Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 8. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 8. Spieltag | 3. Liga

2. November 2020 0 Von IG Schiedsrichter

(red/fs) Die heutige Analyse der 3. Liga beschäftigt sich mit einigen der größten Talente, die im deutschen Schiedsrichterwesen ihren Weg nach oben sicher finden werden und durch gute Spiele auf sich aufmerksam machen. Doch manchmal verhalten sie sich eben noch etwas unclever…

Türkgücü München 1:1 FC Ingolstadt 04 (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

Aron Berzel versuchte, Stefan Kutschke im Zweikampf zu stellen. Nachdem der Ingolstädter zu Boden gegangen war, entschied Schiedsrichter Jöllenbeck auf Freistoß für den FC Ingolstadt. Aus äußerst großer Distanz packte Thomas Keller dann zur besten Sonntagszeit einen Sonntagsschuss der Extraklasse aus und traf zur Ingolstädter Führung.
Diesem tollen Tor ging allerdings eine zweifelhafte Freistoßentscheidung voraus. Berzel stellte den Ingolstädter Angreifer nur und führte keine Bewegung in den Mann aus. Der erfahrene Kutschke spürte ihn natürlich und holte dadurch den Freistoß. Einerseits eine Position, die normalerweise keine all zu große Gefährlichkeit ausstrahlt und dem Schiedsrichter mit einem Pfiff kein zu großer Vorwurf gemacht werden kann. Doch andererseits war es in einem fairen Spiel, wie diesem, wirklich nicht nötig, solche Sicherheitspfiffe einzustreuen. Wenn man das komplette Spiel sieht, hat Jöllenbeck mit einer übertrieben kleinlichen Linie – die er allerdings stringent durchzog – nicht gerade zur Attraktivität des Spiels beigetragen. Wenn man die Einzelszene sieht, muss man sagen, dass der Freistoßpfiff eine Fehlentscheidung ist. Kontakt ist nicht gleich Foul. (TV-Bilder ab 0:25 Minuten)

SV Waldhof Mannheim 5:2 1.FC Magdeburg (SR: Martin Speckner)

Tobias Müller sprang kurz vor dem Ende gegen den durchstartenden Mannheimer Angreifer Joseph Boyamba in den Zweikampf und brachte diesen resolut zu Fall. Zu diesem Zeitpunkt lag einer klare Torchance vor, weshalb der gute Schiedsrichter Martin Speckner dem Magdeburger die Rote Karte zeigte. Eine klare, sowie richtige Entscheidung! An dieser Stelle möchten wir nochmal allgemeiner Empörung entgegen treten: Da der folgende Freistoß im Tor landete, beträgt die logische Sperre für Müller nur ein Spiel. Wäre die Spielfortsetzung nicht im Tor gelandet, hätte er zwei Spiele Sperre erhalten (TV-Bilder ab 3:45 Minute).

SV Wehen Wiesbaden 2:4 FC Bayern München II (SR: Konrad Oldhafer)

Ryan Malone ging an Jamie Lawrence vorbei und scheiterte am Münchener Schlussmann. Hierbei fiel auf, dass er von Lawrence kurz zuvor an der Schulte gehalten wurde. Großes Lob an den Wiesbadener Stürmer, dass er auf dem Beinen blieb und sich nicht Fallen ließ. Auch korrekt von Konrad Oldhafer, hier nicht noch zu pfeifen, da Malone seine Schusschance ja bekam. Alles korrekt gelöst! (TV-Bilder ab 0:56 Minute)

TSV 1860 München 0:2 MSV Duisburg (SR: Dr. Max Burda)

Vincent Vermeij setzte seinen Körper resolut gegen Quirin Moll ein und schoss auf das Münchener Tor. Den Abpraller verwertete Lukas Scepanik zur Entscheidung für Duisburg. Doch einige Münchener Spieler reklamierten, dass Vermeij Moll gefoult haben soll. Unserer Meinung nach lag hier allerdings ein handelsüblicher Körpereinsatz vor. Richtige Entscheidung von Schiedsrichter Burda, das Spiel laufen zu lassen (TV-Bilder ab 2:45 Minute)

1.FC Kaiserslautern 0;0 FC Hansa Rostock (SR: Tobias Schultes)

Das Montagsspiel war für Marius Kleinsorge früher beendet, nachdem Korbinian Vollmann alleine auf die Reise Richtung Tor geschickt wurde und fiel, nachdem sich seine Wege mit denen des Lauterers kreuzten. Schiedsrichter Tobias Schultes zeigte völlig zu Recht die Rote Karte (TV-Bilder ab 2:33 Minute).

In den letzten Sekunden der dreiminütigen Nachspielzeit wurde der Ball noch einmal nach vorne geschlagen und Rostocks Pascal Braier schien sich auf dem Weg zum Tor zu wähnen. Doch dann ertönte der Abpfiff von Schultes. Er hatte offenbar mit einer solchen Situation nicht mehr gerechnet, da er die Pfeife schon vor dem langen Ball in den Mund nahm. Doch die Nachspielzeit war nicht komplett abgelaufen! Ein uncleveres Verhalten vom Schiedsrichter, der ansonsten eine sehr gute Leistung zeigte! (TV-Bilder ab 3:19 Minute).

Share This: