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Montag Rasen – Sonntag Kunstrasen

Mönchengladbach-Viersen. Die Zahlen der aktiven Schiedsrichter sind weiter rückläufig: Der Fußballkreis Mönchengladbach-Viersen hat vor einigen Monaten eine Arbeitsgruppe gegründet, um Probleme auszumachen und Lösungen zu finden. Was der Kreis plant und wieso Trainer, Spieler und Schiedsrichter gleichermaßen in der Pflicht sind.

Von vormals noch 200 Schiedsrichtern sind es nur noch 120 Unparteiische.

Machen wir uns nichts vor. Der Gau im Schiedsrichterwesen ist einfach nicht mehr aufzuhalten. Man macht sich zumindest in Viersen, wie auch gewiss woanders, Gedanken, wie es weiter gehen soll. Was ich im Artikel der Rheinischen Post vermisse ist das kein Wort zum Schutz der Schiedsrichter und nichts von Spesenerhöhungen zu lesen ist. Das sind doch die Themen worum es geht. Vergangenheit und Statistik, Statistik, Statistik, auch beim FVN. Aber Trend ganz klar nach unten.

Für mich zwei ganz klare K.o.-Kritierien (Schutz und Spesen), welche der Gewinnung neuer Schiedsrichter und dem Erhalt von bis dato Aktiven eine Rolle spielen mögen. Das Thema Wertschätzung und Respekt sind auch nicht nur Worte.

Ohne den verbrieften Schutz und eine adäquate Bezahlung kann man wie in der Vergangenheit bitten und betteln. Das hat doch nichts gebracht.  

Der Verbandstag beim FVM hätte es offenbar versäumt über eine Spesenerhöhung zu sprechen, dies soll dann im Januar 2023 nachgeholt werden. Kollege aus dem Kreis Berg:

„Seit 01.10.2019 pfeifen wir hier beim FVM in der Kreisliga für 19.00 Euro! Sobald ich meine 15 Mindestspiele beim FVM voll habe, werde ich mich bis zum Saisonende 2023 frei stellen und nur noch zu Bundesliga-Spielen als Beobachter bzw. Zuschauer fahren! Das hätte ich schon viel früher machen sollen! Das Ehrenamt-Schiedsrichter hat keine Wertschätzung mehr! Keinerlei Respekt auch auf den Sportplätzen! Eine LP-Leistungsprüfung brauchen wir in Zukunft nicht mehr für die KLA, weil wir keine Schiedsrichter mehr dafür haben! Bei uns werden ja schon Verbandsspiele nicht mehr besetzt!“

Solche Rückmeldungen demotivierter, aktiver Kollegen erhalte ich in letzter Zeit öfter. Offenbar hat der Kollege erkannt, es hilft kein Streik, sondern nur noch Dienst nach Vorschrift. 15 Spiele, das ist das Soll beim FVM und dann Ende aus die Maus. Motivation fast Null.

Eine Mutter eines A-Jugend Spielers aus dem Kreis Heinsberg schickt mir aktuell Videos zur Bewertung von Spielsituationen. Fragen: War das ein Strafstoß? War das eine Tätlichkeit? KEIN Schiedsrichter angesetzt!  Ein Trainer hat gepfiffen. Meine Antworten: Kein Strafstoß! Ja, Tätlichkeit! Ein angesetzter Schiedsrichter hätte die Situationen vermutlich besser bewertet. Auf jeden Fall Neutral. 

So wie bei den Jugend Spielen wird es in Zukunft auch bei Ü18 des öfteren der Fall sein: KEIN Schiedsrichter angesetzt! 

Anton Dinslaken

Dipl. Kaufmann Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

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