Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 7. Spieltag | 2. Bundesliga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 7. Spieltag | 2. Bundesliga

10. November 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Auch am 7. Spieltag der 2. Bundesliga war der Videobeweis ein Thema. Einige strittige Szenen des wollen wir genauer beleuchten.

SV Darmstadt 98 0:4 SC Paderborn (SR: Florian Heft)
Nachdem die Darmstädter die erste Halbzeit völlig verschliefen, erhielt Nicolai Rapp nach einem Zweikampf mit Svante Ingelsson auch noch die gelb-rote Karte. Das war allerdings eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Heft. Ingelsson lief in die Schulter von Rapp und ging dann zu Boden, ein verwarnungswürdiges Vergehen lag nicht vor!
Nach einem Handspiel von Adrian Stanilewicz gab es den Strafstoß für Paderborn! Ein, man muss schon fast sagen ausnahmsweise, völlig unstrittiger Handelfmeter. Da der Darmstädter den Arm deutlich sichtbar in Richtung der hereinfliegenden Flanke abstreckte, war die Entscheidung von Heft absolut richtig.
Knifflig wurde es in der Schlussphase, als Prince Osei Owusu vermeintlich das 0:5 erzielte. Der Paderborner stand in Abseitsposition, doch der Ball kam von Lars Lukas Mai. VAR Markus Schmidt überprüfte die Situation und entschied zu Recht auf Abseits! Der Ball kam zwar vom Darmstädter Mai, doch griff dieser nicht bewusst ins Spiel ein, sodass die Abseitsposition von Owusu strafbar blieb!
FC St. Pauli 0:3 Karlsruher SC (SR: Alexander Sather)
Bereits nach wenigen Minuten zog Marco Thiede aus der zweiten Reihe ab und Pauli-Keeper Robin Himmelmann parierte – hinter der Linie? Schiedsrichter Sather ließ zunächst weiterspielen, doch VAR Tobias Reichel überprüfte die Situation. Tatsächlich war der Ball bereits hinter der Linie, weshalb Sather den Treffer nachträglich anerkannte.
Mit Jerome Gondorf zog erneut ein Karlsruher aus der Distanz ab und traf. Jubeln durfte der KSC allerdings wieder nur mit Verzögerung. VAR Reichel überprüfte, ob Robin Bormuth, der im Sichtfeld von Keeper Himmelmann stand, sich im Abseits befand. Sehr knappe Situation, doch das Tor zählte nach eingehender Überprüfung zu Recht.
1.FC Nürnberg 1:1 Fortuna Düsseldorf (SR: Robert Schröder) 
Im Düsseldorfer Strafraum führten Christoph Klarer und Manuel Schäffler einen intensiven Zweikampf, bei welchem am Ende ein Spieler mit der Hand am Ball war. Laut DFB-Meldung nahm Schiedsrichter Schröder ein nicht zuordenbares Handspiel war und genau aufgrund der fehlenden Zuordenbarkeit wurde VAR Daniel Siebert zu Recht tätig. Nach Überprüfung am Bildschirm entschied sich Schröder dann für den Strafstoß für Nürnberg. Abgesehen von der Systematik des VAR muss man hier wohl nach derzeitiger Auslegung von einem strafbaren Handspiel sprechen. Doch will den jemand? Eher weniger…
SSV Jahn Regensburg 2:4 VfL Osnabrück (SR: Timo Gerach)
Am Wochenende der Elfmeter ist der Spitzenreiter Timo Gerach. Drei völlig berechtigte Strafstöße gab es zwischen Regensburg und Osnabrück! Zunächst trat Sebastian Nachreiner im eigenen Strafraum völlig am Ball vorbei, aber stattdessen Sebastian Kerk am Schienbein. Offensichtlicher Strafstoß! Dann führte Florian Heister erneut gegen Kerk einen eigentlich fairen Zweikampf aus, doch griff dem Osnabrücker dabei unnötig ins Gesicht. Gut hingeschaut von Gerach und mit Strafstoß und Gelb richtig entschieden! Gegen Ende unterlief dann Konstantin Engel ein Handspiel, was den dritten Strafstoß zur Folge hatte. Bemerkenswerte, aber irgendwie passend zu diesem Wochenende.
1.FC Heidenheim 4:1 Würzburger Kickers (SR: Dr. Robert Kampka) 
Heidenheims Patrick Maninka bekam den Ball an die Hand – Schiedsrichter Kampka entschied zunächst auf Freistoß. VAR Daniel Schlager korrigierte allerdings die Position des Handspiels, weshalb es Elfmeter gab. Diese Situation erinnerte etwas an das Championsleague-Spiel von Felix Zwayer in der vergangenen Woche, als er einen diskussionswürdigen Handelfmeter gab. Auch hier prallte der Ball vom Oberschenkel des Heidenheims an die Hand, welche allerdings schon vor dem Kontakt unnatürlich angehoben war. Strafstoß war also die richtige Entscheidung!

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