Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | U21 & WM-Quali

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | U21 & WM-Quali

28. März 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Sehr farbig wurde es gestern in den Spielen der U21-Europameisterschaft und der WM-Qualifikation. Leider ging es in der noch jungen Qualifikationsrunde erneut um eine knappe Torerzielung, bei der das Gespann allem Anschein nach falsch lag.

Von: Felix Stark

Spanien U21 0:0 Italien U21 (SR Harm Osmers)

Der bereits verwarnte Gianluca Scamacca stoppte Oscar Mingueza mit ausgefahrenem Ellenbogen und sah hierfür völlig zu Recht die gelb-rote Karte. Im Rücken von Schiedsrichter Harm Osmers nahm sich Nicolo Rovella den Spanier allerdings nochmal vor, holte zum Kopfstoß aus und ließ sich dann dreist fallen. Osmers zeigte dann Mingueza die glatt rote Karte und Rovella, der immer noch mitmischen wollte, nach einiger Zeit die gelb-rote Karte. Leider hatte der Italiener mit seiner Schauspieleinlage sein Ziel also erreicht. Eine sehr schwer zu überblickende Situation für Osmers, der allerdings hier Rovella die glatt rote Karte hätte zeigen und es bei Mingueza bei der Verwarnung belassen müssen. Insgesamt kann man leider erneut festhalten, dass deutsche Schiedsrichter bei Spielen mit südlicher Mentalität große Probleme haben! Wie auch schon das Spiel von Daniel Siebert zeigte, fehlt den DFB-Referees in der oft unterkühlten Bundesliga hierfür anscheinend einfach die Praxis! [TV-Bilder]

Ungarn U21 1:2 Rumänien U21 (SR: Lawrence Visser)

Heftig wurde es auch zwischen Ungarn und Rumänien: Adrian Szöke und Marius Marin tauschten bereits nach wenigen Minuten Freundlichkeiten aus und konnten froh sein, dass der belgische Unparteiische Lawrence Visser jeweils nur die gelbe Karte verhängte. [TV-Bilder]

Noch vor der Halbzeit war dann ein Platzverweis fällig: Adrian Szöke fuhr im Kopfballduell gegen Denis Ciobotariu den Arm aus und traf diesen voll im Gesicht. Eine gelb-rote Karte, die er sich redlich verdiente! [TV-Bilder]

In einer dritten Szene dieses überhart geführten Duells lag der Referee allerdings grob daneben: Laszlo Deutsch kam gegen Olimpiu Morutan klar zu spät und ließ diesen im eigenen Strafraum über die Klinge springen. Offenbar hatte Visser schlechte Sicht, denn es ist deutlich erkennbar, dass er eine Ungereimtheit wahrnahm. Da ihm aber der Assistent offenbar auch nicht helfen konnte und es in der Vorrunde keinen VAR gibt, lief das Spiel weiter. Hier hätte es Strafstoß für Rumänien geben müssen! [TV-Bilder]

Niederlande 2:0 Lettland (SR: Stephanie Frappart)

Kriss Karklins trat Georginio Wijnaldum mit offener Sohle gegen die Wade und wurde dann von Luuk de Jong zur Rede gestellt. Es entwickelte sich eine Rudelbildung, an deren Ende Schiedsrichterin Stephanie Frappart beiden Protagonisten die gelbe Karte zeigte. Die Aktion für den lettischen Spieler war allerdings zu Milde! Schwer zu beurteilen, denn für einen solchen Zweikampf muss man gerade die perfekte Sicht von hinten haben, doch hätte es hier die rote Karte für Karklins geben müssen! [TV-Bilder]

Norwegen 0:3 Türkei (SR: Alejandro Jose Hernandez Hernandez)

Kristian Thorstvedt grätschte Caner mit offener Sohle gegen das Schienbein und sah hierfür die rote Karte! Aufgrund der hohen Dynamik und fehlender Kontrolle eine nachvollziehbare Entscheidung. [TV-Bilder]

Serbien 2:2 Portugal (SR: Danny Makkelie)

Nikola Milenkovic sprang mit offener Sohle in Danilo Pereira und traf diesen glücklicherweise nur mit der Fußspitze am Knöchel. Dennoch lag hier eine mehr als ausreichende Dynamik und Intensität vor, sodass der Platzverweis durch Schiedsrichter Danny Makkelie absolut gerechtfertigt war. [TV-Bilder]

Christiano Ronaldo schoss einen Ball auf das serbische Tor, welchen Stefan Mitrovic wegschlug. War der Ball nicht schon im vollen Umfang hinter der Linie? Erneut war es ein Fall, bei dem es beinahe unmöglich war, dies zweifelsfrei aufzulösen. Assistent Mario Diks ließ das Spiel jedenfalls weiterlaufen. In einer WM-Qualifikation ist das kein akzeptabler Zustand, auf die Torlinientechnologie zu verzichten und die Referees so vor Probleme zu stellen. Da dies in dieser Woche bereits der zweite Fall war, bringt es die FIFA vielleicht zum umdenken, auch wenn das System für Nationen, wie Gibraltar, eine Menge Geld kostet. Wünschenswert wäre es! [TV-Bilder]

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