(Münster) Kurz vor dem Abpfiff wurde es im DFB-Pokal zwischen Preußen Münster und dem Karlsruher SC noch einmal hitzig: Münsters Samuel Althaus sah nach einem harten Einsteigen gegen Santeri Väänänen die Rote Karte. Schiedsrichter Florian Badstübner lag mit seiner Entscheidung richtig – auch ein Eingreifen des VAR wäre hier nicht nötig gewesen.
Preußen Münster – Karlsruher SC 1:2 (SR: Florian Badstübner)
Szene 1: Makridis kam nach seinem Solo im Strafraum zu Fall. Ein Kontakt war möglicherweise vorhanden, allerdings offenbar nicht so deutlich, dass Badstübner ihn als strafstoßwürdig bewertete. Da es keinen VAR gab, blieb die Entscheidung des Schiedsrichters bestehen. Für mich vertretbar: Nicht jeder Kontakt im Strafraum ist automatisch ein Elfmeter – gerade bei einem nicht eindeutigen oder nur geringfügigen Kontakt sollte das Spiel weiterlaufen.
Szene 2: Beim 2:1 für den KSC lag – anders als vom ZDF-Kommentator vermutet – keine Abseitsposition vor. Zwar befand sich der Karlsruher Spieler beim Zuspiel zunächst klar im Abseits. Er griff jedoch nicht aktiv ins Spiel ein, sondern ließ den Ball passieren. Der dahinter positionierte Mitspieler stand beim Zuspiel hingegen nicht im Abseits und konnte den Ball daher regelkonform aufnehmen und zum 2:1 verwerten.
Die entscheidende Regel: Eine Abseitsposition allein ist noch kein Vergehen. Ein Spieler wird erst bestraft, wenn er aktiv ins Spiel eingreift – etwa indem er den Ball spielt oder einen Gegenspieler beeinflusst. Bleibt er dagegen passiv und greift nicht ein, darf ein nicht im Abseits stehender Mitspieler den Ball spielen. [TV-Bilder – ab 04:20 Minuten]
Szene 3: Kurz vor dem Abpfiff sah der eingewechselte Münsteraner Samuel Althaus nach einem Foul an Santeri Väänänen die Rote Karte. Althaus traf den Karlsruher im Mittelfeld mit offener Sohle am Knöchel. Aufgrund der Art und Intensität des Einsteigens sowie der Gefährdung des Gegenspielers war die Entscheidung von Schiedsrichter Florian Badstübner die richtige Entscheidung.
Das Einsteigen erfüllt die Kriterien eines groben Foulspiels und rechtfertigte den Platzverweis. Daran hätte auch ein VAR nichts geändert. Eine Intervention wäre hier nicht angezeigt gewesen. [TV-Bilder – ab 04:35 Minuten]
Autor: rk

Lag in Szene 2 wirklich ein passives Abseits vor? Der betroffene KSC-Spieler läuft aktiv zum Ball (das ist m.E. ein Widerspruch zu „passiv“), wodurch sich der Preußenspieler auch auf ihn konzentriert.
Und was ist mit der Elfmeterszene kurz vor Schluss im Strafraum der Karsruher?
Bei den Szenen 1 und 3 gehe ich eindeutig mit.
Gibt oft genug Szenen bei denen Spieler passiv zum Ballrennen um den Ball dann einem anderen Mitspieler zu überlassen. Da wird auch nicht gepfiffen da der Spieler im Passiven abseits nicht aktiv ins Spiel eingreift.
Das ist eine schwierige Szene, aber für mich richtig da weiterlaufen zu lassen.
Der Münsteraner wird nicht in seiner Möglichkeit, den Ball zu spielen, beeinflusst, da er einfach zu weit weg ist und der Ball noch hoch in der Luft ist. Ebenfalls wird kein Zweikampf um den Ball geführt. Insofern bin ich klar der Meinung, dass diese Szene korrekt gelöst wurde.
Sehr gut aber gelöst von Roy Dingler ohne VAR. Denke viele hätten da abseits entschieden