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Keine Überraschungen am Freitag

In den ersten Spielen des DFB-Pokals kam es zu keinen Überraschungen. Borussia Dortmund (3:0 gegen 1860 München) und Zweitligist Karlsruher SC (8:0 gegen Oberligist TSG Neustrelitz) hatten als Favoriten keine Mühe. Der VfB Stuttgart tat sich mit einem 1:0-Sieg in Unterzahl schwerer.

TSV 1860 München – Borussia Dortmund 0:3 

Die Dortmunder gingen bereits früh in der achten Minute durch Malen in Führung. Der Dortmund zog von der linken Seite mit viel Tempo nach innen und brachte seinen Schuss über den linken und rechten Innenpfosten im Münchner Gehäuse unter. Vier Minuten später griff Schiedsrichter Benjamin Brand bereits zur ersten gelben Karte. Die gab es für Lannert nach einem sogenannten „Textilvergehen“ gegen den Torschützen Malen auf der Außenbahn. Eine nachvollziehbare Entscheidung, unabhängig davon, ob hier wirklich ein aussichtsreicher Angriff vorlag, war das Ziehen schon unsportlich. In einer sonst eigentlich fairen Partie mussten die Löwen nach zwanzig Minuten schon das erste Mal verletzungsbedingt wechseln. Trainer Köllner nahm neben Bär auch Lannert vom Platz. Vrenezi und Lang kamen neu ins Spiel. Aber auch das brachte den hoch anlaufenden 1860er wenig. Nach einer halben Stunde kombinierten sich die Dortmunder über Malen und Reus durch die schlecht gestaffelte Hintermannschaft des TSVs. Letzterer legte am Torraum quer zu Bellingham, der den Ball über die Linie zum 2:0 drückte. Wenige Minuten später stand es schon 3:0. Doch der Treffer von Adeyemi hätte nicht zählen dürfen. Der Dortmunder stand beim Zuspiel auf ihn im Abseits. Da es keinen Videoassistenten gibt, blieb die knapp falsche Bewertung vom Assistenten Christof Günsch bestehen. Nach zwei Minuten Nachspielzeit ging es mit dem 0:3 in die Kabinen des Grünwalder Stadions.

In der zweiten Halbzeit passierte wenig. Die Partie blieb sehr fair und Brand hatte mit der Spielleitung keine Probleme. Kurz vor Schluss wurde ein Treffer von Reus zurecht wegen einer Abseitsstellung aberkannt. [Highlights]

Fazit: Benjamin Brand pfiff eine normal zu leitende Partie gut und ohne Probleme. Im Team bleibt nur der Abseitsfehler von Assistent Günsch bestehen.

SG Dynamo Dresden – VfB Stuttgart 0:1 (SR: Florian Badstübner)

Schiedsrichter Florian Badstübner fiel in der 33. Minute positiv auf, als Churlinov für den VfB zum 1:0 traf. Vorher ging aber ein Stuttgarter Mittelfeldspieler zu Boden, nachdem er am Fuß getroffen worden war. Badstübner ließ Vorteil laufen, weil der VfB in Ballbesitz blieb und so ging der Ball zunächst auf die rechte Seite, wo Vagoman eine abgefälschte Flanke ins Zentrum zum Torschützen Churlinov brachte.

Große Diskussionen gab es in der 67. Minute, als Schiedsrichter Florian Badstübner den Stuttgarter Anton die zweite gelbe Karte zeigte. Der Stuttgarter checkte Conteh um, als diese über die rechte Seite auf dem Weg zum Stuttgarter Tor war. Hier lassen sich zwei verschiedene regeltechnische Aspekte diskutieren. Handelte es sich hier um aussichtsreichen Angriff? Dafür spricht der Zug zum gegnerischen Tor und die 3 gegen 2 Angriffssituation, die die Dresdner gehabt hätten, wenn Conteh nicht gefoult wird. Dagegen spricht so ein bisschen der Zug nach außen und die bestehende Entfernung zum gegnerischen Tor. Am Ende würde ich bei der Bewertung „aussichtsreicher Angriff“ mitgehen. Der zweite Punkt wäre ein womöglich rücksichtsloses Foulspiel. Hier spricht aber eher weniger dafür, es war ein Check, der jetzt aber gegen den Körper und nicht übermäßig hart geschah. In der Summe macht die Entscheidung Gelb/Rot von Badstübner auf alle Fälle Sinn, wenn es sich aus Stuttgarter Fansicht natürlich auch hart anfühlt. [Highlights]

Kaan-Marienborn – 1. FC Nürnberg 0:2 (SR: Dr. Robert Kampka)

Kampka war hellwach in der 48. Minute, als Kyere an Klaus vorbeigehen will und sich dann einfach Fallen lässt. Eine klare und sehr freche Schwalbe, die vollkommend zurecht mit einer Verwarnung geahndet wurde. [Highlights]

TSG Neustrelitz – Karlsruher SC 0:8 (SR: Konrad Oldhafer)

Dikussionen gab es in Neustrelitz beim frühen 2:0 des KSCs durch Schleusener. Denn der Torschütze hatte das Bein sehr hoch und spitze den Ball so über den Schlussmann des Oberligisten. Schiedsrichter Konrad Oldhafer ließ weiterspielen und gab den Treffer. Auch wenn er hier nur den Ball traf, ist das Bein in einer Höhe, in der sich der KSC über einen indirekten Freistoß gegen sie aufgrund gefährlichen Spiels nicht hätte beschweren dürfen. [Highlights]

Simon Schmidt

Sportjournalist Simon Schmidt aus Bayern stieg 2020 bei IG Schiedsrichter ein und übernimmt dort die wöchentliche Kolumne zur 1. Bundesliga und den Video-Assistenten. Seither ist er Mitglied des Kompetenzteams. In seiner Freizeit engagiert er sich als Fußball-Schiedsrichter und ist leidenschaftlicher Fußball-, Formel 1- sowie Technik-Fan.

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