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Ohne Schiri geht es nicht – BFV gibt Steilvorlage für andere Verbände

Der Bayrische Fussball Verband (BFV) hat schon seit 2018 das Projekt „Ohne Schiri geht es nicht!“ gestartet. Das ist ein Gesamtpacket worin Wertschätzung, Akzeptanz, die Ausfallgebühren (Strafen), aber auch die Spesen für die Schiedsrichter enthalten sind. Rund 9.000 Schiedsrichter gibt es beim BFV. Das Konzept wurde in runden Tischen und Arbeitsgruppen gemeinsam mit den Vereinen erarbeitet, dann den Kreistagen und zuletzt beim Verbandstag vorgestellt.

Immerhin hat es fünf Jahre gedauert. In Bayern stammt die letzte Spesenanpassung meines Wissens aus dem Jahr 2018. Hier wurde kontinuierlich, wenn auch nur leicht um fünf Euro, angepasst. Die Erhöhung von Heute ist ein Meilenstein an Respekt und (finanzieller) Wertschätzung.

Ein Riesen Kompliment der IG Schiedsrichter in Richtung BFV. Problem erkannt, Lösungen gesucht, Konzept verabschiedet.

Zum Verstehen des Projektes unbedingt vorab das Youtube-Video  https://youtu.be/bN9kmO8uQzQ mit Obmann Sven Laumer vom BFV-Verbandsschiedsrichter-Ausschuss komplett schauen. Projekt absolut super erklärt. Der hat seine Spesen schon verdient. Im Video ist der Kollege Benjamin Findl zu sehen, der auch einen hervoragenden Eindruck hinterlässt. Ein Vorbild. Kompliment Benjamin.

Im Video ist auch das Thema Ausfallgebühren, sprich welcher Verein leistet keinen Beitrag zur Solidargemeinschaft, und warum tragen die anderen Vereine die Kosten der Ausrüstung der Schiedsrichter, sehr gut erklärt. Wenn ein Verein keinen Beitrag zur Gemeinschaft leistet, tragen die anderen Vereine die Kosten. Das ist nicht gerecht. 

Neue Spesentabelle in Bayern ab 23/24

Drastische Spesenerhöhung zum 01. Juli 2023 beim Bayerischen Fußball-Verband. (keine Pauschalen – Fahrtkosten gehen extra!)

Aber das ist nur ein Teil der Wertschätzung, welches man den Schiedsrichtern in Bayern zukommen lassen möchte. Das Konzept „ohne Schiri geht es nicht!“ wurde über mehrere Jahre beraten und mit den Vereinen besprochen. Der Verbandstag hat dem Konzept des Bayrischen Verbands Schiedsrichter Ausschusses einstimmig zugestimmt.

Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Assistenten besser wegkommen. So pfeifen sicher viele lieber eine C-Jugend, als an die Linie zu gehen.

Der BFV hat zum Gesamtprojekt eine Pressemitteilung heraus gegeben.

https://www.bfv.de/news/schiedsrichter/2023/03/spesenerhoehung-und-anpassung-ausfallgebuehr.webview

Am Ende sind als PDF-Download die alten und neuen Aufwandsentschädigungen für Schiedsrichter zu finden.

Hier die direkten Links zum Download:

https://www.bfv.de/binaries/content/assets/inhalt/spielbetrieb-verbandsleben/schiedsrichter/neue-spesenordnung/bfv_tabellen_spesenordnung_finanzielle_auswirkungen_2023.03.pdf

https://www.bfv.de/binaries/content/assets/inhalt/spielbetrieb-verbandsleben/schiedsrichter/neue-spesenordnung/bfv_tabellen_spesenordnung_szenarien_v2_2023.03.pdf

Was uns als IG Schiedsrichter beim tollen Konzept des BFV leider fehlt, ist das Thema Schutz der Schiedsrichter. Ein Schiedsrichter kommt gesund zum Sportplatz und hat das Recht diesen auch gesund wieder verlassen. Die Gesellschaft ist insgesamt im Wandel. Das Negative spiegelt sich auf den Sportplätzen beim Fussballsport wieder. 

Auch die aktuelle DFB und Verbandskampagne – mehr Wertschätzung und Akzeptanz für den Schiedsrichter – nimmt das Thema Gewalt gegen Schiedsrichter nur unzureichend auf. Die Appelle der letzten Jahre an Spieler und Zuschauer zeigten keine Besserung der Situation. Die Folge: Immer mehr Schiedsrichter fehlen beim DFB und den Verbänden.

Daher, bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter und Assistenten braucht es restriktive Strafen in den Rechts-/ und Verfahrenordnungen ALLER Verbände. Täter müssen rigoros weg vom Fenster. Weg vom Sportplatz. Schläger brauchen wir auf einem Sportplatz nicht. Jeder Spieler ist ersetzbar, ein Schiedsrichter, der einmal aufgehört hat nicht. Auch potentielle Kandidaten für das Schiedsrichter Amt werden durch Gewalt gegen Schiedsrichter abgehalten.

Wer einen Schiedsrichter oder Assistenten schlägt, einen Kopfstoss versetzt, oder tritt bzw. bespuckt oder massiv stösst, der muss lange gesperrt werden. Der Versuch ist strafbar. Die Täter schädigen dem Fussballsport und dem Schiedsrichterwesen.

Die Forderung der IG Schiedsrichter: Bei Tätlichkeiten = 36 Monate (drei Jahre) Mindestsperre, bis zu 8 Jahren.

Details finden sich hier im Artikel:

 

 

 

Anton Dinslaken

Dipl. Kaufmann Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Andreas Guffart

    Das nenne ich mal ne Spesenanpassung. Bin gespannt ob das zieht. Ich vermute nicht, aber die Bestandsschiris wird es freuen

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