Schalke ärgert Handspielauslegung

Schalke ärgert Handspielauslegung

2. Dezember 2018 0 Von IG Schiedsrichter

Der FC Schalke hadert nach dem 1:1 gegen Hoffenheim mit Handspielen und den Entscheidungen von Schiedsrichter Robert Kampka.

Der Punktgewinn sorgt für Diskussionen, weil der Video-Schiedsrichter einen Handelfmeter für Schalke einkassierte und einen für Hoffenheim durchwinkte.

Zunächst köpfte sich Sané den Ball an die Hand. Das ist aber als ein natürlicher Bewegungablauf zu betrachten.

In der 42. Minute tankte sich Daniel Caligiuri über die rechte Bahn in den Strafraum, spielte flach nach innen – und dort ging der Ball an die Hand des grätschenden Zubers (zunächst am Körper, dann am Arm). Schiedsrichter Robert Kampka bekam ein Signal aufs Ohr, bemühte den Videobeweis – und sah sich die Szene selbst nochmal an. Währenddessen beschwerte sich 1899-Coach Nagelsmann lautstark, er wollte kein Vergehen gesehen haben. Nach kurzer Zeit war die Entscheidung gefallen – und Referee Kampka entschied sich gegen seine erste Intuition. Es gab somit keinen Strafstoß für S04.

57. Minute: Belfodil, selbst zuvor kurz nach Wright-Aktion mit der rechten Hand am Ball, kam vor dem S04-Strafraum an den Ball, jedoch zunächst aber nicht an Wright vorbei. Es folgte ein Schuss – und zwar am Boden liegend. Die Kugel ging in der Folge an die ausgestreckte rechte Hand von Oczipka. Dieses Mal ohne Videobeweis weiter. Es gab Elfmeter für Hoffenheim.

Zwei ähnliche Situationen, aber unterschiedliche Entscheidungen. Schwer, da noch den Durchblick zu behalten.

Caligiuri im Duell gegen Zuber: Der Ball ging aus der Perspektive des Schiedsrichters gegen den Arm. Das war aber ein Wahrnehmungsfehler, er ging zuerst gegen die Hüfte, dann an den Arm. Dass er die Entscheidung revidiert hat, ist nachvollziehbar, denn die Maßgabe lautet, geht der Ball vom eigenen Körper an den Arm, ist nicht auf absichtliches Handspiel zu entscheiden.

Handspiel von Oczipka: Es ist ein Handspiel aber auch ein strafbares? Ja, denn der Arm ist weg vom Körper. Nein, der Ball prallt vom Becken ab an den Arm. Ist das regeltechnisch noch Absicht? Ja. Die Regelhüter haben schon im letzten Winter konkretisiert, ist der Arm weit weg vom Körper, auch bei einem Abpraller vom eigenen Körper gilt das als strafbar. Keine Fehlentscheidung und erstrecht keine Entscheidung die den Video-Assistenteinsatz gerechtfertigt hätte.

Als Faustregel ist zu merken: Handspiel nach vorn (natürlich) = kein Elfmeter, zur Seite (unnatürlich): Elfmeter.

Share This: