Formfehler bei Bayern-Spiel im Pokal: Aneinander vorbeigeredet

Formfehler bei Bayern-Spiel im Pokal: Aneinander vorbeigeredet

1. Mai 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Nach einigen Tagen Abstand zum Pokal-Halbfinale Werder Bremen gegen Bayern München, was bekanntlich die Münchener durch einen von Daniel Siebert verhängten Strafstoß gewannen, kommen wir nochmal darauf zurück. Lange Debatten wurden geführt. Nun präsentieren wir die abschließende Meinung.

Was war passiert?

Eine sehr harte Elfmeterentscheidung von Referee Daniel Siebert sorgte doch noch für den Münchner Erfolg: Coman war nach leichtem Schieben von Gebre Selassie im Strafraum zu Fall gekommen (78.). Den Strafstoß verwandelte Lewandowski sicher (80.).

Siebert spricht von einem Kontakt unten. Den gab es defakto nicht. Kampka hätte ihn das sagen müssen, es gab oben einen leichten Kontakt, der für einen Elfmeter ausreichend sein KANN. Dann hätte sich Siebert die Szene draußen nochmal anschauen können und die neu bewertet. Wenn es ihn gelangt hätte, bleibt er bei Elfmeter, wenn nicht nimmt er ihn zurück.

Aber jetzt kommt es: Ob das für einen Elfmeter reicht, darf der Video-Assistent nicht bewerten. Denn Siebert hat es so ja nicht gesendet. Also muss er raus und selber entscheiden.

Drees: „… Andererseits gibt es auch einen Aspekt, der für einen strafstoßwürdiges Vergehen spricht“.

Projektleiter Dr. Jochen Drees sagt auch, dass es Aspekte FÜR einen Strafstoß gibt, auch wenn es auf diesem Niveau einfach zu wenig ist und deshalb betrachtet der DFB den Strafstoß für falsch. Nur wie gesagt: Daniel Siebert muss sich selbst ein Bild machen und dann selber entscheiden und nicht Kampka, da Siebert eben nicht die Wahrnehmung hatte. Die Beiden haben einfach Formfehler begangen und sich nicht an das IFAB-Protokoll gehalten – und das wurde in erste Linie durch Drees kritisiert, nicht der Strafstoß.

Was ist mit „reicht nicht auf diesem Niveau“ gemeint?

Die Schiedsrichter haben alle das gleiche Regelwerk, sowohl oben, als auch unten. Aber die Zweikampfführung ändert sich von Spielklasse zu Spielklasse. Je höher das Niveau desto schneller und intensiver ist das Spiel und auch desto klarer die Zweikämpfe. Und eigentlich wollte da niemand einen Strafstoß, auch wenn er regeltechnisch möglich ist, weil er leicht stößt. Wenn das ein Strafstoß zur Folge hat, dann gibt es bei jeder Ecke einen Elfmeter. Die Jungs spielen doch so Fußball Das ist akzeptiert. Deshalb muss man die Zweikampfbewertung je nach Spielklasse anpassen.

Wenn jemand 2. Liga pfeift, dann bewertet er es auch anders als zum Beispiel in der Oberliga. Da pfeift man in den unteren Ligen einfach mehr ab auch wenn die Regeln die gleichen sind. Man darf nicht stoßen, aber wann reicht der Stoß aus.

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