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43. Minute: Weinkauf trifft statt des Balles Fukuda – Elfmeter oder Stürmerfoul?

Kein Elfmeter – wirklich?

War das wirklich kein Elfmeter? Die Szene zwischen Hannovers Torwart Weinkauf und KSCs Fukuda in der 43. Minute sorgt für Diskussionsstoff. Tom Bauer entschied auf Stürmerfoul, der VAR bestätigte die Entscheidung. Doch ein Strafstoß wäre durchaus vertretbar gewesen – und genau hier wird die neue, deutlich zurückhaltendere VAR-Linie interessant.

War das wirklich kein Elfmeter?

43. Minute, eine Szene, über die man diskutieren darf. Hartel spielt einen unsauberen Rückpass auf Weinkauf. Der Torwart legt sich den Ball zur Seite, geht mit vollem Tempo hin – und trifft statt des Balles Fukuda, der hinter ihm zu Fall kommt.

Tom Bauer sagt: kein Elfmeter. Stürmerfoul. Der VAR prüft, nimmt Kontakt zum Schiedsrichter auf und gleicht zunächst dessen Wahrnehmung ab. Bauer dürfte die Szene als regelwidrigen Einsatz des Angreifers bewertet haben. Und genau hier wird es interessant: War das wirklich kein Elfmeter?

Denn auf den Bildern ist durchaus zu erkennen, dass Fukuda zuvor regelwidrig auf Weinkauf einwirkt und dessen Bewegung beeinflusst. Die Wahrnehmung des Schiedsrichters findet sich damit in den Bildern wieder. Für VAR Pascal Müller also kein klarer und offensichtlicher Fehler – kein Eingriff, kein Strafstoß.

Trotzdem: Ein Elfmeter und eine gelbe Karte wären aus unserer Sicht absolut vertretbar und wohl die bessere Entscheidung gewesen. Für mich ist der entscheidende Punkt: Weinkauf geht mit Tempo zum Ball, will diesen spielen und trifft stattdessen Fukuda von hinten am Bein. Das ist grundsätzlich ein klarer Anknüpfungspunkt für einen Strafstoß.

Ein klassisches Torwartfoul ist es vielleicht nicht – aber ganz sicher eine Szene, bei der man zweimal hinschauen muss. Die vorherige Einwirkung Fukudas ist allerdings nicht völlig irrelevant. Wenn Bauer diese als Stürmerfoul wahrnimmt und sie auf den Bildern tatsächlich erkennbar ist, wird die Entscheidung „kein Elfmeter“ nachvollziehbar.

Genau deshalb war der VAR-Eingriff aus meiner Sicht nicht zwingend. Und genau diese Detektiv- und Sezierarbeit soll der Video-Assistent künftig eben nicht mehr leisten.

Die UEFA hat zur Saison 2026/27 ihre VAR-Linie verschärft. Auch DFB-Schiedsrichter-Chef Knut Kircher hat für die Bundesliga angekündigt: Die ersten Bilder zählen. Nur wenn eine Fehlentscheidung auf den ersten Blick klar und offensichtlich erkennbar ist, soll der VAR eingreifen.

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Keine minutenlange Detektivarbeit. Kein Sezieren aus zehn verschiedenen Kamerawinkeln. Kein Mikroskop.

Ermessensspielräume sollen wieder dem Schiedsrichter gehören.

Und deshalb bleibt unter dem Strich: Tom Bauer hätte hier Elfmeter geben können. Angesichts seiner Wahrnehmung und seiner insgesamt großzügigen Linie war die Entscheidung, weiterlaufen zu lassen, aber vertretbar.

Das zeigte sich auch im weiteren Spielverlauf. Bauer ließ selbst kleinere Elfmeterdiskussionen laufen und blieb seiner Linie treu. So auch bei einem späteren Schieben mit der Hand im Strafraum. In der 47. Minute ging Chakroun nach einem Ausfallschritt von Zor zu Boden – auch hier reichte Bauer der Kontakt nicht für einen Strafstoß.

Hannover hatte in der 43. Minute durchaus Glück. Doch genau hier greift die neue VAR-Linie: Nicht jede Entscheidung, die man anders hätte treffen können, ist automatisch eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung.

Der Elfmeter wäre vertretbar gewesen – der Verzicht darauf aber ebenfalls.

War das wirklich kein Elfmeter? Vielleicht. Aber genau solche Szenen sind der Grund, warum der VAR nicht jede vertretbare Entscheidung auf dem Platz korrigieren sollte.

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