Schiedsrichter im Mittelpunkt: Analyse strittiger Szenen | 18. Spieltag – 2. Bundesliga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Analyse strittiger Szenen | 18. Spieltag – 2. Bundesliga

24. Dezember 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Mit der Gelb/Roten Karte für Andreas Geipl und Ulrich Taffertshofer +++ Den Ausgleich für Darmstadt und den Videobeweis in Darmstadt +++ Den beiden Elfmetern in Aue +++ einem vermeintlichen Handspiel in Nürnberg und der Abseitsposition bei  aberkannten Tor in Hannover. Am 18. Spieltag der 2. Bundesliga schauten wir uns neun Situationen nochmal an.

VfL Bochum 2:3 SSV Jahn Regensburg (SR: Tobias Reichel)

Das ist nicht zu fassen! In der 56. Minute ging Andreas Geipl hart in den Zweikampf mit Tesche und sah völlig zurecht den Gelben Karton. Geipl ging ein paar Sekunden nach seiner ersten Verwarnung erneut mit gestreckten Bein in den Zweikampf und sah innerhalb von weniger als einer Minute die Ampelkarte. So ein dämlich kann man sich wirklich nicht mehr anstellen. Mehr als Gelb ist es aber dann auch nicht. Beim Beim ersten Foul ist sein Fuß unten und er trifft nur den Fuß und beim Zweiten berührt er ihn mit halbgestreckten Bein und die Sohle ist auch nicht offen. Gelb/Rot ist die richtige Entscheidung (TV-Bilder ab 1:50 Minute).

FC Heidenheim 3:1 VfL Osnabrück (SR: Michael Bacher)

Der bereits verwarnte Ulrich Taffertshofer ging mit seiner Grätsche kurz vor dem eigenen Strafraum volles Risiko . Am Ende war es einen tick zu hoch, denn der Mittelfeldspieler kam zu spät und senste Otto mit voller Wucht um. Der Platzverweis ist auf jeden Fall vertretbar (TV-Bilder ab 2:30 Minute).

SV Darmstadt 2:2 Hamburger SV (SR: Arne Aarnink)

Dursun mit dem Ausgleich! Serdar Dursun schnürte den Doppelpack. Erneut spielte Dumić einen langen Ball auf Holland. Der legte von der Strafraumkante ab für Kempe der von halblinks anzog und Keeper Heuer Fernandez zu einer Parade zwang. Allerdings konnte der Keeper den Ball nur nach vorne abklatschen. Da stand Dursun und staubte ab. Wie jeden Treffer überprüfte auch diesen der Video-Schiedsrichter. Dieser und die kalibrierte Linie bestätigten die Korrektheit. Da hat die Hintermannschaft der Hamburger auch Probleme (TV-Bilder).

In der Schlussphase kam dann auch noch mal der Videobeweis zum Einsatz, der einen Treffer der Hamburger wieder einkassierte. Nach einer Ecke der Gäste flog der Ball im Strafraum hin und her. Am Ende brachte Letschert der Ding hoch in den Fünfer und van Drongelen kam angerauscht und köpfte wuchtig ein. Allerdings stand Jatta dabei im Abseits und griff ein weil er Keeper Stark behinderte und damit verhinderte, dass er den Ball klären konnte. Solche Sichtbehinderungen sind, anders als normale Abseitssituationen wo die Schiedsrichter nicht raus gehen sollen, immer ein Interpretationsspielraum, daher war es hier richtig von Video-Assistent René Rohde diese Situation von Schiedsrichter nochmal anzusehen und letztlich ist es die richtige Entscheidung.

Mehr  Eingreifen und behindern geht ja nun wirklich nicht. Hier wurde ganz klar regelkonform entschieden. Im Hinspiel konnte Hamburg noch spät den Ausgleich erzielen, weil der VAR auf Elfmeter entschied. Diese Mal fiel die Entscheidung gegen sie aus. So gleicht sich eben alles wieder aus (TV-Bilder ab 2:45 Minute).

FC Erzgebirge Aue 3:1 SpVgg Greuther Fürth (SR: Dr. Martin Thomsen) 

Elfmeter für Aue! Nach einer Männel-Parade schaltete Aue sofort um und nutze es aus, dass Fürth unsortiert war. Florian Krüger stürmte in den Strafraum schlug einen Haken und wurde von Jaekel von den Beinen geholt. Thomsen zeigte berechtigterweise auf den Punkt. (TV-Bilder ab 1:29 Minute).

Elfmeter für Fürth! Seguin legte die Kugel an Gonther vorbei, wurde dabei leicht touchiert und fiel im Sechzehner. Gonther hatte ihn an der Ferse erwischt und somit aus dem Tritt gebracht und hatte keine Chance den Ball zu spielen. Auch diese ist die richtige Entscheidung (TV-Bilder ab 2:26 Minute).

FC Nürnberg 2:0 SG Dynamo Dresden (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

In der 82. Minute gab es Aufregung im Strafraum! Vehement beschwerten sich die Nürnberger. Wahlquist sprang der Ball nach einer Ecke im eigenen Strafraum an die Hand, Schiedsrichter und Video-Schiedsrichter sagten Nein und es gab nur eine Ecke von der rechte Seite. Unstrittig ist, dass ein Handspiel war, aber es war kein Strafbares. Der Arm ist angelegt, keine aktive Bewegung mit der Hand zum Ball und auch keine wesentliche Verbreiterung der Körperfläche. Richtige Entscheidung nicht auf den Punkt zu zeigen (TV-Bilder ab 2:20 Minute).

Hannover 96 2:2 VfB Stuttgart (SR: Thorben Siewer)

Thorben Siewer schmälerte seine ansich gute Leistung mit dem zu frühen Pfiff bei Weydandts vermeintlicher Abseitsposition, wodurch das anschließende Tor nicht per Video-Schiedsrichter überprüft werden konnte. Hier gibt es die klare Anweisung vom DFB, dass Assistenten die Fahne erst heben sollen, wenn der Angriff abgeschlossen oder der Ball im Tor war und Schiris sollen auch erst dann pfeifen. Somit wurde das Tor unwiderbringlich zunichte gemacht.

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