Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 18. Spieltag – 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 18. Spieltag – 3. Liga

9. Dezember 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Mit dem nichtgegebenen Treffer in Mannheim +++ dem Elfmeter in Mannheim, Chemnitz und München +++ dem 2:1 für Zwickau +++ Gelb/Rot für Huth +++ den nichtgegebenen Strafstößen in Chemnitz, Jena und Kaiserslautern +++ dem Foulspiel vor Rot für Beukert. Am 18. Spieltag der 3. Liga schauten wir uns zehn Situationen nochmal an.

SV Waldhof Mannheim 0:0 Eintracht Braunschweig (SR: Manuel Gräfe)

15 Minuten vor dem Ende war der Ball endlich drin! Ein Freistoß von der linken Seite landete im Fünfer am Unterarm von Jean Koffi und von dort direkt vor den Schlappen des Angreifers, der das Ding sofort ins Netz schickte. Die Heimfans jubelten schon aber Manuel Gräfe winkte ab!

Die Regeländerung seit Beginn dieser Saison besagt, dass wenn ein Spieler mit der Hand ein Tor erzielt oder sich durch dieses Handspiel unmittelbar einen Vorteil verschafft – auch wenn unabsichtlich – darf dieses folgende Tor nicht zählen, sodass es eine richtige Entscheidung ist, diesen Treffer von Koffi für Mannheim nicht anzuerkennen (TV-Bilder ab 2:15 Minute).

In der Nachspielzeit beim Stand von 0:0 hätte das die Entscheidung sein müssen! Mit einer wunderschönen Aktion steckte Arianit Fesiri das Spielgerät durch eine Lücke in der Defensive und servierte Maurice Deville, der plötzlich mutterseelenallein im Strafraum auftauchte. Auf dem Weg zum Treffer stolperte der Mannheimer aber über das ausgestreckte Beim von Keeper Jasmin Fejzić und wurde einer glasklaren Torchance beraubt. Hier hätte es Elfmeter für Mannheim und die Gelbe Karte gegen Fejzić geben müssen. Kein Rot, da die Aktion durch ein ballorientiertes Foulspiel im Strafraum stattfand (TV-Bilder ab 2:40 Minute).

Chemnitzer FC 2:2 FSV Zwickau (SR: Sören Storks)

In der 20. Minute des prestigeträchtigen Sachsenderby fiel Awuku im Strafraum! Der Mittelfeldspieler zog in den Sechzehner und kam kurz vor Lange an den Ball. Durch den Kontakt, traf Lange nicht die Kugel, zog aber vor Awuku noch das Bein zurück. Beide berühren sich zwar, doch Storks reichte das nicht für einen Elfmeter. Die Verweigerung des Strafstoßes aus Sicht des Schiedsrichters ist vertretbar. Wenn man sich dann aber die Zeitlupenbilder genau anschaute, sieht man zunächst, dass Storks nicht optimal positioniert ist, sodass er den Tritt von Lange an Awukus Schienbein nicht zweifelsfrei sehen konnte, da Zwickaus Reinhardt ihm die Sichte versperrte, welches der Grund für den ausbleibenden Strafstoß sein könnte. Der Schiedsrichter-Assistent hingegen, ist ihm auch keine Hilfe, da er zuweit weg steht um den Vorgang genau zu betrachten. Letztlich, nach den Bildern, eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter aber auch eine Erklärbare (TV-Bilder ab 51:10 Minute).

Elfmeter für Chemnitz! Christopher Handtke klärte mit der Brust einen Querschläger ins Toraus, doch bevor der Ball die Linie übertrat, schwang sein Arm nach und gegen den Ball. Sören Storks zeigte auf den Punkt. Da Handtke aktiv mit der Hand zum Ball ging, ist das ein klares strafbares Handspiel. Eine richtige Entscheidung vom Schiedsrichter den Elfmeter für Chemnitz zu geben (TV-Bilder ab 1:10 Minute).

Zwickaus Huth erzielte das 2:1 für den FSV, CFC-Keeper Jabkubov reklamierte auf Abseits, der Treffer zählte aber.

Bereits beim ersten langen Ball stand Huth schon knapp im Abseits. Dort hätte der Assistent schon die Fahne heben müssen. Was diese Situation für den Assistenten so schwierig macht, dass gleich mehrere Angreifer in gegenläufiger Bewegung sich knapp auf der Abseitslinie befinden und dort jeder einzelne gedanklich eingefroren werden muss, um festzustellen, welcher der Angreifer aus seiner Position aktiv ins Spiel eingreift. Aber auch hier, eine Fehlentscheidung, den Treffer anzuerkennen (TV-Bilder ab 1:35 Minute).

Gelb/Rot für Elias Huth: Rudelbildung in den packenden Sachsenderby an der Gellertstraße! Huth holte einen Freistoß heraus, dessen schnelle Ausführung der Erfahrene Hosiner mit einem Schubser verhinderte. Daraufhin sprang der Zwickauer auf und schubste Hosiner zu Boden. Storks beruhigte die Situation, bevor er beiden Streithähnen Gelb zeigte. Das Problem für den Zwickauer: er war schon verwarnt, weshalb er mit seiner zweiten Gelben Karte voreigtig zum duschen geschickt wurde.

Sowohl die Verhinderung den Freistoß ausführen zu lassen, als auch der danach folgende Schubser sind einfach unnötig. Der Schiri sieht das schon und pfeift sanktioniert das. Wenn ein Spieler bereits Gelb gesehen hat, darf man sich nicht zu so einer Dummheit verleiten lassen. Gelb/Rot eine richtige Entscheidung (TV-Bilder ab 2:40 Minute).

Carl Zeiss Jena 0:3 SpVgg Unterhaching (SR: Eric Müller)

Das Spiel begann gleich mit einer relevanten Strafraumsituation: Jenas Julian-Günther Schmidt wurde im Strafraum von Max Dombrowka zu Fall gebracht, einen Strafstoß gab Müller nicht.

Schwierige für Entscheidung für den Schiedsrichter. Dombrowka war da einfach eher am Ball und Günther-Schmidt hob auch ein bisschen zu früh ab, allerdings traf er den Angreifer am Fuß und brachte ihn damit zu Fall. Eine Hilfe für den Schiedsrichter wäre hier der auf seiner Seite befindliche Assistent gewesen, um das Foulspiel anzuzeigen. Bei solchen Strafraumbrennpunkten muss die Zusammenarbeit des Schiedsrichterteams einfach besser von statten gehen. Letztlich eine Fehlentscheidung, den Elfmeter nicht zu geben.

FC Kaiserslautern 1:0 Hallescher FC (SR: Robert Hartmann)

Benthley Bexter-Bahn brachte brachte Lautern Timmy Thiele im Strafraum zu Fall. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm.

Thiele war im Strafraum zuerst am Ball. Der mit seiner Grätsche zu spät kommende Baxter Bahn. Durch die Grätsche kam er aus dem Gleichgewicht und traf dann mit dem sogenannten Nachziehbein Thiele am rechten Fuß und hat ihn dadurch zu Fall gebracht. Allerdings nahm der Hallenser den Kontakt auch dankend an, trotzdem hätte es hier den Strafstoß für Kaiserslautern geben müssen (TV-Bilder – ab 0:45 Minute)

MSV Duisburg 3:2 FC Bayern München II (Asmir Osmanagic)

Leroy-Jacques Mickels flog nach einem Schubser von Chris Richards Richtung Duisburger Trainerbank. Für den Bayern-Verteidiger hatte das überharte Einsteigen keine Folgen.

Der Bodycheck von Mickels gegen Richards ist nur gegen den Körper gerichtet und hatte nicht im Geringsten mit fairen Zweikampf im Kampf um den Ball zu tun. Die richtige Entscheidung wäre hier der direkte Freistoß und die Gelbe Karte für Mickels gewesen, somit eine Fehlentscheidung. Gerade auf dem sogenannten Präsentierteller zwischen den Trainerbänken, wo es alle mitbekommen und sofort reklamieren muss man bei Foulspielen strenger und sensibler sein, um jeglichen aggressiven Keim gleich zu ersticken. Wäre das Foulspiel geahndet worden, wäre es nicht zur Roten Karte für Duisburgs Torwarttrainer Beukert gekommen, die natürlich trotzalle dem die richtige Entscheidung darstellt. Das kann ein Teamoffizieller einfach nicht bringen und einen Gegner mit dem Ball abzuschießen, auch wenn es hier misslungen ist (TV-Bilder ab 0:20 Minute)

Sarpreet Singh drang in den Sechzehner ein und ging im Zweikampf mit Joshua Bitter zu Fall. Auch diese Entscheidung ist strittig, Singh hobt schon vor dem Kontakt ab.

Das ist eine Schwalbe. Bevor überhaupt der Kontakt mit Joshua Bitter da war, ging Singh ohne Berührung zu Boden, sodass es hier einen Freistoß für Duisburg und die Gelbe Karte hätte geben müssen. Der Strafstoß für die Bayern somit eine Fehlentscheidung. In einem solchen Moment wünscht man sich den Videobeweis zu Hilfe (TV-Bilder ab 1:55 Minute)

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