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Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 16. Spieltag | 2. Liga

In der 2. Liga sorgte der Videobeweis für Aufsehen. Dieser wurde in einem Spiel sehr gut angewendet, während er in einer anderen Begegnung denkbar schlecht aussah. 

Hannover 96 1:0 Hamburger SV (SR: Sascha Stegemann)

Bakary Jatta versuchte im Hannoveraner Strafraum, einen Ball anzunehmen und wurde dabei von Sei Muroya getroffen. Nachdem der Hamburger zu Boden ging, ließ Schiedsrichter Sascha Stegemann das Spiel weiterlaufen und Hannover erzielte im Gegenzug das 1:0. Auch VAR Dr. Robert Kampka griff nicht ein.

In Deutschland wird der Videobeweis nach dem ‚missed-incident‘-Konzept verwendet, d.h. dass eine fehlende, bzw. unvollständige Wahrnehmung des Vorgangs durch den Feldschiedsrichter vorliegen muss. Dadurch soll die Entscheidungsgewalt auf dem Feld verbleiben, was auch grundsätzlich sinnvoll ist. Allerdings entstehen dabei Probleme: Zum einen ist der VAR bei vollständiger Wahrnehmung beinahe raus und zum anderen kann es zu Überinterpretationen, wie beim Spiel Bremen-Schalke kommen, wenn der Videoassistent einen verpassten, aber grauen Vorgang meldet und der Schiedsrichter ihn selbst nochmal neu bewertet. Das führt wiederum dazu, dass der frustrierte Fan wilde Theorien aufstellt, da er die Anwendung des Videobeweises in keinster Weise mitverfolgen kann. Ein Kommunikationsproblem, mal wieder…

Im vorliegenden Fall liegt es aber Nahe, dass hier eine Situation komplett vergessen wurde. Zumindest eine Kontrolle der Situation wäre fachlich ganz sicher unumgänglich gewesen, fand aber laut Sky nicht einmal statt.
Wir gehen gar soweit, dass es hier einen Strafstoß hätte geben müssen! Muroya traf Jatta, der im Sprung war, von hinten am Gesäß und brachte ihn dadurch zu Fall. Ganz viel Glück für Hannover in diesem Fall! [TV-Bilder – ab 01:20 Minute]

Hansa Rostock 1:1 FC Ingolstadt 04 (SR: Franz Bokop)

Wie der Videobeweis sehr sinnvoll eingesetzt werden kann, zeigten die folgenden Szenen:

Ryan Malone wollte vor der eigenen Torauslinie den Ball vor Christian Gebauer abschirmen, wurde von diesem aber abgelaufen und fasste ihm dann an die Schulter. Der Ingolstädter ging zu Boden und Schiedsrichter Franz Bokop entschied auf Strafstoß. Man kann hier schon ein Ziehen wahrnehmen, welches aber faktisch nicht vorlag. VAR Robert Schröder erkannte dies schnell und schickte Bokop vor den Monitor. Dort nahm er den Strafstoß zu Recht zurück. [TV-Bilder – ab 03:40 Minute]

Peter Kurzweg und Hanno Behrens bestritten im Ingolstädter Strafraum einen robusten Zweikampf, worauf der Rostocker zu Boden ging. Schiedsrichter Bokop ließ das Spiel weiterlaufen und verzichtete auch nach kurzer Kontrolle von VAR Schröder auf einen Strafstoß. Dem ist auch zu Folgen, da beide Spieler zunächst den Körper des Gegners im Fokus hatten und der Ingolstädter dabei einfach stabiler blieb. [TV-Bilder – ab 04:10 Minute]

1.FC Nürnberg 2:1 Holstein Kiel (SR: Alexander Sather)

Manuel Schäffler bekam den Ball aus kurzer Distanz gegen den Körper und traf dann zur Nürnberger Führung. VAR Patrick Alt überprüfte ein mögliches Handspiel des Torschützen, kam aber zu dem Schluss, dass der Nürnberger den Ball mit dem Bauch berührt hat. Anhand der TV-Bilder lässt sich hier für uns kein abschließendes Urteil bilden, sodass wir darauf vertrauen müssen, dass dem Videoassistenten andere Perspektiven vorlagen. [TV-Bilder – ab 00:40 Minute]

SV Sandhausen 1:1 SC Paderborn (SR: Christof Günsch)

Jasper van der Werft blockte im eigenen Strafraum einen Schuss mit dem Arm. Schiedsrichter Christof Günsch entschied daraufhin auf Strafstoß und hatte damit Recht. Der Paderborner zog die Arme etwas ungeschickt, mittig vor den Körper und vergrößerte damit in der Drehung bei unnatürlicher Handhaltung seiner Körperfläche. Dies stellte ein strafbares Handspiel dar. [TV-Bilder – ab 01:10 Minute]

1.FC Heidenheim – SSV Jahn Regensburg (SR: Nicolas Winter)

David Otto und Christian Kühlwetter standen in Erwartung eines Freistoßes im Heidenheim Strafraum. Bevor der Ball gespielt wurde, schlug der Regensburger allerdings mit dem Ellenbogen nach hinten aus und traf seinen Gegenspieler. Schiedsrichter Nicolas Winter stufte diesen Ellenbogeneinsatz als „Waffe“ ein und zeigte dem Regensburger die rote Karte. Durch Intensität und fehlende Spielnähe ist diese Entscheidung als durchaus korrekt anzusehen. [TV-Bilder – ab 01:40 Minute]

Dynamo Dresden – Karlsruher SC (SR: Benjamin Cortus)

Kyoung-Rok Choi kam gegen Michael Akonto deutlich zu spät, zog durch und traf den Dresdner am Schienbein. Da der Karlsruher bereits verwarnt war, zeigte ihm Schiedsrichter Benjamin Cortus die gelb-rote Karte. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 03:20 Minute]

[FS]

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