Eine interessante Handszene gab es beim Eröffnungsspiel der Frauen-Bundesliga als bei einem Eckball die Spielerin erst mit der Hand festhielt und ihn dann vor ausführen mit mit dem Fuß ein zweites mal mit der Hand nach vorne in den Vierteilkreis legte.
Das war kein Handspiel.Beim Eckball darfst du den Ball mit der Hand platzieren und positionieren – das ist komplett regelkonform. Handspiel gilt im laufenden Spiel, nicht beim Vorbereiten eines ruhenden Balls (Ecke, Freistoß, Abstoß etc.).Die Szene zeigt einfach eine Bayern-Spielerin, die den Ball für den Corner zurechtlegt. Kein Pfiff nötig, kein Foul, nichts. Die Regeln sind da tatsächlich nicht so schwer – und genau deshalb war’s korrekt, dass nichts gepfiffen wurde.
Nein, das ist nicht strafbar – egal, ob der Ball schon lag oder wer ihn vorher hingelegt hat.Bei einem Eckstoß (und bei anderen Standards wie Freistoß oder Abstoß) darfst du den Ball beliebig oft mit der Hand platzieren und zurechtrücken, solange er noch nicht im Spiel ist. Der Ball ist erst dann „im Spiel“, wenn er mit dem Fuß getreten wird und sich klar bewegt. Alles davor – auch mehrmaliges Anfassen, Aufheben, Drehen oder Korrigieren – ist erlaubt und üblich. Das gilt sowohl, wenn dieselbe Spielerin den Ball mehrmals anfasst, als auch wenn eine Mitspielerin ihn hingelegt hat und die Schützin ihn nochmal justiert.Was wäre strafbar?Nach dem Tritt den Ball nochmal berühren, bevor ein anderer Spieler ihn berührt hat (dann indirekter Freistoß – oder direkter, falls Hand).
Den Ball absichtlich mit der Hand spielen, während er schon im Spiel ist.
In der Szene aus dem Video ist der Ball noch ruhend im Eckviertelkreis und wird nur vorbereitet. Deshalb kein Handspiel und kein Pfiff nötig. Die Regel ist da eigentlich ziemlich klar – auch wenn sie manchem auf den ersten Blick komisch vorkommt. [TV-Bilder – ab 02:05:56 Minuten]
- Ball nicht im Spiel: Wenn das Spiel unterbrochen ist (z. B. bei einem Eckball, Einwurf oder Freistoß), kann kein reguläres Handspiel auf dem Platz begangen werden. Spieler dürfen den Ball anfassen, um ihn zu positionieren.
- Der Viertelkreis: Der Ball muss für eine korrekte Ausführung innerhalb des Viertelkreises liegen oder die Linie des Viertelkreises zumindest von oben betrachtet berühren.
- Fußkontakt: Dass die Spielerin den Ball erst mit dem Fuß bewegt und danach noch einmal mit der Hand korrigiert, ändert nichts am Status. Solange der Ball nicht mit einer klaren, flüssigen Stoßbewegung offiziell ins Spiel gebracht wurde (sodass er sich eindeutig bewegt), gilt der Eckball als noch nicht ausgeführt.
