Schiedsrichter-Not: Fußballkreis setzt auf Modell „Tandem-Schiri“

Schiedsrichter-Not: Fußballkreis setzt auf Modell „Tandem-Schiri“

24. März 2019 0 Von IG Schiedsrichter

André Decher (16) kurz vor seinem Debüt als Schiedsrichter. Auch bei der Seitenwahl an seiner Seite: Simon Bäcker (rechts). Fotos: Decher

Mit dem neuen „Tandem-Schiedsrichter“ will Kreislehrwart Simon Bäcker (29) Jung-Schiedsrichter den Einstieg erleichtern. Die Premiere mit André Decher ist ein voller Erfolg.

„Ran an die Pfeife!“ Das ist einer der Slogans, mit denen die Schiedsrichter-Zunft um neue Mitglieder wirbt. Doch die Suche ist schwierig. Seit Jahren geht die Zahl der Unparteiischen zurück. Immer problematischer wird es für die Verantwortlichen, alle Fußballspiele mit Schiedsrichtern zu besetzen. Auch Alsfelds Kreisschiedsrichterobmann Thorsten Eick lässt keine Chance ungenutzt, auf das Dilemma hinzuweisen. Doch getan hat sich wenig. Auch der Verband – der schon vor Jahren ein „Schiedsrichter-Soll“ für die Vereine eingeführt und Strafen in Form von Geldbußen bis hin zu Punktabzug bei Nichterfüllen ausspricht – schaffte damit die Trendwende nicht. Im Nachbarkreis Marburg ist die Situation bereits so kritisch, dass aktuell keine Meisterschaftsspiele der Kreisliga B mit Schiedsrichtern besetzt werden – hier müssen Vereinsvertreter die Spielleitung übernehmen.

Damit es im Fußballkreis Alsfeld nicht auch soweit kommt, will Kreislehrwart Simon Bäcker (29) neue Wege gehen und das Modell des „Tandem-Schiedsrichters“ im heimischen Fußballkreis einführen. Bäcker, der für seinen Heimatverein TSV Groß-Eichen pfeift, inzwischen aber in Schwabenrod lebt, erklärt das Modell, das vor zwei Jahren das erste Mal in Westfalen angewandt wurde und das Kreislehrwarte in Hessen jetzt übernommen haben.

„Hat ein junger Schiedsrichter die Prüfung bestanden und pfeift sein erstes Spiel, wurde er bisher von einem erfahrenen Schiedsrichter begleitet, der von außen den Jung-Schiedsrichter betreute. Beim Tandem-Modell geht die Unterstützung noch weiter. Dann stehen nämlich zwei Schiedsrichter auf dem Platz: Der erfahrene Referee und eben der Jung-Schiedsrichter. Die erste Halbzeit wird von dem erfahrenen Schiri geleitet, der Nachwuchsmann läuft an seiner Seite, kann sich so besser an die Situation gewöhnen. In der zweiten Halbzeit übernimmt der Jung-Schiedsrichter die Verantwortung, leitet das Spiel zu Ende und der erfahrene Unparteiische ist an seiner Seite. Sowohl in der Pause, als auch nach dem Spiel wird alles in Ruhe besprochen und analysiert“, schildert Bäcker, der früher selbst Fußball spielte, 2013 aber die „Seiten wechselte“.




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