You are currently viewing Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 2. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 2. Spieltag | 2. Liga

Zwei Handspielsituationen sind Gegenstand der Zweitligaanalyse. Dabei unterlief dem Schiedsrichter des einen Spiels ein deutlicher Fehler, während in der zweiten Situation zu Recht kein Strafstoß gegeben wurde.

Hannover 96 2:2 FC St.Pauli (SR: Felix Zwayer)

Adam Dzwigalla bekam den Ball an die Hand, worauf Schiedsrichter Felix Zwayer mit Verzögerung auf Strafstoß entschied. VAR Robert Hartmann prüfte lange, rief Zwayer dann aber nicht zur Korrektur auf. Kurz und knapp: Jeder weiß mittlerweile, dass diese Entscheidung falsch war! Dzwigalla ging mit absolut angelegtem Arm zum Ball, vergrößerte seine Körperfläche damit nicht und beging so auch kein strafbares Handspiel. In der Rolle des Videoassistenten liegt hier ein großes Problem: Laut offiziellen Mitteilungen lagen VAR Hartmann hier keine aussagekräftigen Bilder vor, sodass er Zwayer bei einem Review kein sinnvolles Bildmaterial liefern konnte.

In der Tat ist es die Aufgabe des Video-Assistenten bei einem nötigen Review dem Feldschiedsrichter die Entscheidung so leicht wie möglich zu machen und für einen GEGENBEWEIS zu sorgen. Vorliegend waren die TV-Bilder auch nicht gut. Problematisch wird es aber, wenn der Zuschauer bei gründlicher Betrachtung selbst zum recht eindeutigen und richtigen Schluss kommt, dass diese Entscheidung klar falsch war. Hier hätte Robert Hartmann, auch wenn es vielleicht nicht zu hundertprozent der gebotenen Zurückhaltung entsprochen hätte, unbedingt eingreifen müssen, was letztenendlich auch die offizielle Meinung der Schiedsrichterkommission ist! Denn in der berechtigten öffentlichen Wahrnehmung ist der VAR genau hierfür da. [TV-Bilder – ab 01:20 Minute]

Hamburger SV 0:1 Hansa Rostock (SR: Dr. Robert Kampka)

Sebastian Schonlau wehrte einen Torschuss ab, worauf die Rostocker ein vermeintliches Handspiel sahen. Schiedsrichter Dr. Robert Kampka ließ weiterlaufen und VAR Robert Hartmann überprüfte, griff aber nicht ein. Zu Recht, denn der Hamburger wehrte den Ball mit der Schulter, also oberhalb des strafbaren Bereichs, ab. Kurios: Zweimal agierte der gleiche Videoassistent. Damit zeigt sich aber mal wieder, dass gegebene Strafstöße schwerer zu behandeln sind als nicht vorgenommene Pfiffe. [TV-Bilder – ab 03:15 Minute]

Anmerkung: Wir sind auf die Szenen der Zusammenfassungen angewiesen. Solltet ihr weiteres aussagekräftiges Material haben, bewerten wir es gerne!

ℹ️  Anders als in der Bundesliga wo den Video-Assistenten 21 Kameras zur Verfügung stehen, müssen die VARs im Fußball-Unterhaus mit der Hälfte auskommen. Das kann dann schon mal zum Problem führen, wenn nicht die besten Kamerabilder zur Verfügung stehen, was sich dann nicht nur auf die Zeit auswirkt.
 
Aber am Ende geben die Bilder nichts eindeutig her. Und wie soll dann ein On-Field-Review Zwayer widerlegen, wenn die Bilder nicht mal eindeutig sind?
 
Vereine haben aus Kostengründen weniger Kameras gebucht
 
Müssen sich halt meiner Meinung nach die Vereine fragen, ob sie das Geld für weitere Perspektiven ausgeben wollen. Produziert werden die Bundesliga-Übertragungen von SportCast (DFL Tochterunternehmen).
 
Insgesamt werden für die 36 Profi-Klubs knapp 19 Millionen Euro für Schiedsrichter, Videoassistenten und Torlinientechnik aufgerufen. Die Erstligisten (774.855 Euro) zahlen dabei laut Kicker mehr als dreimal so viel wie die Zweitligisten. Die Kosten für die Klubs aus dem „Unterhaus“ belaufen sich auf 233.615 Euro.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.