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Nicht mehr durch Fernsehkameras geschützt – Ein Kommentar

War ich bisher der Meinung das die Schiedsrichter bei Fernsehübertragungen durch die Kameras geschützt sind. Gab ich doch bisher den Amateur-Schiedsrichter-Kollegen stets den Rat, der auch für die Zukunft gilt, beim Zeigen von Karten, insbesondere Rot, haltet Abstand.

Zeigt doch der jüngste Vorfall mit dem Fifa Schiedsrichter Hali Umut Meler (geschlagen und getreten) das auch Fernsehbilder die Täter nicht mehr abschrecken. Entsetzliche Zustände! Dies schadet massiv und vor allem dem türkischen Fussball. Und vom DFB keine Äusserung oder Stellungnahme!

Wo sind wir gelandet? Traurige Zustände! Ein Spiegelbild der Gesellschaft – der DFB schweigt. Unglaublich! Fehlen etwa die warmen Worte? Echt Sprachlos? Keine Entrüstung?

Quelle Foto: Tag24.de © Arne Dedert/dpa

Auch dieses Spiel könnte als Negativ Beispiel dienen: 

Der 26 Jahre alte Kroate von Eintracht Frankfurt hatte gegen Saloniki in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte gesehen und danach erst den Schiedsrichter und dann den Vierten Offiziellen beschimpft.

Frankfurts Defensivspieler Kristijan Jakic wurde zusätzlich von der UEFA für zwei weitere Conference-League-Spiele gesperrt

DFB – Erst nach der Morddrohung gegen Schiedsrichter Patrick Ittrich bezieht Lutz Michael Fröhlich Stellung:

„Es ist unbegreiflich und erschütternd dass bei einigen nicht einmal solche gravierenden Angriffe zumindest zu einem Innehalten führen, geschweige denn zu einem Umdenken“, so Fröhlich. „Schiedsrichter sind kein Freiwild, weder im Profi- noch im Amateurfußball, weder auf dem Spielfeld noch außerhalb – auch nicht in den sozialen Netzwerken. Sie sind Menschen, Sportler und ein selbstverständlicher Teil der Fußballfamilie.“

Auch Deniz Aytekin äussert sich:

Diese Gesamtsituation würde „ein ganz fürchterliches Bild“ abgeben: „Wie sollen die Schiedsrichter in den unteren Ligen am Wochenende sich dann schützen? Das war so schrecklich. Wenn mir das passieren würde, weiß ich nicht, was ich dann machen würde.

Anton Dinslaken

Dipl. Kaufmann Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Lothar

    Gibt es auch positive Beispiele? Oder sind die nicht erwünscht

    1. Anton Dinslaken

      Lieber Lothar, in der IG Schiedsrichter werden stets auch zahlreiche positive Nachrichten gepostet. Der Kern dieses Themas war, dass Fernsehkameras nicht mehr schützen. Und genau das ist eine dramatische Entwicklung.

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