Mbappés Verletzung kreidet Tuchel dem Schiedsrichter an

Mbappés Verletzung kreidet Tuchel dem Schiedsrichter an

27. Juli 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Paris St. Germain konnte zwar mit dem Pokaltriumph den zweiten Titel in der Saison feiern. Doch der Sieg hatte eine bittere Begleiterscheinung. Kylian Mbappé wurde unglücklich gefoult und dabei schwer getroffen. Trainer Tuchel wütete gegen den Schiedsrichter.

„Er ist da, um die Spieler zu schützen, nicht nur meine“

Tuchel war nach dem Spiel kaum zu bremsen. „Der Schiedsrichter hat unsere Spieler nicht genug geschützt. Dies ist das dritte Spiel gegen AS St. Etienne und das dritte Rot, das sie in der ersten halben Stunde bestreiten. Es ist nicht, weil sie müde sind. Das sind keine guten Nachrichten für uns“, sagte er. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, haderte der Pariser Trainer. Auf die Nachfrage, ob der Schiedsrichter seinen Spieler nicht den nötigen Schutz gewährt habe, wurde Tuchel noch einmal deutlich: „Natürlich nicht. Es begann mit einem Foul an Neymar. Nach dem Foul an Kylian haben wir drei Gelbe Karten bekommen. Und zu Beginn gab der Schiedsrichter eine Karte für das Foul an Neymar, und wir haben drei bekommen, weil wir darum gebeten hatten, den Spieler zu schützen.

Was war passiert?

Rekordsieger Paris St. Germain (PSG) hatte zum 13. Mal den französischen Pokal gewonnen. Das Team von Trainer Thomas Tuchel setzte sich in einem hitzigen Finale am Ende verdient mit 1:0 (1:0) gegen AS St. Etienne durch. Vor rund 5000 Zuschauern im Pariser Stade de France erzielte der Brasilianer Neymar in der 14. Minute den entscheidenden Treffer für PSG, das nach der Roten Karte gegen St. Etiennes Kapitän Loic Perrin mehr als eine Stunde in Überzahl spielte.

Es seien nicht die „gleichen Kriterien, die angewendet wurden. Ich sage das für alle Spieler. Er ist vor allem da, um alle Spieler zu schützen, nicht nur meine. Es ist ein Spiel für die Spieler, und es war heute Abend nicht so“, stellte er klar.

Unsere Einschätzungen

Bei einem Pariser Konter grätschte Luc Perrin Kilian Mbappe rüde von der Seite um. Schiedsrichter Amaury Delerue zeigte Perrin die gelbe Karte, wobei ihm sichtlich die Intensität fehlte, was darauf schließen ließ, dass er die Situation nachvollziehbar als normales taktisches Foul bewertete. Allerdings entstand daraufhin ein riesiges Rudel. Delerue blieb ruhig, beobachtete das Geschehen und zeigte fünf gelbe Karten. Die Bewertung des Rudels soll hier nicht im Vordergrund stehen.

Interessant ist allerdings das Foul an Mbappe und die Tatsache, dass Delerue nach Videoansicht die Rote Karte für Perrin gab. Für eine Rote Karte ist eigentlich das Trefferbild über Knöchelhöhe erforderlich. Hier war es ein Rutschen von der Seite. Für die Verletzung des Pariser Superstars war dann eher ursächlich, dass das angewinkelte Nachziehbein Perrins dessen Fuß eingeklemmt und umgeknickt hat.

Dadurch ergab sich ein interessantes und für eine Rote Karte untypisches Trefferbild. Das Einklemmen mit dem Knie als Anlass für einen Platzverweis zu nehmen, wirkt hart, aber in diesem Fall sogar angemessen.

Premier League letzter Spieltag Leicester City – Machester United

Fast schon eine Rote Karte aus dem Lehrbuch gab es in England.

Die Partie zwischen Leicester City und Manchester United neigte sich dem Ende zu und wurde aufgrund ihrer Bedeutung auch immer härter. In der Nachspielzeit stieg der sichtlich frustrierte Jonathan Evans mit voller Intensität, gestreckten Bein und offener Sohle ein und trat Scott McTominay gegen das Schienbein. Schiedsrichter Martin Atkinson entschied sofort völlig richtig und zeigte Evans die Rote Karte [TV-Bilder].

Share This: