Mit Videos | Erster Videobeweis im DFB-Pokal

Mit Videos | Erster Videobeweis im DFB-Pokal

18. April 2018 0 Von Reiner Kuhn

Eintracht Frankfurt hat zum zweiten Mal in Folge das DFB-Pokal-Finale erreicht. Die Hessen gewannen das zweite Halbfinale bei Schalke 04 trotz Unterzahl in der Schlussphase mit 1:0 (0:0) und bescherten irhem scheidenden Trainer Niko Kovac ein Endspiel in Berlin gegen dessen künftigen Arbeitgeber Bayern München. Luka Jovic erzielte vor 61.891 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit der Hacke das entscheidende Tor für die Frankfurter. Gelson sah nur 33 Sekunden nach seiner Einwechslung aufgrund eines groben Foulspiels nach Videobeweis die Rote Karte.

Brenzlig wurde es schon nach vier Minuten. Nach einem Freistoß für Schalke aus dem rechten Halbfeld. Caligiuri schlug die Kugel vor das gegnerische Tor, aber dort kam keiner seiner Kollegen heran. Hrádecký fing souverän ab. Kurz zuvor kam Burgstaller vor dem Strafraum im Getümmel zu Fall. Die Pfeife von Schiedsrichter Hartmann blieb aber stumm. In der 12. Minuten ein Freistoß vom rechten Flügel brachte auch Schalke die erste Gelegenheit. Caligiuris Hereingabe fand den Kopf von Kehrer am langen Pfosten. Per Aufsetzer setzte er den aber drüber. Die Fahne des Assistenten ging aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung ohnehin nach oben. Allerdings war das gleiche Höhe von Kehrer. Nach einer holprigen Anfangsphase hat Robert Hartmann seine Linie gefunden. Ein tadelloser Auftritt bis dahin.

Nach knapp einer halben Stunde  ein Freistoß für die Gäste aus dem Halbfeld. De Guzmáns Hereingabe flog zwar hoch in den Schalker Strafraum, aber dort wurde die Situation wegen Abseits auch schon wieder abgepfiffen. Es blieb eine zähe Angelegenheit. Nach einem Handspiel von Thilo Kehrer bekamen die Frankfurter erneut einen Freistoß im Halbfeld zugesprochen. Erneut brachte de Guzmán diesen hoch in den Sechzehner der Hausherren. Letztlich fing Fährmann aber souverän ab. In der 39. Minute gab es nach Foul von Schöpf an Willems gibt es Freistoß für die Eintracht vom linken Flügel. Der Gefoulte tritt selbst an, schlägt die Kugel hoch in die Mitte, aber dort kommt keiner seiner Kollegen ran. Fährmann fängt sicher ab. Erste Gelbe!  Harit führte den Ball vor dem Frankfurter Strafraum, rutschte dabei aus und dadurch in die Beine von Russ. Eine absolut unabsichtliche Situation. Etwas kleinlich von Schiedsrichter Hartmann. Harit rutscht zwar weg, rauschte aber wirklich hart in den Mann. Spieltaktisch kann man die Gelbe Karte geben, für das Vergehen eher schwierig.
Dann die kuriose Szene in der 45. Minute mit Fährmann und Jovic im Schalker Strafraum. Fährmann pflückte eine Flanke von rechts herunter, wurde dabei von de Guzmán unterlaufen. Mit dem Ball in der Hand lief Fährmann aus dem Strafraum, diskutierte lautstark mit Hartmann. Die Frankfurter de Guzmán und Fabián wollten ihn darauf aufmerksam machen, dass der Schalker den Strafraum mit dem Ball in der Hand zu lange festhielt. Wirklich schwer zu sagen, warum es einen Schiedsrichter-Ball gab. Vielleicht dachte Robert Hartmann, dass sich Jovic verletzt hatte. Hier hätte man es taktisch besser als Foul an Fährmann ‚verkauft‘ und mit Freistoß für Schalke fortgesetzt. Hier kam der Pfiff, bevor Ralf Fährmann mit dem Ball in der Hand den Strafraum verließ. Dass ein Schiedsrichter-Ball einem Team überlassen wird, ist zwar gängige Praxis. Aber den Regeln nach darf der Referee keinen Spieler abhalten, an ihm teilzunehmen. Sehr unglücklich entschieden. Die Entscheidung war #ußerst unglücklich, aber Hartmann hat nicht gegen die Regeln verstoßen. Der Schiedsrichterball war in der Situation zulässig, wenn er glaubte, wegen Verletzung unterbrechen zu müssen. Und dann hat daran schließlich doch noch ein Frankfurter teilgenommen. Robert Hartmann, ein noch junger Bundesliga-Schiedsrichter wird das kritisch auswerten und in Zukunft dies besser machen, davon bin ich überzeugt!
Frankfurts Mascarell sah nach gut 70 Minuten Gelb. Goretzka zog mit viel Tempo in Richtung Frankfurter Sechzehner. Mascarell fuhr das Bein aus, brachte den künftigen Münchener damit zu Fall. Klare Gelbe Karte.
Erster Videobeweis im Pokal

Das ist ein Ding! 33 Sekunden auf dem Platz und schon ist der Frankfurter wieder draußen 🤤🙉 Schiedsrichter Hartmann bekam ein Signal von Günter Perl aus Köln, dass er sich das Foul von Fernandes noch einmal ansehen solle. Und tatsächlich: Der Schweizer stieg Leon Goretzka mit offener Sohle auf den Knöchel, bekam statt Gelb glatt Rot. Der Video-Assistent darf, soll, muss eingreifen, wenn es aus seiner Sicht eine klare Fehlentscheidung ist, dass keine Rote Karte gezeigt wurde. Gemessen an der bisherigen Linie beim Einsatz des Videobeweises in der Rückrunde bin ich auch überrascht, dass Gelb hier vom VAR als klarer und offensichtlicher Fehler angesehen worden ist. Rot finde ich die bessere Entscheidung, aber die getroffene war keineswegs abwegig.

War das ein Strafstoß? Burgstaller kam nach einer Flanke von Caligiuri über links zu Fall. Fabián schob da seinen Körper dazwischen, traf den Österreicher mit der Schulter im Gesicht. Eine aktive Bewegung war da aber nicht zu erkennen. Danach stürmten die Frankfurter wütend auf Burgstaller zu. Schiedsrichter Hartmann unterbricht die Partie zu keinem Zeitpunkt. Erneut eine unübersichtliche Situation.

Schalke mit dem Ausgleich – aber der Schiedsrichter hat was dagegen!

Was ist das bitter für Schalke! Eckball für die Hausherren. Nach Caligiuris herrscht wildes Durcheinander im Strafraum der Gäste. Di Santo kommt aus dem Rückraum zum Schuss, vollendet aus 14 Metern ins lange Eck. Schiedsrichter Hartmann entscheidet aber auf Handspiel! Di Santo nahm die Kugel vielleicht minimal mit dem Unterarm mit. Die Zeitlupen können ein klares Handspiel aber nicht beweisen. Ob Oberarm oder Brust. Ich weiß es echt nicht. Von Hartmann aus sieht es nach Hand aus. Von vorne unfassbar eng. Im Nachhinein betrachtet: klar. Hartmann war sich aber ganz offensichtlich sehr sicher, dass ein Handspiel vorlag, und hat deshalb sofort abgepfiffen. Abwarten sollen sie ja eigentlich auch nur bei abseitsverdächtigen Situationen in Tornähe. Das Spiel war schon unterbrochen, als das Handspiel geschah. Dann kann der VAR nicht mehr eingreifen. Nehmen wir an, der Pfiff wär erst nach der Torerzielung erfolgt. Der VAR kann sich dann einschalten, wenn die Bilder eindeutig zeigen, dass der Ball nicht mit dem Oberarm gespielt wurde, sondern mit der Brust. Denn dann ist die Annullierung des Tores klar falsch.

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