikts, ist sich nach wie vor keiner Schuld bewusst. Nach seiner Auffassung sei alles, auch bei der WM 2026, völlig korrekt abgelaufen. Dabei wollte der Schweizer beweisbar Anteile mit einem Milliarden-Deal an zahlungskräftige Investoren verscherbeln. Dagegen hat sich die UEFA durch ihren Präsidenten Aleksandr Ceferin mit aller Macht gewandt.

Unterstützung gab es von den Kontinentalverbänden CONCACAF (Nord-Mittelamerika, Karibik) und AFC (Asien). Gemeinsam betreiben alle den Sturz Infantinos, hätten zusammen eine komfortable Mehrheit. Unter dem erheblichen Druck der Verbände musste Infantino sein Vorhaben zurückziehen. Bedenken äußern mittlerweile auch Stimmen aus Südamerika (CONMEBOL) und einige afrikanische Mitgliedsländer des CAF.

Der Stuhl des Schweizers für eine Wiederwahl im März 2027 wackelt bedenklich. Das Vertrauen ist restlos zerstört. An einen Rücktritt verschwendet Infantino bisher keinen Gedanken. Nach seiner Meinung wurde in keinem Fall gegen geltendes Recht verstoßen. Alles sei ordnungsgemäß abgelaufen. Im Stil eines Despoten degradiert er die Kontinentalverbände durch sein eigenmächtiges Handeln zu Statisten, erwartet dennoch ihre vorbehaltlose Unterstützung.

Eine Klagewelle droht. UEFA gegen FIFA und umgekehrt. Bisher ist es von beiden Seiten bei Anzeigen geblieben. Bleibt abzuwarten ob und wann es zu einem oder auch mehreren Verfahren kommt. 2027 sind Neuwahlen bei der FIFA und der UEFA. Nach derzeitigem Stand dürfte es für Infantino kaum möglich sein, das Präsidentenamt zu behalten. Aber bis zur Wahl im März kommenden Jahres ist noch vieles möglich.

Bisher wurde kein Gegenkandidat benannt. Die Anmeldefrist zur Nominierung eines Bewerbers läuft noch bis zum 18. November 2026. Ceferin hat von vornherein eine Kandidatur ausgeschlossen, erwägt aus persönlichen Gründen auch seinen Rückzug aus der UEFA, wie es der 58-Jährige bereits nach seiner letzten Wahl im Jahr 2023 angekündigt hat. Das letzte Wort dürfte aber noch nicht gesprochen sein. Eine große Zahl der europäischen Mitgliedsverbände hat den sehr beliebten Slowenier zum Weitermachen aufgefordert.

Dieter Albrecht

42 Jahre freier Mitarbeiter beim Stader Tageblatt und Sport-Informations-Dienst, Köln, als Journalist. 20 Jahre aktiv als Schiedsrichter bis zur 5. Liga.

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