Das Spiel zwischen dem SV Mehle und dem SV Wendhausen in der 2. Kreisklasse Staffel B ist am vergangenen Sonntag vorzeitig beendet worden. Nach einem Platzverweis eskalierte die Situation zunehmend. Schiedsrichter Philipp Wender sah sich nach persönlichen verbalen Attacken schließlich nicht mehr in der Lage, die Partie fortzusetzen und brach das Spiel ab. Nun beschäftigt der Vorfall das Sportgericht.
Sportlich hatte zunächst der SV Mehle vorgelegt. Marc Tüting brachte die Gastgeber in der 23. Minute mit 1:0 in Führung. In der 38. Minute nahm die Partie dann eine Entwicklung, die wenig später zum Abbruch führen sollte.
Nach einem taktischen Foulspiel an der Mittellinie zeigte Schiedsrichter Philipp Wender einem Spieler des SV Wendhausen die Gelbe Karte. Der Spieler war mit der Entscheidung nicht einverstanden und protestierte lautstark. Auch nach einer Ermahnung setzte er seine Beschwerden fort und wurde dabei schließlich beleidigend.
Daraufhin zeigte Wender dem Spieler die Gelb-Rote Karte.
Situation eskaliert nach Platzverweis
Doch damit beruhigte sich die Situation nicht. Nach dem Platzverweis versammelten sich mehrere Spieler des SV Wendhausen um den Schiedsrichter, die Diskussionen wurden zunehmend lauter. Auch der des Feldes verwiesene Spieler setzte seine verbalen Äußerungen fort und griff den Unparteiischen persönlich an.
Für Wender war schließlich ein Punkt erreicht, an dem eine Fortsetzung der Begegnung nicht mehr möglich war. Er brach die Partie beim Stand von 1:0 für den SV Mehle ab.
Über die Wertung des Spiels und mögliche weitere Konsequenzen muss nun das zuständige Sportgericht entscheiden.
SV Wendhausen verurteilt das Verhalten
Der SV Wendhausen reagierte nach dem Vorfall deutlich und distanzierte sich vom Verhalten seines Spielers:
„Ein Spieler von uns war nicht zufrieden mit der Entscheidung des Schiedsrichters und ist ihn verbal so angegangen, dass der Schiedsrichter sich nicht mehr in der Lage sah, das Spiel fortzusetzen. Wir distanzieren uns von jeglichem respektlosen und unsportlichen Verhalten gegenüber Schiedsrichtern, Offiziellen, Spielern und Zuschauern und verurteilen das Verhalten unseres Spielers.“
Der Verein kündigte zudem interne Konsequenzen an. Diese würden besprochen und entsprechend umgesetzt.
Der Vorfall zeigt erneut, dass nicht erst körperliche Gewalt eine Grenze überschreitet. Auch massive persönliche und beleidigende Angriffe gegen Schiedsrichter sind nicht hinnehmbar. Wenn ein Unparteiischer zu dem Schluss kommt, dass unter diesen Umständen keine geordnete Spielleitung mehr möglich ist, bleibt als letztes Mittel der Spielabbruch.
