2:3 – Köln schlägt sich selbst

2:3 – Köln schlägt sich selbst

4. März 2018 0 Von Reiner Kuhn

Früh gingen die Kölner durch Claudio Pizarro in Führung. Höger gewann den Ball gegen Insua und ebnete so Osako den Weg. Der Japaner steckte anschließend durch in die Gasse zu Pizarro, der im Strafraum freie Bahn hatte und sicher ins rechte Eck vollendete. Vor dem Tor macht dem Peruaner keiner etwas vor.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde zeigte Sören Storks die erste Verwarnung. Holger Badstuber kam gegen Pizarro klar zu spät und trifft den Kölner schließlich am Köchel. Dafür gab es dann doch zu Recht Gelb. Das es nicht mehr wurde, ist der Tatsache geschuldet, dass Badstuber ihn nicht voll trifft. Daher ein rücksichtsloses Vergehen welches als solches auch geahndet wurde.

Dann drei Minute die mögliche Vorentscheidung für den FC. Es kam zum Eins-gegen-eins zwischen Osako und Ron-Robert Zieler. Der VfB-Schlussmann hatte jedoch bereits die Hand auf dem Ball, als Koziello das Leder wegspitzelte und für Osako auflegte. Der Japaner netzte dann an, jubelte aber nur kurz. Dann die Entscheidung durch Videobeweis und es gab den Treffer nicht. Gleich zwei Gründe sprachen dafür: So wäre ein Zweikampf von Osako, dessen Einsatz gegen Zieler bereits als Foul gewertet werden könnte. Und dann wäre auch noch die Aktion von Koziello, der Zieler den Ball unerlaubterweise aus der Hand gespitzelt hatte.

„Die Hand ist auf dem Ball“, kommentierte Beobachter Jürgen Jansen die Szene.
Kurz vor der Pause wie aus dem Nichts fiel der Ausgleich. Andreas Beck schickte Thommy auf rechts, der den zu ungestüm agierenden Höger aussteigen lässt und dann prima von der rechten Außenbahn nach innen zu Mario Gomez flankte. Dieser hat zu viel Platz und jagte das Leder aus sieben Metern wuchtig in die Maschen zum 1:1. Und es kam noch schlimmer für den abstiegsbedrohten 1. FC Köln. In der Nachspielzeit ein ganz schwerer Torwartfehler von Timo Horn! Wieder bediente Thommy Gomez, der es im Strafraum mit drei Gegenspielern zu tun bekam und letztlich vom linken Strafraumeck irgendwie, halbliegend aufs Tor schoss. Eigentlich ein haltbarer Ball, doch Horn rutschte das Leder durch die Arme zum 2:1.
Acht Minuten nach der Pause die nächste Gelbe. Frederik Sörensen rutschte im Laufduell mit Ginczek weg und schob dabei seinen Gegenspieler, der zu Fall kam. Für den Kölner gab es Gelb. Aus Sicht der Kölner ein Tag wo man am liebsten im Bett geblieben wäre. Beck wurde nach knapp einer Stunde von Thommy bedient, legte sich den Ball dann im Strafraum zurecht – Jonas Hector ging nicht konsequent hin – und netzte aus 15 Metern genau ins rechte Eck ein. Wieder sah Timo Horn unglücklich aus, als er einen Tick zu später runter ging. An einem guten Tag hat er den Ball.
Eine Strafraumaktion hatte der Referee nach 75. Minuten zu entscheiden, als nach einem Zuspiel in den Strafraum einem Stuttgarter der Ball an die Hand sprang. Auf keine Absicht und entschied er und ließ weiterspielen. Das kann man auch genauso sehen. Der Ball sprang aus kurzer Distanz an den abstehenden Arm. Hier auf strafbares Handspiel zu entscheiden wäre die klare Fehlentscheidung gewesen, wo sich auch der Videoschiedsrichter eingeschaltet hätte.
Haarscharf an der Strafraumkante
Timo Baumgartl foulte Jonas Hector wohl gerade noch so außerhalb des Strafraums und sah dafür Gelb. Sören Storks entschied auf Freistoß aus sechszehneinhalbmetern Torentfernung von halblinker Position. Milos Jojic trat an und schlenzte den Ball sehenswert über die Mauer hinweg in den linken Winkel zum 2:3-Endstand. Ein Freistoß wie Strafstoß.

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