Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 12. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 12. Spieltag | 3. Liga

26. November 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Wann ist es notwendig, dass der Schiedsrichter Härte zeigt und deutlich in das Spiel eingreift? Neben einigen Strafstoßszenen stand die Frage im Raum, wie rot eine Rote Karte sein muss. Unser Plädoyer für mehr klare und eindeutige Entscheidungen.

SV Wehen Wiesbaden – SV Meppen (SR: Michael Bacher)

Moritz Kuhn grätschte gegen Rene Guder, traf allerdings erst lange, nachdem der Meppener zum Abschluss kam. Schiedsrichter Michael Bacher gab keinen Strafstoß und lag damit richtig, da keine Bewegung in den Mann vorlag und für ein Beinstellen die Spielsituation vorüber war. Solche Situationen sollen laufen gelassen werden. [TV-Bilder – ab 1:54 Minute]

1.FC Kaisersauten 1:0 VfB Lübeck (SR: Florian Exner)

Anis Gözütok schob seinen Körper vor Soufian Benyamina, der dann auf diesen auflief. Lübeck forderte Strafstoß, doch Schiedsrichter Florian Exner gab Freistoß für Kaiserslautern. Gar keinen Pfiff und einfach weiterlaufen zu lassen wäre die bessere Wahl gewesen, denn genau so, wie es Gözütok tat, geht man richtig in den Zweikampf. Er schob sich vor Benyamina, verringerte die Geschwindigkeit aber nur langsam und machte auch keine Bewegung in Richtung des Lübeckers. Somit lag kein Foul von Gözütok vor. Von Benyamina allerdings auch nicht. [TV-Bilder – ab 1:39 Minute]

FC Viktoria Köln 1:1 FSV Zwickau (SR: Tom Bauer)

Davy Frick brachte Michael Seaton aus der Balance und sah sich mit einem Strafstoßpfiff gegen sich konfrontiert. Die Entscheidung von Tom Bauer, hier einen Elfmeter für Köln zu pfeifen, ist für uns falsch! Es lag weder ein Halten, noch ein Stoßen oder ähnliches vor. Seaton konnte sich schlicht und einfach im Zweikampf nicht behaupten und hätte hierfür keinen Strafstoß bekommen dürfen! [TV-Bilder – ab 2:07 Minute]

In der Nachspielzeit langte Torwart Andre Weis daneben und stürzte in den Zwickauer Morris Schröter hinein – wieder gab Tom Bauer Strafstoß! Dieses Mal lag er allerdings völlig richtig, da Weis eben den Ball nicht erreichen konnte und nur seinen Gegenspieler regelwidrig zu Fall brachte. [TV-Bilder – ab 2:44 Minute]

1.FC Magdeburg 1:1 Hansa Rostock (SR: Sven Jablonski)

Zunächst streifte Adrian Malachowski den Rostocker Korbinian Vollmann mit hohem Bein leicht an der Schulter, worauf dieser zu Boden ging. Wenig später fiel der Magdeburger Sirlord Conteh nach Armeinsatz von Max Reinthaler. Beide Male ließ Schiedsrichter Sven Jablonski weiterlaufen. Beide Male lag eine klare Torchance vor, weshalb jeweils eine Rote Karte im Raum stand. Da die Situationen absolut vergleichbar waren, war es für die Akzeptanz schon mal gut, beides gleich zu bewerten. Unserer Meinung nach ist das dann aber auch Teil der Linie des Schiedsrichters. Je weiter sich das Spiel in Richtung der Strafräume verlagert, desto mehr müssen wir wieder zu klaren Entscheidungen zurückkommen und nur absolut eindeutige Szenen entsprechend hart ahnden. Dies war hier nicht der Fall, sodass die Bewertungen von Jablonski absolut nachvollziehbar waren. [TV-Bilder – ab 0:26 Minute und 0:42 Minute]

SC Verl 1:1 TSV 1860 München (SR: Frank Willenborg)

Philipp Sander schob zur vermeintlichen Verler Führung ein, doch Assistent Christopher Horn hob die Fahne. Die Abseitsposition ist anhand der zur Verfügung stehenden Bilder nicht hundertprozentig nachprüfbar. Im Zweifel müssen wir dann die Entscheidung des Assistenten akzeptieren, tendenziell lag jedoch keine Abseitsposition vor, weshalb der Treffer wohl anerkannt werden musste. [TV-Bilder – ab 1:11 Minute]

Weiter ging es recht uneindeutig zu: Julian Stöcker hielt Stefan Lex fest und erhielt die gelbe Karte. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied sich gegen eine Rote Karte, obwohl Lex auf dem Weg zum Tor war. Für uns eine schwierige Graubereichentscheidung, da Willenborg hier bewerten musste, ob die sich auf der selben Höhe seitlich versetzt befindenden Verler noch eingreifen konnten. Dies lag durchaus im Bereich des möglichen! [TV-Bilder – ab 2:03 Minute]

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