Nach Gräfe’s scharfer Kritik an Fandel und Krug

Nach Gräfe’s scharfer Kritik an Fandel und Krug

19. August 2017 0 Von Reiner Kuhn

Seit 13 Jahren ist Manuel Gräfe als Schiedsrichter in der Bundesliga aktiv. Nun hat der Berliner in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ heftige Kritik am Auswahlverfahren der früheren Schiedsrichter-Bosse Hellmut Krug und Herbert Fandel geübt.

Der aktuelle Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich reagierte auf die Vorwürfe in einer öffentlichen Erklärung.

„Es gehe entschieden zu weit, wenn ein Schiedsrichter einen Kollegen öffentlich und in dieser Form attackiert.“

Fröhlich reagierte in einer öffentlichen Stellungnahme alles andere als begeistert. „Bei allem Verständnis zu einer öffentlichen Meinungsäußerung geht es entschieden zu weit, wenn ein Schiedsrichter einen Kollegen öffentlich und in dieser Form attackiert“, sagte Fröhlich in einem Statement, das der DFB verbreitete. „Darüber muss mit Manuel Gräfe geredet werden, und zwar zeitnah. Gleiches gilt für seine Einlassungen zu Herbert Fandel und Hellmut Krug. Auch das kann man so nicht stehen lassen.“

„Allgemein hatte ich schon bei früheren Interviews/TV-Auftritten den Eindruck, dass Gräfe kein Blatt vor den Mund nimmt und sich nicht davor scheut, Kritik zu äußern. Ich persönlich vermute, dass Gräfe in den nächsten Wochen erst einmal nicht eingesetzt wird – gar eine Degradierung seitens des DFB scheint für mich nicht ausgeschlossen. Tatsächlich hätte ich sogar damit gerechnet, dass Gräfe für das morgige Spiel abgesetzt wird“, so Ref_1707 im buli-schiri.blogspot.

Aber „das Schlimme ist, Manuel Gräfe hat mit dieser Aussage völlig recht. Leider wird nicht immer nur nach Leistung beurteilt“, schrieb ein ehemaliger DFB-Schiedsrichter. „Schon unter meiner Zeit mit Volker Roth war es ein Geklüngel“. Er empfindet das aber auch als richtig, dass jemand wie Manuel Gräfe auch mal Kritik am System übt. Er empfand es oft so, dass nicht immer alle gleich behandelt wurden. Weiter schreibt er: „Ich denke aber, dass es mit Fröhlich besser wird, weil er ganz anders ist. Mit ihm habe ich auch schon ein Hallenturnier in Hamburg gepfiffen und muss sagen, dass er wirklich ein sehr ruhiger besonnener Mensch ist“.

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