Spucken? Der DFB muss durchgreifen

Spucken? Der DFB muss durchgreifen

24. Oktober 2021 16 Von IG Schiedsrichter

Was für eine unfassbare Szene am Freitag in der 2. Bundesliga: Aues Clemens Fandrich flog beim 1:0 gegen Ingolstadt vom Platz.

Wegen einer Einwurf-Entscheidung ging er in Richtung  von Schiedsrichter-Assistent Roman Potemkin , schrie ihn in aggressiver Weise. Dann ging er noch einen Schritt auf Potemkin zu – und spuckte ihm ins Gesicht. Der Spieler wehrte sich anschließend und sagte zu Bild:

Fandrich wehrt sich gegen Vorwürfe

„Ich bin entsetzt. Es ist eine absolute Lüge. Es ist Rufschädigung. Ich habe ihn nicht angespuckt. Ich werde einen Anwalt beauftragen, der prüfen soll, wie ich mich zur Wehr setzen kann.“

Natürlich will sich der Spieler verteidigen und versuchen so das Strafmaß zu minimieren. Selbst wenn es eine „feuchte Aussprache“ war. Solch ein Verhalten ist in keinster Weise zu tolerieren. Hier muss der DFB rigoros eingreifen.

Der Versuch ist strafbar

Spucken, noch dazu ins Gesicht, ist das niederträchtigste, was man auf dem Platz machen kann. Das hat nichts beim Fußball zu suchen – egal in welcher Liga! Bereits der Versuch jemanden anzuspucken oder damit rechnen zu müssen, dass man ihn trifft (und das war durch die nächster Nähe gegeben), ist beim spucken oder „feuchte Aussprache“ gegeben. Der Versuch ist bei einer Tätlichkeit bereits strafbar.

Kurios ist, dass dieses Vergehen nicht im Schiedsrichterbericht erwähnt wurde. Dort wurde nun ein Eingreifen in die Intimsphäre des Schiedsrichters aufgeführt.

Aber noch mal: Es muss die heftigste Strafe geben, die möglich ist. Sonst müssen wir Schiedsrichter in den untersten Ligen das wieder ausbaden.

Ein solches Vergehen, hätte eigentlich einen Spielabbruch zu Folge haben müssen. Gerade, weil es ein Angriff von einem Spieler war und damit einer Mannschaft direkt ist, müsste hier eigentlich zwingend abgebrochen werden.

Profifußball eine andere Welt

Das sind nur noch schlechte Zeichen an den Amateurfußball. Erst die Sache, dass die professionellen Schiedsrichter die eigene Richtlinie bei den Unsportlichkeiten nicht umgesetzt bekommen und dann zwei solchen Szene, wo man komplett inkonsequent agiert.  Da muss wohl erstmal ein Spieler mit offensichtlicher Absicht den Schiedsrichter anspucken, damit es einen Spielabbruch. Gibt nichts widerlicheres als spucken.

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