Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 5. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 5. Spieltag | 2. Liga

30. August 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Am vergangenen Wochenende waren wieder einige knifflige Strafraumentscheidungen zu treffen. Außerdem musste der VAR bewerten, ob der Ball bereits die Torlinie, bzw. die Seitenlinie überschritten hatte und einer kurzzeitig genutzten Überzahl.

1.FC Nürnberg 2:1 Karlsruher SC (SR: Patrick Alt)

Tom Krauß wurde im Karlsruher Strafraum von Philip Heise verfolgt und erhielt einen kleinen Schubser. Der Nürnberger blieb aber auf den Beinen und ging dann erst nach einem Zusammenprall mit Torwart Marius Gerspeck zu Boden. Schiedsrichter Patrick Alt ließ weiterlaufen, was mit Blick auf die Linie des Unparteiischen durchaus möglich war. [TV-Bilder – ab 0:49 Minute]

SV Darmstadt 98 4:0 Hannover 96 (SR: Dr. Max Burda)

Luca Pfeiffer tankte sich auf der linken Seite durch und bediente Phillip Tietz, der zum 2:0 einschob. Hannover reklamierte allerdings, dass der Ball schon im Seitenaus gewesen wäre. VAR Michael Bacher überprüfte die Szene und bestätigte die Entscheidung auf dem Feld. Es liegen keine Bilder vor, die uns hier eindeutig zu einer anderen Annahme kommen lassen. Der Assistent steht in solchen Situationen optimal und kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genau feststellen, ob der Ball im Aus war oder die Linie noch berührte. Für einen Video-Assistent ist es hier nahezu unmöglich anhand der Bilder zu beweisen, da er keine Kamerabilder hat, welche sich direkt auf der Linie befinden. Aus den entsprechenden TV-Bildern ist der Ball aber an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit voller Umdrehung im Aus, weshalb der Treffer regelkonform war. [TV-Bilder – ab 2:08 Minute]

Pfeifer lehnte sich in Jannik Dehm hinein und ging zu Boden. Schiedsrichter Dr. Max Burda ließ weiterlaufen und lag damit absolut richtig. Der Hannoveraner war hier nämlich auch nicht wirklich aktiv im Zweikampf. [TV-Bilder – ab 2:35 Minute]

Tietz ging nach einem Eckball mit dem Oberarm zu Ball. Für Burda war die Szene schwer zu erkennen, aber VAR Bacher schaltete sich ein und empfahl den Gang vor den Bildschirm. Dort erkannte Burda das eindeutig strafbare Handspiel und entschied auf Strafstoß für Hannover. [TV-Bilder – ab 2:42 Minute]

SG Dynamo Dresden 0:3 SC Paderborn (SR: Deniz Aytekin)

Robin Becker grätschte gegen Marco Stiepermann und brachte den Paderborner dadurch zu Fall. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte dem Dresdener dafür die rote Karte wegen der Verhinderung einer klaren Torchance. Völlig zurecht, denn das Beinstellen stellte ein klares Foulspiel dar und es konnte kein weiterer Verteidiger mehr eingreifen. [TV-Bilder – ab 2:57 Minute]

SV Werder Bremen 3:0 Hansa Rostock (SR: Daniel Siebert)

Julian Riedel bekam einen Kopfball von Niklas Schmidt an den angewinkelten Arm, worauf Schiedsrichter Daniel Siebert zunächst auf Eckball entschied. VAR Guido Winkmann griff ein und Siebert entschied daraufhin am Monitor auf Strafstoß für Bremen. Korrekte Entscheidung, denn die Vergrößerung der Körperfläche bleibt weiterhin strafbar. Diese entfällt nur, wenn die Armhaltung mit der Körperbewegung erklärbar ist. In diesem Fall stellte der Armkontakt ein strafbares Handspiel dar. [TV-Bilder – ab 1:45 Minute]

Marvin Duksch drosch einen Ball gegen die Latte. Von dort prallte die Kugel nach unten und überschritt die Torlinie offen bar nicht komplett. In der 2. Liga gibt es keine Torlinientechnik, sodass VAR Winkmann prüfen musste und kam zum anhand des Bildes korrekten Ergebnis, dass kein Torerfolg vorlag. [TV-Bilder – ab 3:10 Minute

SV Sandhausen 0:2 FC Ingolstadt (SR: Franz Bokop)

Kurz vor der Pause schickte Schiedsrichter Franz Bokop Sandhausens Kapitän Zhirov mit einer blutender Wunde vom Feld. Diese kurzzeitige Überzahl nutzte Bilbija und brachte die Oberbayern in Front. [TV-Bilder – ab 1:37 Minute]

Regelkonform! Im Zusammenhang mit Verletzungen von Spielern hat der Schiedsrichter folgende Richtlinien zu beachten: Ein Spieler mit blutender Wunde hat das Spielfeld zur Behandlung zu verlassen. Er darf das Spielfeld erst wieder betreten, wenn sich der Schiedsrichter vergewissert hat, dass die Blutung gestoppt wurde.

Anmerkung: Wir sind auf das Material der Zusammenfassungen angewiesen. Falls euch noch eine Szene aufgefallen ist, schickt uns gerne Videomaterial und wir liefern eine Erklärung nach. [Autor: Felix Stark]

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