Videobeweis-Wirbel: Rote Karte für Albornoz sorgt für Aufregung

Videobeweis-Wirbel: Rote Karte für Albornoz sorgt für Aufregung

22. September 2018 1 Von Redaktionsmitglied

Der Videobeweis sorgt fast an jedem Spieltag für Ärger in der Bundesliga. Am Samstag war Linksverteidiger Miiko Albornoz, der beim Auswärtsspiel von Hannover 96 beim 1. FC Nürnberg von Referee Bastian Dankert einen fragwürdigen Platzverweis erhielt. Der Unmut war entsprechend groß.

Nach einer knappen halben Stunde war für Miiko Albornoz bereits Feierabend – nicht alle waren mit der Entscheidung einverstanden.

Die Szene, die die Gemüter erregte, spielte sich in der 28. Minute der Begegnung zwischen 96 und dem FCN ab. Virgil Misidjan lief allein auf das Tor von Schlussmann Michael Esser zu und kam kurz vor der Strafraumkante zu Fall – nach leichtem Kontakt durch den hinterhergeeilten Albornoz. Schiedsrichter Dankert ließ zunächst weiterlaufen, sah sich die Szene nach Absprache mit dem Videoassistenten dann allerdings noch einmal auf dem Monitor an. Seine endgültige Entscheidung: Freistoß für Nürnberg und Rot für Albornoz.

Das Bastian Dankert beim minialen Kontakt von Miiko Albornoz gegen Virgil Misidjan zunächst weiterspielen ließ, fanden wir völlig vertretbar und jedenfalls nicht klar offensichtlich falsch. Der Nürnberger ging leicht zu Boden. Nachdem sich Dankert die Bilder selbst anschaute, entschied er auf Freistoß. Auch wenn hier nur wenig Kontakt an der Schulter vorgelegen hat, kann dieser ausreichen um einen Spieler zu Fall zu bringen. Eine harte aber durchaus nachvollziehbare Entscheidung, auch wenn ich persönlich hier nicht auf Strafstoß entschieden hätte. Daher etwas fragwürdig, warum sich hier Video-Assistent Tobias Stieler eingeschaltet hat. Wenn er aber dort ein Foul pfeift , muss er auch wegen Notbremse Albornoz Rot zeigen – das war korrekt!

Elfmeter-Ärger auch beim BVB: Wurde Pulisic gefoult?

Auch in Hoffenheim gab es am Samstag Ärger mit dem Videobeweis. BVB-Spieler Christian Pulisic wurde gegen Hoffenheim auf der Strafraumkante gefoult. War es ein Elfmeter? Eine strittige Szene, die vom Schiedsrichter nicht nochmal untersucht und gepfiffen wird.

Dem US-Nationalspieler wurde in der 7. Minute im Strafraum auf den Fuß getreten. Doch Schiedsrichter Harm Osmers gab keinen Elfmeter – auch Video-Assistent Christian Dingert gab keinen Hinweis, dass sich Osmers die Szene nochmal ansehen soll.

Die Aktion war aus meiner Sicht strafstoßwürdig. In dem Moment, wo der Angreifer auf den Fuß getreten wird, ist es ein Foul. Das ist eigentlich nicht davon abhängig, ob er abdreht, fliegt oder einen Salto macht, aber wenn uns ein Schiedsrichter eine schlüssige Meinung bringt, die gegen den Strafstoß spricht, können wir da mitgehen. Durchaus berechtigt ist die Meinung von Dr. Markus Markus „Nicht jeder Kontakt muss ein Strafstoß bedeuten und auch der Kontakt muss zum Vergehen passen“ finden wir das auf jeden Fall nicht so abwegig.  Hier allerdings aber auf keinen Fall für den Video-Assistenten.

Rot für Diallo: Was war passiert?

In der 76. Minute liefen Dortmunds Innenverteidiger Diallo und Hoffenheims Kramaric ein Laufduell. Die heranrauschende Flanke klärte Diallo Richtung Bürki und hält seinen Gegner anschließend leicht fest. Schiedsrichter Osmers entscheidet auf Notbremse und Rot.

Beide arbeiten im Laufduell mit den Armen. Zwar hält Diallo den Gegner dann noch leicht fest, aber der Ball war eigentlich nicht mehr erreichbar. Der Platzverweis eine Fehlentscheidung. Eine klare Torchancenverhinderung lag schlichtweg nicht vor.

Insgesamt ist das Problem beim „Videobeweis“ eine zu uneinheitliche Schwelle des Eingriffes bei Grauzonenentscheidungen die auf keinen Fall klar und offensichtlich (!) sind. Man läuft beim Videobeweis Gefahr nachdem man sich eine Szene angesehen hat, dass man sich durch die Zeitlupenbilder beeinflussen lässt. Und ich meine da müssen die Referees weiter ansich arbeiten. Auch mal dem eigenen Bauchgefühl vertrauen, wenn man etwas live und real sieht und bewertet, ist meistens richtig. Der Video-Assistent soll nur dann eingreifen, wenn man etwas überhaupt nicht mehr mittragen kann. Bei Schulz gegen Pulisic war die Eingriffsschwelle hoch und bei Rot für Alborhoz nach Eingriff des Video-Assistenten und dem „On-Field-Review“, war sie niedrig.

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