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Schiedsrichter Robert Schröder (r.) leitet das Skandalspiel im DFB-Pokal zwischen Mannheim und Kaiserslautern © IMAGO/Jan Huebner

Schröder über den Fast-Abbruch: „Wenn Menschen gefährdet sind, hört der Spaß auf“

Das Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern bot sportlich Dramatik bis in die Verlängerung – überschattet wurde die Partie jedoch von schweren Ausschreitungen auf den Rängen. Nach dem Spiel sprach Schiedsrichter Robert Schröder bei Sky über die rund 30-minütige Unterbrechung, die Gefahr durch Raketen und die Entscheidung, die Partie letztlich fortzusetzen.

Mannheim: Beim rund 50 Kilometer entfernten Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern kam es bereits vor dem Anpfiff zu schweren Ausschreitungen. Mehr als 3.400 FCK-Anhänger waren ins ausverkaufte Carl-Benz-Stadion mitgereist. Bereits nach einer Minute sorgten Teile der FCK-Szene mit roten Nebelkerzen für Aufsehen. Der Rauch zog nach drei Minuten auf das Spielfeld und zwang Schiedsrichter Robert Schröder zu einer ersten, minutenlangen Spielunterbrechung.

Auf dem Platz entwickelte sich anschließend das erwartete muntere Derby. Beide Mannschaften wollten offensiv Fußball spielen, was ihnen zumindest phasenweise gelang. Dennoch entstand bereits in der ersten Halbzeit der Eindruck: Viele Tore würden in dieser Partie wohl nicht fallen. Wer den ersten Treffer erzielt, könnte am Ende auch als Sieger vom Platz gehen.

Den ersten gefährlichen Abschluss des Drittligisten vereitelte FCK-Keeper Krahl noch mit einer Glanzparade. Mannheim fand immer wieder freie Räume in der löchrigen Pfälzer Hintermannschaft und setzte die Gäste vor allem durch Asallari zunehmend unter Druck. Nach knapp einer halben Stunde kam dann auch der FCK gefährlich vor das Mannheimer Tor. Ritter setzte den Ball jedoch über den Kasten. Kurz darauf kam Elvedi im Fünfmeterraum gefährlich zum Abschluss, brachte den Ball aber nicht durch die vielbeinige Mannheimer Abwehr.

Nun drängte der Zweitligist zunehmend auf den Führungstreffer, doch auch Mannheim versteckte sich nicht. Die von ihrem neuen portugiesischen Trainer Mota gut eingestellten Waldhöfer gingen mutig zu Werke. Rieckmann verfehlte mit seinem Abschluss jedoch ebenfalls das Ziel.

In der Folge machten erneut die Fans der „Roten Teufel“ auf sich aufmerksam und zündeten Pyrotechnik. Kurz darauf musste sich Mannheims Torhüter Nijhuis bei einem Kopfball von Berisha mächtig strecken und lenkte den Ball mit einer starken Reaktion über die Latte. Auch FCK-Keeper Krahl wurde immer wieder mit Gegenständen aus dem Zuschauerbereich beworfen. Die erste Halbzeit bot damit spannenden Fußball auf dem Rasen, zugleich aber unschöne und gefährliche Szenen auf den Rängen.

Auch der zweite Durchgang begann mit einer Verzögerung. Erneut flogen Gegenstände aus dem Mannheimer Block in Richtung Spielfeld. Nachdem die Partie schließlich fortgesetzt werden konnte, suchte Asallari den Abschluss, setzte den Ball aber über das Tor. Ein leichtes Zupfen am Trikot war anschließend für Schiedsrichter Schröder zu wenig für einen Strafstoß.

Nach einer kurzen Ruhephase verflachte die Partie etwas. Eine Mannheimer Ecke konnte Lauterns Kunze gemeinsam mit Thalhammer und Krahl im Verbund entschärfen. Auf der Gegenseite kamen die Waldhöfer wieder gefährlich vor das Tor, waren im Abschluss jedoch zu zaghaft, um Krahl ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Die beste Mannheimer Chance hatte der eingewechselte Gonçalo Gregório. Sein Schuss aus nahezu dem Stand klatschte an den Pfosten. Auch Kaiserslautern setzte anschließend mit einem direkten Konter ein Ausrufezeichen, doch Kanaté verzog. Zuvor hatte FCK-Trainer Torsten Lieberknecht fassungslos auf einen starken Abschluss von Marlon Ritter aus halbrechter Position reagiert. Doch auch der Torjäger hatte an diesem Abend kein Glück.

So plätscherte die Partie schließlich in Richtung Nachspielzeit. Mit Ablauf der regulären Spielzeit passierte dann das, was angesichts der aufgeheizten Atmosphäre bereits zu befürchten gewesen war: Aus dem Lauterer Block wurden Raketen in Richtung anderer Zuschauerblöcke geschossen. Schiedsrichter Robert Schröder reagierte und schickte beide Mannschaften zunächst in die Kabinen.

Verlängerung nach rund 30-minütiger Unterbrechung

Auf den Rängen übernahmen anschließend die Einsatzkräfte das Geschehen. Hunderte Polizisten rückten an, darunter Kräfte mit Pferde- und Hundestaffeln, und trennten die beiden Fanlager. Aus einem Fußballspiel war endgültig ein Polizeieinsatz geworden.

Um die Lage zu beruhigen, sollten Mannheims Kapitän Klünter und ein Vertreter des 1. FC Kaiserslautern auf den Rasen kommen und auf die eigenen Fans einwirken. Schiedsrichter Robert Schröder machte unmissverständlich klar: Bei einer weiteren Unterbrechung wäre die Partie beendet. Nach knapp 30 Minuten konnte die Begegnung schließlich fortgesetzt werden – direkt in der Verlängerung.

Dort übernahm zunächst Waldhof Mannheim die Initiative. Der eingewechselte Michels sorgte für den bis dahin besten Abschluss der Verlängerung, scheiterte jedoch. Im zweiten Abschnitt der zusätzlichen Spielzeit kam der FCK wieder besser ins Spiel und suchte seinerseits die Entscheidung.

Jubel nach dem Siegtreffer

Kurz vor dem Ende war es schließlich der eingewechselte Kanaté, der die Pfälzer erlöste. Die Leihgabe erzielte den späten Siegtreffer und schien Kaiserslautern damit in die zweite Pokalrunde zu schießen.

Doch Mannheim gab sich noch nicht geschlagen. In der zweiminütigen Nachspielzeit der Verlängerung hatten die Waldhöfer noch einmal die große Chance auf den Ausgleich. Terrence Boyd kam zum Abschluss, doch FCK-Keeper Krahl war erneut zur Stelle und warf sich in letzter Sekunde auf den Ball.

Der Jubel beim 1. FC Kaiserslautern über den Einzug in die zweite Runde war anschließend riesig. Sportlich hatte der FCK ein dramatisches Pokalderby für sich entschieden. Überschattet wurde der Abend jedoch von den zahlreichen und teils gefährlichen Szenen abseits des eigentlichen Fußballspiels.

Schröder: „Wenn Menschen gefährdet sind, hört der Spaß auf“

Nach dem Spiel ordnete Schiedsrichter Robert Schröder die dramatischen Szenen bei Sky ein. Für den Unparteiischen war die Begegnung zeitweise ganz klar am Rande des Abbruchs. „Wenn Raketen auf das Spielfeld und die Tribünen fliegen, dann hört der Spaß auf“, machte Schröder deutlich. Sein Team habe sich während der rund 30-minütigen Unterbrechung eng mit der Polizei und den Sicherheitskräften abgestimmt.

Erst nachdem die Einsatzkräfte die Situation wieder unter Kontrolle gebracht hatten, fiel die Entscheidung, die Partie fortzusetzen. Dabei war klar: Eine weitere Eskalation hätte das sofortige Ende bedeutet. Schröder betonte zudem, dass der Sonderbericht des Schiedsrichterteams entsprechend umfangreich ausfallen werde.

Damit machte der Schiedsrichter auch deutlich, dass die Entscheidung zur Fortsetzung keineswegs selbstverständlich war. Die Sicherheit aller Beteiligten stand für ihn an erster Stelle.

Die Highlights der Partie:

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