Nach dem Spielausfall beim Türkischen SV gegen Biebrich ist nun auch die Verbandsliga-Partie der SG Walluf gegen den FC Waldbrunn wegen des Zustands des Kunstrasenplatzes nicht angepfiffen worden. Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, verweigerte das Schiedsrichtergespann um Raphael Jüch die Freigabe. HFV-Schiedsrichterchef Klaus Holz hält die Entscheidung für berechtigt.
Walluf: Nach dem Spielausfall in Wiesbaden ist nun auch die Partie der SG Walluf gegen den FC Waldbrunn wegen Mängeln am Kunstrasenplatz ausgefallen. Für die Schiedsrichter war die Entscheidung nach den festgestellten Schäden eindeutig.
Nur wenige Tage nach dem nicht angepfiffenen Wiesbadener Verbandsliga-Derby zwischen dem Türkischen SV und dem FV Biebrich ist erneut ein Spiel wegen des Zustands eines Kunstrasenplatzes ausgefallen.
Am Donnerstag sollte die SG Walluf den FC Waldbrunn empfangen. Doch Schiedsrichter Raphael Jüch von der SG Arheilgen und sein Gespann gaben den Platz nicht frei. Damit wurde bereits das zweite Verbandsliga-Spiel innerhalb von vier Tagen durch den Zustand eines Kunstrasenplatzes verhindert.
Für die Beteiligten ist der Spielausfall mit erheblichen Kosten und Aufwand verbunden. Die Gäste aus dem Westerwald hatten rund 80 Kilometer Anreise hinter sich. Die SG Walluf musste zudem 184 Euro Schiedsrichterspesen tragen. Hinzu kamen bereits vorbereitete Verpflegung und weitere Aufwendungen für das Heimspiel.
„Mit der Entscheidung beim Türkischen SV sind offenbar schlafende Hunde geweckt worden“, sagt Sebastian Meckel aus dem Vorstand der SG Walluf. Der Platz sei zwar in Mitleidenschaft gezogen worden, allerdings habe sich in den vergangenen zwei Monaten niemand darüber beschwert. Meckel kritisiert deshalb die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns und verweist auf die schwierige Situation im Amateurfußball.
Beim Verein stößt die Entscheidung auf Unverständnis. Vorstandsmitglied Sebastian Meckel räumte gegenüber dem Wiesbadener Kurier zwar ein, dass der Platz in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Gleichzeitig verwies er darauf, dass sich in den vergangenen zwei Monaten niemand über den Zustand beschwert habe.
Doch entscheidend ist nicht, ob ein Platz bereits mehrfach genutzt wurde, sondern ob er am Spieltag sicher bespielbar ist.
Klaus Holz, Schiedsrichter-Chef des Hessischen Fußball-Verbandes, war selbst vor Ort und stärkte dem Gespann den Rücken. Seine Einschätzung: Der Spielausfall sei berechtigt gewesen. Im Sechzehnmeterbereich seien Stellen von zwei bis drei Metern anhebbar gewesen. Damit waren aus seiner Sicht Bereiche betroffen, die für das Spiel von entscheidender Bedeutung sind.
Gerade im Strafraum können solche Schäden eine erhebliche Gefahr darstellen. Spieler müssen dort abbremsen, die Richtung wechseln, springen und Zweikämpfe führen. Ein sich lösender oder anhebbarer Kunstrasen kann dabei zur Stolperfalle werden.
Der Schiedsrichter muss nicht warten, bis sich ein Spieler verletzt. Seine Aufgabe ist es, vor dem Anpfiff zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für eine sichere Durchführung der Partie gegeben sind.
In Walluf ist das Problem nun ohnehin nicht kurzfristig gelöst. Der Kunstrasenplatz gehört der Gemeinde und soll nach Angaben des Vereins am 31. August repariert werden. Bis Anfang September sollen deshalb in Walluf keine Spiele stattfinden. Betroffen sind neben weiteren Partien der SG Walluf auch Heimspiele des FSV Oberwalluf.
Der Fall zeigt damit erneut, wie wichtig die Platzkontrolle vor einem Spiel ist. Ein Spielausfall ist für Vereine, Mannschaften und Schiedsrichter ärgerlich und verursacht Kosten. Eine mögliche Verletzung aufgrund eines nicht sicheren Spielfeldes wäre jedoch der weitaus höhere Preis.

Der Platz hat Sanierungsbedarf. Viele Kunstplätze sind in einem schlechtem Zustand. Ein bundesweites Problem. Jeder wollte schnell ein Kunstenrasenplatz haben und haben die relativ kurze Garantiezeit von 8 bis 10 Jahren nicht bedachtet und aufgrund der vielen Spiele nicht gewartet.