Ittrich: „Relegationsspiele ohne Zuschauer ist höherer Druck“

Ittrich: „Relegationsspiele ohne Zuschauer ist höherer Druck“

28. Juni 2020 1 Von IG Schiedsrichter

(red/ss) Bundesliga Schiedsrichter Patrick Ittrich war am Sonntag Mittag zu Gast bei Patrick Wasserziehr. Die gesamte Saisonleistung der DFB-Referees beurteilt er als „Gut“, die Kritik an der Ansetzung von Osmers gestern bei Union Berlin gegen Fortuna Düsseldorf (Endstand: 3:0) als zu weit her gegriffen außerdem sei bei den Relegationsspielen in diesem Jahr der Druck auf die Schiedsrichter besonders hoch. Die wichtigstens Ausgagen zum Nachlesen:

Die gesamte Runde mit Moderator Patrick Wasserziehr, Max Kruse (Spieler), Patrick Ittrich (Schiedsrichter), Philipp Nagel (Journalist) und Lothar Matthäus (Sky-Experte) 

Zu Beginn der Sendung fragt Moderator Wasserziehr Patrick Ittrich wie er die Leistung der Schiedsrichter im Gesamten in dieser Saison beurteilt, Ittrich antwortete kurz mit „Gut“. Das deutsche Schiedsrichterwesen sei allgemein sehr stark, auch im internationalen Vergleich.

Daraufhin wird er noch auf die gestrige Ansetzung von FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers bei Union gegen Düsseldorf angesprochen und wie froh er sei, dass die Referees gestern nicht mit strittigen Entscheidungen den Abstiegskampf beeinflusst haben. Natürlich sei er darüber froh, die Kritik an der Ansetzung kann Ittrich nicht verstehen man müsse mal „die Kirche im Dorf lassen“.

Im Vorausblick auf die Relegationspartien in diesem Jahr schätzt Patrick Ittrich den Druck als besonders hoch ein. Eine spannende Aussage gerade im Hinblick auf Äußerungen von Deniz Aytekin und Bastian Dankert.

Bei seinem gestrigen Einsatz in der Partie Wolfsburg gegen Bayern München lobte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert die Bundesliga-Schiedsrichter dafür, dass sie mitgezogen haben und trotz der schwierigen Situation ihre Leistung erbracht haben.

Dann wurden verschiedene Szenen durchgegangen unter anderem das Handspiel von Boateng in der Partie Dortmund gegen Bayern. Ittrich stellt zunächst klar, das er keinen Kollegen angreifen will und versucht dann die Vorgehensweise des VAR mit der Wahrnehmung des Schiedsrichters (in diesem Spiel Tobias Stieler) zu erklären. Hier sei ein Strafstoß die bessere Entscheidung, dennoch war es korrekt, dass VAR Sascha Stegemann hier aufgrund der guten und richtigen Wahrnehmung Stielers (er gab ja Eckball) nicht eingegriffen hat. Der Hamburger Bundesliga-Schiedsrichter betont nochmal das Ermessen des Schiedsrichters. Er finde es sehr schade, dass dieses leider immer häufiger abgesprochen werde.

Ebenso ist das aberkannte Tor von Guerreiro in der Partie Düsseldorf gegen Dortmund angesprochen worden. Ittrich betonte die eindeutige Regel und kann die Kritik absolut nicht verstehen. Man müsse sich auch selber informieren, bei einer Gesetzesänderung würde auch nicht an jeder Haustür angeklopft werden.

„Finde ich nicht ok.“

Hat der VAR den Fußball gerechter gemacht?

„Ja definitiv.“

Besonders beim VAR mache sich ein klassischer Effekt bemerkbar, dass über die überwiegende Mehrheit der richtigen Eingriffe nicht, über die 3-4 Fehler aber heftig debattiert werde.

Zum Abschluss der Sendung ging es um den Erfolg von Jürgen Klopp mit Liverpool in der Champions League, zum allgemeinen sportlichen Geschehen hielt sich Ittrich eher zurück.

„Dafür bin ich nicht da, bin ja nur Schiedsrichter.“

Fazit: Unserer Meinung nach ein sehr guter, öffentlicher Aufritt von Patrick Ittrich, der in gewohnter Manier klare und interessante Aussagen traf und doch stets fair gegenüber anderer Kollegen, gerade bei der Bewertung der Spielszenen blieb.

 

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