T-Shirt-Linie als Orientierung: Deshalb ist Streichs Ärger unbegründet

T-Shirt-Linie als Orientierung: Deshalb ist Streichs Ärger unbegründet

8. Mai 2022 0 Von Reiner Kuhn

Der SC Freiburg musste am Samstag  eine derbe 1:4-Klatsche gegen Union Berlin, Verdient, wie auch Christian Streich einräumte. Der Coach ärgerte sich aber über eine Szene.

Beim Stand von 1:0 in der 23. Minute für Union fand Freiburgs Roland Sallai mit einem hohen Pass seinen Mitspieler im Strafraum. Im Strafraum der Berliner köpfte Höler den Ball aus kurzer Distanz an den Kopf von Paul Jaeckel. Der Ball sprang zurück an den abstehenden Arm Oberarms des Gegners – direkt vor dessen Füße. Lucas Höler schob zum vermeintlichen Ausgleich ein.

Video-Assistent Markus Schmidt schaltete sich ein und gab an Schiedsrichter Dr. Felix Brych weiter, dass ein strafbares Handspiel des Freiburgers vorliege. Die Frage: War ein strafbares Handspiel mit dem Oberarm oder doch nur mit eine Berührung mit der Schulter?

Lesen Sie weiter

Freiburg verliert gegen Union und hadert mit dem Schiedsrichter

Laut DFB-Fußballregeln  „gilt, dass die Grenze zwischen Schulter und Arm (bei angelegtem Arm) unten an der Achselhöhle verläuft„. Wenn der Ball einem Spieler also unterhalb der Achselhöhle an den Arm springe und er beispielsweise „unmittelbar nachdem er den Ball mit der Hand/dem Arm berührt hat (ob absichtlich oder nicht) ins gegnerische Tor trifft„, muss das Tor aberkannt werden.

DFB stimmt Brych zu

DFB-Lehrwart Lutz Wagner erklärte: „Schiedsrichter Felix Brych hat es auf dem Platz schon richtig wahrgenommen. VAR Markus Schmidt und sein Team haben dann im Kölner Videocenter anhand der Bilder zweifelsfrei festgestellt, dass der Ball den Arm von Lucas Höler unterhalb der Achselhöhle und damit im strafbaren Bereich des Oberarms berührt hat. Das Tor wurde also korrekterweise aberkannt.

Auch für mich ist das ein strafbares Handspiel. Die Armhaltung ist hier entscheidend. Wenn ich zum Kopfball gehe mit dem nach vorne gebeugten Arm, muss ich damit rechnen, dass der Ball über der Schulter abstehenden Arm prallt und ich mir somit einen Vorteil aus der Situation ziehe. Ein Handspiel unmittelbar vor einer Torerzielung muss immer geahndet werden, da ist die Absicht auch egal.

Mehr Klarheit, wann ein Handspiel ein Handspiel ist, soll die neue T-Shirt-Grenze bieten

Zieht man sich die Kapitänsbinde so hoch, wie es geht und der Ball prallt dagegen, ist es im grünen da im grünen, darunter im roten Bereich. Deshalb war die Entscheidung nicht „Wahnsinn“ sondern einfach nur korrekt.

Felix Brych hat es auf dem Platz gesehen, bewertet und richtig wahrgenommen, da hätte es eine Neubewertung in der Review Area nicht mehr geben können und er hätte sich auch niemals wieder umentschieden. Bei faktischen Entscheidungen sollte mal dem VAR schon vertrauen.

Share This: