Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 14. Spieltag | 2. Bundesliga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 14. Spieltag | 2. Bundesliga

5. Januar 2021 0 Von IG Schiedsrichter

In der zweiten Liga blieb es am vergangenen Spieltag weitgehend ruhig. Einzig eine große Anzahl an Videobeweiseinsätzen in Hamburg und ein Flaschentritt in Heidenheim sorgten für Aufsehen.

Hamburger SV 3:1 SSV Jahn Regensburg (SR: Lasse Koslowski)

Ein sehr gutes Spiel leitete Lasse Koslowski beim Spiel zwischen Hamburg und Regensburg. Er war enorm gefordert und machte im Zusammenspiel mit dem VAR alles richtig. Es begann schon nach wenigen Minuten, als der Regensburger Jan Elvedi im eigenen Strafraum den Ball an den Arm bekam und der HSV einen Strafstoß forderte. Koslowski pfiff zurecht nicht, da der Arm vor den Körper gezogen wurde und die Fläche auch nicht verbreiterte.

Kurz vor der Halbzeit gab David Kinsombi vor Regensburgs Torwart Alexander Meyer den Ball nicht verloren, blieb wach und passte quer zu Simon Terodde, der mühelos einschob. Lasse Koslowski hatte einen guten Blick auf die Situation und erkannte, dass Meyer’s Hand kurz nach oben ging und der Ball dadurch spielbar war. VAR Dr. Martin Thomsen überprüfte die Situation und bestätigte die Korrektheit des Hamburger Tores.

Doch mit Videoüberprüfungen war man an diesem Nachmittag längst nicht durch: Bakery Jatta lief Oliver Hein davon und schob ein, doch Assistent Henry Müller wähnte den Hamburger im Abseits. Erneut sah sich VAR Thomsen die Situation an und korrigierte diese Mal, sodass das Hamburger Tor zählte.

Auf der anderen Seite traf dann der Regensburger Jan-Niklas Beste zum vermeintlichen Anschluss. Doch seine Balleroberung gegen Sonny Kittel war nicht ganz regelkonform. Auch hier kam VAR Thomsen zum Einsatz und erkannte das klare Foul recht schnell, sodass das Regensburger Tor zu Recht keine Anerkennung fand. Allerdings hätte Koslowski das deutliche Foulspiel auch selbst erkennen müssen.

Die letzte Überprüfung des Nachmittags blieb relativ kurz: Andreas Albers tunnelte Sven Ullrich, doch Assistent Dr. Max Burda hob die Fahne. VAR Thomsen überprüfte kurz und bestätigte die Entscheidung, das Tor nicht zu geben.

Abgesehen vom klaren Foul vorm Tor von Beste zeigte Schiedsrichter Lasse Koslowski eine starke Leistung, doch vor allem VAR Dr. Martin Thomsen zeigte beste Werbung für den Videobeweis. [TV-Bilder]

1.FC Heidenheim 2:0 1.FC Nürnberg (SR: Michael Bacher)

Lukas Mühl brachte Christian Kühlwetter durch einen Kontakt am Fuß zu Fall, doch Schiedsrichter Michael Bacher pfiff nicht. Wir tendieren hier eher zu einem Strafstoß, aber bei kompletter Wahrnehmung ist hier auch eine Korrektur nicht vorgesehen.

Adam Zrelak traf zum vermeintlichen Anschluss für den Club. Allerdings lief der im Abseits stehende Manuel Schäffler vor Torwart Kevin Müller herum. VAR Nicolas Winter begutachtete die Situation nochmal und erkannte, dass Schäffler direkt in der Sichtlinie des Torwarts stand. So wurde zurecht auf Abseits entschieden.

Club-Trainer Robert Klauß war naturgemäß mit der Entscheidung eher nicht einverstanden. Es folgte ein Flaschentritt in Richtung Feld, wofür Klauß von Bacher weisungsgemäß die Rote Karte sah! Richtige Entscheidung, die nichts mit Profilierung oder ähnlichem zu tun hatte! [TV-Bilder]

Würzburger Kickers 2:4 Karlsruher SC (SR: Benjamin Cortus)

Dirk Carlson, der nach einer rekordverdächtigen Verwarnung nach acht Sekunden vorbelastet war, hielt Dominic Baumann im Mittelfeld fest und erhielt von Schiedsrichter Benjamin Cortus zu Recht die gelb-rote Karte. [TV-Bilder]

Hannover 96 4:0 SV Sandhausen (SR: Dr. Robert Kampka)

Kingsley Schindler versuchte, den Sandhöuser Tim Kister abzuschütteln und ging dann nach einem leichten Schieben zu Boden. Schiedsrichter Dr. Robert Kampka winkte sofort ab und auch VAR Felix Zwayer griff nicht ein. Korrekte entschieden, hier war keinerlei Impuls zu sehen.

Alexander Esswein spitzelte den Ball nach einem Fehler von Timo Hübers weg und rempelte diesen dann unabsichtlich um. Das anschließende Tor von Julius Biada zählte deshalb zu Recht nicht. [TV-Bilder]

SpVgg Greuther Fürth 2:1 FC St. Pauli (SR: Tobias Reichel)

Marvin Knoll sprang mit erhobenen Armen in einen Torschuss und blockte diesen. Es folgte der Strafstoßpfiff von Schiedsrichter Tobias Reichel, sowie eine Verwarnung für Knoll. Richtig entschieden, da sich die Arme über Schulterhöhe befanden. [TV-Bilder]

Von: Felix Stark (red/fs)

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