Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 31. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 31. Spieltag | 2. Liga

27. April 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Am vergangenen Spieltag der 2. Bundesliga war wieder einiges los. Unter anderem war der Videoassistent in eigen Spielen Thema, wobei man es in einem Spiel verpasste, die korrekte Entscheidung bildlich zu belegen.

Von: Felix Stark; diese Analyse stellte die erlebte Sicht des Autors dar. 

Karlsruher SC 2:2 Würzburger Kickers (SR: Dr. Robert Kampka)

Nach einer Ecke ging Marvin Pieringer ins Kopfballduell mit Torhüter Marius Gersbeck und traf zum Würzburger Ausgleich. Den Einsatz von Pieringer stufte Schiedsrichter Dr. Robert Kampka als regelkonform ein. Das ging so auch in Ordnung, denn hervorgerufen wurde der Kontakt vom Torhüter, da der Angreifer einfach schneller und höher in der Luft war. Einen besonderen Schutz genießen Torhüter bekanntermaßen ja nicht mehr, sie müssen sich im Luftduell genauso behandeln lassen, wie jeder andere Spieler. [TV-Bilder – ab 01:10 Minute]

Tim Breithaupt scheiterte an Torhüter Hendrik Bonmann, den Abpraller verwertete dann aber Dominik Kother zur erneuten Karlsruher Führung. Der unter der Woche wegen seiner Spielleitung in der 3. Liga so gescholtene Assistent Jonas Weickenmeier sah Kother beim Tor auch nicht im Abseits und hatte völlig Recht! Starke Bewertung einer Szene mit schneller Gegenbewegung. [TV-Bilder – ab 01:35 Minute]

1. FC Nürnberg  3:1 1.FC Heidenheim (SR: Sascha Stegemann)

Tim Handwerker trat Christian Kühlwetter im eigenen Strafraum recht unbeholfen auf den Fuß. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte keine andere Wahl, als auf Strafstoß für Heidenheim zu entscheiden. [TV-Bilder – ab 01:10 Minute]

Stefan Schimmer benutzte den Fuß von Georg Margreitter als Absprungfläche zum Kopfballduell und sah hierfür die gelbe Karte. Da er bereits verwarnt war, bedeutete das die gelb-rote Karte für den Heidenheimer. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 03:00 Minute]

VfL Osnabrück 1:3 Holstein Kiel (SR: Benjamin Cortus)

Christian Santos schirmte im Kieler Strafraum den Ball vor Simon Lorenz ab und bekam dann ein Handspiel gegen sich gepfiffen. VAR Michael Bacher schaltete sich ein und schickte Schiedsrichter Benjamin Cortus vor den Bildschirm, da es nicht die Hand von Santos, sondern die von Lorenz war. Nach eingehender Prüfung blieb Cortus dann bei seiner Entscheidung keinen Strafstoß zu geben, denn der Kieler sah den Ball überhaupt nicht und berührte diesen auch nicht über Schulterhöhe. Die Spielfortsetzung war dann natürlich der Schiedsrichterball mit dem Torwart! Da wäre dann wirklich die Bitte, genau hinzuschauen, bevor man, auch in diversen Livetickern, Freistoß für Kiel schreibt, was nicht zutraf und auch keinen Sinn machen würde. [TV-Bilder – ab 01:25 Minute]

SC Paderborn 2:1 Fortuna Düsseldorf (SR: Arne Aarnink)

Kristofer Peterson traf zum vermeintlichen 0:1, doch der eigentliche „Montags-VAR“ Johann Pfeifer holte den Unparteiischen Arne Aarnink an den Bildschirm. Der im Abseits stehende Dawid Kownacki griff zuvor aktiv ins Spielgeschehen ein, indem er einen Gegner blockte. Korrekte Entscheidung, den Treffer nicht zu geben! [TV-Bilder – ab 01:30 Minute]

SV Sandhausen 4:2 Hannover 96 (SR: Florian Badstübner)

Simon Falette agierte im eigenen Strafraum mit viel zu hohem Bein und traf Tim Kister. Völlig korrekt von Schiedsrichter Florian Badstübner, auf Strafstoß für Sandhausen zu entscheiden. [TV-Bilder – ab 02:10 Minute]

SSV Jahn Regensburg 1:1 Hamburger SV (SR: Florian Heft)

Moritz Heyer traf zur vermeintlichen Führung für Hamburg, doch Assistent Lukas Benen signalisierte eine Abseitsposition. VAR Pascal Müller überprüfte und bestätigte die Entscheidung. Aufregung gab es, da man es versäumte, die kalibrierte Linie bei der Übertragung einzublenden und zu allem Überfluss stattdessen eine Kameraeinstellung zeigte, die alles war, nur nicht auf der Höhe des vorletzten Abwehrspielers. Nichts desto trotz kann man sogar in der vorliegenden Einstellung sehr gut erkennen, dass die Entscheidung von Assistent Benen korrekt war! Unglücklich bleibt es trotzdem, dass man es mittlerweile zum wiederholten Male verpasst hat, eine Linie einzublenden und das bei den kalibrierten Linien zwar unbegründete, aber aufgrund diverser anderer Entscheidungen große Misstrauen gegenüber dem Videobeweis nur noch weiter schürte. [TV-Bilder – ab 01:00 Minute]

Anmerkung: Bei unseren Einschätzungen müssen wir uns auf das Videomaterial der Zusammenfassungen verlassen. Ist also eine relevante Szene nicht enthalten und jemand hat entsprechendes Videomaterial, reichen wir gerne eine Einschätzung nach.

Share This: