Im Regen von Stuttgart: Der VfB schlägt 96, zwei Platzverweise

Im Regen von Stuttgart: Der VfB schlägt 96, zwei Platzverweise

26. Juli 2019 1 Von IG Schiedsrichter

Den Auftakt in die 2. Bundesliga gewann der VfB Stuttgart zu Hause gegen Hannover 96 mit 2:1. Eine Regenflut zu Beginn der zweiten Hälfte erschwerte die Partie und wurde zu einem Kampfspiel. 96 ohne Ballaktionen im gegnerischen Strafraum in den zweiten 45 Minuten. Unsere Analyse:


Wegen der hohen Temperaturen schickte Schiedsrichter Dr. Felix Brych die Spieler für eine kurze Trinkpause zu den Bänken. 

Die erste Gelbe Karte dieser Spielzeit sah der Hannoveraner Waldemar Anton. Anton stieg Ascacíbar auf der linken Abwehrseite von hinten in die Beine und kassierte hierfür die erste Verwarnung. Vielleicht etwas unglücklich, dass Felix Brych den Schwaben eine relativ gute Vorteilssituation weggepfiffen hat. Eigentlich sagt man immer, Gelb kann auch noch nach einem Angriff gezeigt. Angesichts des Ort des Foulspiels vertretbar den Vorteil vorzeitig zu unterbrechen.

Sekunden vor der ersten „Erholungspause“ erzielte Mario Gomez den ersten Saisontreffer für die Schwaben. Sosa konnte die Kugel im halblinken Angriffskorridor nicht nur erobern, sondern flankte geistesgegenwärtig sofort vor den zweiten Pfosten. Aus gut acht Metern verlängerte Gomez das Leder mit dem rechten Fuß unter das halbrechte Dach. Geprüft wurde, ob eine Abseitsposition vorlag, doch wie die kalibrierten Linien bewiesen, war dort alles sauber.

Bitter! Hannover durfte wieder hoffen. Joker Awoudja wollte einen aufspringenden Ball im eigenen Sechzehner vor Weydandt klären, holte mit dem linken Fuß zu einem langen Schlag aus, während Kobel seinen Kasten verließ. Vom Außenrist bewegte sich das Spielgerät unglücklich am Keeper vorbei und landete genau in der rechten Ecke des leeren Kastens. Es war sein erster Ballkontakt.

Kurz vor der Pause verteilte er noch je eine Verwarnung. Zunächst verhinderte Santiago Ascacíbar eine schnelle Ausführung eines gegnerischen Einwurfs, indem er das Spielgerät wegwarf. Diese Unsportlichkeit zog eine Gelbe Karte nach sich. Auch der Linksverteidiger der Gäste Matthias Ostrzolek erwischte es in Sachen Verwarnung noch vor der Pause, nachdem er gegen Ascacíbar deutlich zu spät gekommen ist.

Verständigte sich auch mit beiden Kapitänen

Der Wiederanpfiff wurde durch plötzlich einsetzenden starken Regel mit Hagelkörnern um wenige Minuten verzögert und auch das machte Dr. Felix Brych. Wartete kurz, als sich die Lage leicht besserte hatte, zumindest ohne Hagel, schickte er beide Teams wieder raus. Das ist halt die Kehrseite der extrem heißen Temperaturen der letzten Tage. Da muss immer wieder mit derartigen Unwittern und Gewittern gerechnet werden. Obwohl der Regen noch kein bisschen nachgelassen hat, war der Rasen in einem noch sehr gut bespielbaren Zustand.

Gelb für Maxime Awoudja! Der Debütant traf Weydandt unweit der Mittellinie beim Kampf um einen aufspringenden Ball mit dem linken Fuß an dessen rechten Oberschenkel. Vertretbar hier Gelb zu zeigen. Der Ex-Münchener tat sich noch schwer in der neuen Spielklasse.

Der Schiedsrichter ist nicht mehr Luft

Referee Brych stand einem Pass von Karazor unglücklicherweise im Weg. Nach neuer Regel ging die Partie nicht einfach weiter, sondern wurde mit einem Schiedsrichterball für Stuttgart fortgesetzt.

Etwa 25 Minuten vor dem Ende die Schwaben in Unterzahl. Matthias Ostrzolek flog vom Platz! Der Linksverteidiger, der nach seiner Verwarnung bereits ein weiteres Foul begangen hat, kam wieder zu spät gegen Ascacíbar und trat ihm auf den Fuß. Die Ampelkarte ist zweifellos angemessen. Ich denke, dass hat ihm Marco Achmüller aufs Ohr geflüstert, denn bei einer Gelben (Roten) Karte, greift der Video-Assistent nicht ein.

Eine weitere Gelb/Rote Karte sah denn der Youngster und Unglücksrabe Maxime Awoudja. Er hat zwar den Fuß unten, aber das Bein ist halt schon durchgestreckt. Eine Gelbe Karte die man geben kann, aber ich denke nicht zwingend geben muss. Vertretbar. Wenn man schon verwarnt ist, darf man halt nicht so in den Zweikampf gehen.

Fazit: Ein angenehm normal zu leitendes Spiel zum Auftakt der 2. Liga für Dr. Felix Brych. Alle Entscheidungen waren nachweisbar, sowie alle Verwarnungen richtig, wobei der für den Videobeweis zuständige Günter Perl nicht entscheidend eingreifen musste.

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